Ain’t No Island Like Lady Elliot

Manchmal liegt das Gute so fern. Es gibt kaum eine andere Insel, bei der sich die lange Anreise so sehr lohnt wie bei Lady Elliot im australischen Bundesstaat Queensland. Die südlichste Insel am Great Barrier Reef ist nur per Flugzeug (ab Hervey Bay ca. 200 Euro) erreichbar und man hat so eine wie sie noch nie gesehen – ehrlich! Schon beim Anflug beobachtet man, wie Mantarochen (hier gibt es eine Forschungsstation) mit ihrer Flügelspannweite von bis zu acht Metern um Lady Elliot ihre Runden drehen, später dreht man mit. Die Insel ist zwar seit 1970 für den Tourismus erschlossen, dank der Abgeschiedenheit und den strengen Auflagen ist hier die Unterwasserwelt aber so neugierig wie selten. Schildkröten und Riffhaie kommen auf einen zugeschwommen, Mantarochen kreisen beim Tauchen über den Köpfen (immer schön nach oben schauen!) und verdecken wie ein Riesenteppich die durchkämpfende Sonne. Man kann ihr schwarz-weißes Muster fotografieren und so zu der weltweiten Bestandaufnahme dieser größten Rochenart (können bis neun Meter lang und drei Tonnen schwer werden) beitragen. Sie sind übrigens für den Menschen ungefährlich und ernähren sich hauptsächich von Plankton – viel Plankton. Ein Manta muss täglich bis zu 14 Prozent seines Körpergewichtes davon essen, um zu überleben. Andere ständige Inselbewohner sind Weißkappennoddis und Zügelseeschwalben. Ein Drittel der Insel ist sogar ein (ziemlich lautes) Vogelschutzgebiet und auf dem Zimmer liegen Ohrstöpsel aus – falls es nachts wieder was zu bereden gibt zwischen den Noddis und den Schwalben. Ihr interessiert Euch weder für Vögel noch für Rochen? Macht nichts, es gibt auch einfach einen geilen Strand! Und Austern zum Sundowner…P1170856P1170848P1170869Die Landebahn durchquert die gesamte 870 Meter lange und 670 Meter breite Insel.P1170774P1170885P1180069Beim Spazierengehen soll man darauf achten, dass gerade kein Flugzeug landet. Und wenn gerade eins landen, kommt sofort ein Traktor zum Kofferholen.P1170901P1170909P1170928P1170934P1170963Das Verrückteste aber an Lady Elliot: Die Insel liegt direkt auf einem Riff und bei Ebbe stehen alle Korallen frei. Bei Flut (zweimal am Tag) kann man von seinem Bungalow aus gleich zum Riff schnorcheln gehen und muss nicht erst mit einem Boot rausfahren. Bei Ebbe geht man zwischen den Korallen spazieren wie im Wald zwischen den Pilzen. Nur ein bisschen hübscher.P1170984P1180110P1170950Hier gibt es ein Eco-Resort im Bungalow-Style mit etwa 150 Schlafplätzen (Lady Elliot Island Resort) ab 118 Euro/p.P. im DZ mit Halbpension. Man kann aber auch nur für einen Tag kommen, ohne zu übernachten. Das war mein Häuschen – direkt am Strand wie wohl alles hier.P1180087P1170941Mittagsschlaf…P1180149P1180247 Bei Flut verstecken sich die Korallen und der Strand wird wieder… zu einem ganz normalen Strand.P1180157P1180039P1180026Eine Seite der Insel ist sandig, die andere voll mit Muscheln und Fossilien.P1180170P1180011Und wieder Ebbe. Man könnte hier stundenlang dem Wasser beim “Spazierengehen” zuschauen und wie die Küste immer wieder zu einem blau-grünen Leopardenfell wird.P1180162P1180022Einen Sessel dafür habe ich auch schon gefunden…P1180046P1180132P1180062P1180256DSCN1717Bei Flut gibt es drei Optionen: Man kann schnorcheln, tauchen oder mit einem Glasbodenboot rausfahren. Bei den beiden letzteren sieht man ziemlich sicher einen Mantarochen. Schildkröten kommen dagegen sehr nah an die Küste. Die trifft man schon beim Schnorcheln.DSCN1617DSCN1630Hier ein Bild vom Glasbodenboot. Schöner ist es aber, den Rochen beim Tauchen auf den Bauch zu schauen.DSCN1620DSCN1643DSCN1765DSCN1690DSCN1782DSCN1879DSCN1767DSCN1784DSCN1913DSCN1791P1180360Lady Elliot wurde 1816 zum ersten Mal angesteuert und nach dem Schiff des Entdeckers benannt. Lang lebten hier nur drei Familien, die den Leuchtturm bedienten. Heute ist er ein reiner Sonnenuntergangsspaß. Die Schiffe wissen mittlerweile, dass die Insel existiert und müssen nicht mehr gewarnt werden.P1180261P1180272P1180267P1180275P1180271P1180274P1180269P1180287P1180297P1180352P1180305Beim Sunset-Picknick habe ich eher eine Tüte Erdnussflips erwartet, aber gut, das nehme ich auch…P1180343P1180368P1180418Und auch die Haie haben das leckere Essen wohl gerochen.P1180446Die Vögel auf der Insel funktionieren wie der umgekehrte Wecker. Wenn sie anfangen zu schreien (sie schreien wirklich), ist es schon spät und Zeit, ins Bett zu gehen. Die Ohrstöpsel auf dem Nachttisch habe ich leider erst am nächsten Morgen bemerkt. Danke, Weißwein!P1180504P1180519Die Abgeschiedenheit der Insel hat einen weiteren Vorteil: Die An- und Abreise ist schon eine Sehenswürdigkeit an sich und man entdeckt auf dem Weg noch viele andere kleine, teilweise unbewohnte Insel. Bei der unteren habe ich mir eine Fallschirmausbildung gewünscht…P1180589P1180592P1170712P1170733

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