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Finde den Winter in Finnland

Ein Fahrzeug mit zwei Bremspedalen, aber keinem fürs Gas? Was sich nach einer Quizshow-Frage anhört, ergibt hier im finnischen Vuokatti sofort Sinn. Es ist ein Huskyschlitten!IMG_3479Ich schaue mir das Gefährt genauer an: Vorne ist Platz für den Beifahrer, der mit gemütlich angewinkelten Beinen in dem mit Fell ausgelegten Schlitten versinkt. Hinter ihm steht der Fahrer, also ich, auf einer Art Metallgerüst. Unter meinen Füßen: ein schwarzer Mini-Teppich, der auf dem Schnee schleift (kleine Bremse) und ein größeres Pedal direkt am Schlitten (Vollbremsung). Und das Gaspedal ist das Gespann von sechs Huskys. Schaltung? Automatik.IMG_3369„Pass am Anfang auf und lass den Fuß die ganze Zeit auf der kleinen Bremse. Die Hunde werden zuerst einen Raketenstart hinlegen, gehen aber nach ein paar Minuten in ein gemütliches Tempo über“, erklärt mir der Musher. „Sie haben ordentlich PS, können 250 Kilometer in 24 Stunden zurücklegen.“ Noch benehmen sich die Hunde wie ein Haufen Machos. Sie bellen in die Nacht, posieren im Schnee, knurren sich an. Freuen sich aber auch über den Damenbesuch und stecken mir sofort die Zunge in die Nase. Aber sobald alle Leinen los sind und der Anker aus dem Schnee gehoben, preschen wir nach einem kurzen Ruck los und von den Hunden hört man nichts mehr außer einem leisen Hecheln.IMG_3450Der warme Atem der Tiere verschwindet als kleine Nebelschwaden in der Dunkelheit, während eingeschneite Kiefern und Fichten an mir, wie dunkle Schatten, vorbeiziehen. Ich gleite mit meinem Gespann von Polarhunden durch das weiße Reich und fühle mich wie die Eiskönigin. Mit meinem dicken Ganzkörperanzug und der Stirnlampe muss ich allerdings eher wie ein Minenarbeiter aussehen. Hier, mitten im finnischen Nichts, gilt aber mein eigenes Märchen. Denn, wenn der Winter nicht zu uns kommt, gehe ich eben zum Winter. Und in Finnland findet man ihn immer irgendwo.IMG_3051Der Ort Vuokatti (3000 Einwohner, 590 Kilometer von der Hauptstadt Helsinki entfernt) in der Region Kainuu ist dafür ideal. Denn er liegt im Norden des finnischen Seenlands am Übergang zu Lappland und vereint so die Vorteile von beidem. Trotzdem ist das alles hier immer noch ein Geheimtipp, die meisten fahren im Winter nach Lappland und im Sommer ins Seenland und übersehen die Schnittstelle. Und so muss man diese Landschaft, in der Wölfe, Bären und wilde Rentiere leben, aber nur ganz wenigen Menschen, nie mit vielen Touristen teilen.IMG_3141Als ich am frühen Morgen mit einem Schneemobil durch die verschneiten Wälder und über die zugefrorenen Seen Vuokattis fahre, muss ich nie nach der Vorfahrt schauen. Unsere Schneemobile sind über Stunden hingweg die einzigen.IMG_3267 (1)IMG_3290Auch an den Liften am Skihang (150 km Abfahrten) gibt’s keine Schlangen. Die Langlaufloipen sind auch am Nachmittag so frisch wie am frühen Morgen, wenn die Streber da sind. Für Kakao muss man bei der Berghütten nicht anstehen. Wenn man sein Wintermärchen nicht mit vielen anderen Touristen teilen möchte, ist man in Vuokatti genau richtig.IMG_3230IMG_3285 Und eigentlich müssten doch hier auch die Fische besser anbeißen – so meine optimistische Vermutung!IMG_3517Barsche, Hechte, Forellen leben in dem See Särkinen, insgesamt 20 Spezies. „Meistens fängt man allerdings Barsche“, sagt mir Guide Matti, als ich am nächsten Morgen hier ankomme. Eisfischen ist in Finnland für alle frei, man braucht im Gegensatz zum Sommer keine Lizenz. Ich laufe mit einem riesigen Bohrer – so groß wie ich – und einer kleinen Angel – so groß wie meine Hand – auf den See. „Ist das ein guter Platz zum Bohren?“, frage ich Matti. „Keine Ahnung, die Fische versammeln sich nicht an einer Stelle, ist ja keine Safari. Man muss es hier und da versuchen. Bis der See aussieht wie ein Schweizer Käse“, lacht er.IMG_3583Ich bohre ein Loch in die fast ein Meter dicke Eisschicht, mache Köder an die Angel und warte zappelnd auf einem Klappstuhl. „Das Anglerglück besteht zum größten Teil aus Geduld“, sagt Matti. Und weil Geduld nicht meine Stärke ist, fange ich irgendwann ein Fischchen so groß wie mein Zeigefinger, das ich aber wieder in das Unter-Eis-Aquarium zurückschicken muss. IMG_3547IMG_3628Im Eiswasser lande ich an diesem Tag auch noch. Außentemperatur? Knapp unter Null. “Das ist die einzige Aktivität, die wir hier anbieten, die wirklich gar keinen Sinn macht”, sagt Matti. Denn die Trockenanzüge, die wir tragen, sind eigentlich für Rettungen im kalten Wasser ausgerichtet. “Nach vier Minuten kann man sich normalerweise nicht mehr bewegen”, erklärt Matti. “Nach zehn Minuten verliert man das Bewusstsein, nach 20 Minuten ist man tot. Diese Dinger schenken dir etwa drei Stunden Lebenszeit.” Beim Floaten fühle ich mich wie eine lebendige, etwas zu gut ernährte Robbe. Und merke, dass es gar nicht so einfach ist, in einem Trockenanzug mit Schwimmweste elegant auf eine Eisscholle zu gleiten. IMG_3637Nach dem Schwimmen gibt es – ganz klar – Eis!IMG_3488Und da man von Mini-Fischen und Eis allein nicht leben kann, habe ich mir ein Restaurant mit einer kräftebringenden Portion Fleisch gesucht. Traditionelles Rentiersteak in bester Qualität bekommt man im Restaurant Kippo in Vuokatti.IMG_3689Später am Abend stehen noch Sauna auf dem Programm, das kann man in Finnland einfach nicht auslassen, und eine Schneeschuhnachtwanderung zu einer Kota, einer Grillhütte im Wald. Vorbei an vom Eis erstarrten Wasserfällen und einer verlassenen Bärenhöhle.IMG_3725In der Kota angekommen, dampft schon Tee über dem offenen Feuer. Meinen Pullover, der so nach Kaminfeuer und Beerentee riecht und an dem noch ein paar Huskyhaare hängen, wasche ich erst einmal nicht. Wenn der Winter schon nicht kommt, möchte ich wenigstens seinen finnischen Duft konservieren.

WO ÜBERNACHTEN?IMG_311095 Euro kostet die Nacht im Haapala Brewery B&B (www.haapalabnb.fi). Das Hotel besteht aus typischen Holzhäuschen, einem Restaurant mit lokalen Produkten und einer eigenen Brauerei mit witzigen Sorten wie Sauerbier mit Vogelbeeren oder Pale Ale mit Kiefer.IMG_3760IMG_3086Die Holzhütten von Haapala Brewery B&B liegen dyllisch mitten im Nichts.

WEITERE INFOS:

Flüge: Ab Tegel bietet Finnair (www.finnair.com) tägliche Verbindungen nach Kajaani und zurück (mit Zwischenstopp in Helsinki), ab 214 Euro. Von dort aus ist Vuokatti in knapp 40 Autominuten zu erreichen.

Alle beschriebenen Ausflüge sind bei Vuokatti Safaris buchbar (www.vuokattisafaris.com/de). Husky-Safaris kosten 89 Euro, Schneemobil-Touren 129 Euro, Eisangeln 79 Euro, Nordlicht-Jagd auf Schneeschuhen 99 Euro. Wintersaison ist bis Ende März.

Alle Infos: www.vuokatti.fi/de, www.visitfinland.com/de

BuschmännerPerlhuhnfalle

Namibia: Big Five und ein Perlhuhn

Einmal Namibia sehen, zumindest einen Teil dieses unwirklich vielseitigen Landes an der Atlantikküste im südwestlichen Afrika, war schon lange ein Traum. Ich träumte von meinem persönlichen Namibia-Märchen: Herzklopf-Safaris, kühles Cider in der untergehenden Sonne, der Duft von Braai (so heißt hier Barbecue) und vor allem träumte ich von der Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard). Wild. Aufregend. Anders. So viele Superlative und meine erste Tierbegegnung war mit einem: HUHN!ErongoGebirgeHÜHNERJAGD IM ERONGOGEBIRGEErongoGebirgeHohensteinLodge2P1090317 (1)Dass mein erster Tag in Namibia mit einer Jagd durch das Damaraland beginnt, war schon verrückt genug. Aber jetzt sind wir auch noch zu Fuß unterwegs, nur mit ein paar Stöcken und einem Seil ausgestattet. So werden wir höchstens gegen die Ameisen gewinnen! BushmännerJagd4Wir, das sind zwei mit Lendenschutz bekleidete San-Männer und ich. San, im Volksmund auch Buschmänner genannt, sind die eigentlichen Ureinwohner Namibias. Sie waren vor allen anderen  hier und gehören heute zu den weltweit letzten Völkern, die noch das Handwerk des Jagens und Sammelns in der Wildnis beherrschen. BushmännerJagd5Über Jahrhunderte zogen sie immer weiter, ohne feste Camps und ohne Besitz, der für sie als Ballast galt. Heute leben zwar die meisten von ihnen modern – mit Jeans, Fernsehen und Amtssprache Englisch in der Schule. Aber es gilt noch immer: Kein Volk der Welt kann besser Spuren lesen, den Wind riechen, die Wolken deuten. Im Living Museum of San am nordwestlichen Erongogebirge möchten sie ihre Tradition beibehalten und weiterreichen. Und dazu gehört eben auch das Jagen.ErongoGebirge2Ich laufe ganz vorne, da meine Füße die kleinsten Abdrücke hinterlassen. Der Jäger mit den größten Füßen geht hinten und tritt genau auf die hinterlassenen Fußstapfen. „So sollen die Gegner den Eindruck bekommen, wir wären nur eine Person und keine Gruppe. Und somit ungefährlicher“, erklärt Johannes, er läuft in der Mitte. Warum kannte ich diesen Trick bloß nicht schon als Teenie, als man spät abends noch ein paar Freunde ins Haus schmuggeln wollte?  Ich versuche zwar leise zu treten, damit ich nicht zu den San-Frauen zum Korbflechten und Kräutersortieren zurückgeschickt werde. Trotzdem knickt ständig etwas unter meinen Füßen. BuschmännerPerlhuhnfalleWir hocken uns hin, erste Jagdstunde soll das Bauen einer Perlhuhn-Falle sein. Zuerst stecken wir ein paar kleine Stöcke kreisförmig in den Sand und legen den Köder in die Mitte. Dann machen wir einen längeren, gebogenen Stock mit einem Seil einen halben Meter davon entfernt fest. Und ziehen schließlich den Knoten im Seil über die kleinen Stöcke und das Futter. „Kommt das Perlhuhn irgendwann“, erklärt Johannes, „wird es beim Picken des Köders hochgezogen.“ Wir testen es mit einem Stein. Meine Falle funktioniert. Johannes schaut mich so stolz an, als wäre ich sein Kind bei der Einschulung. Jetzt kann auch die Big Five kommen!

UNTERWEGS DURCH STAUB UND SCHÖNHEITP1110523 (1)Fünf Tage habe ich dafür Zeit, ein Tier pro Tag also. Ich zeichne die Route auf der Karte ein. Von der Hauptstadt Windhoek geht es in drei Stunden ins Erongogebirge, dann quer durchs Damaraland im Nordwesten mit seinem Brandberg (2579 Meter), dem höchsten Berg Namibias. Schließlich Naturschutzgebiet Palmwag und am Ende der Reise das Highlight: Etosha-Nationalpark im Norden. Mehr als 1000 Kilometer. Erst jetzt fällt mir auf, was für einen kleinen Teil des Landes meine Reise doch abdeckt. Am besten wären drei Wochen.  TwyfelfontainMalereienIn Twyfelfontein halte ich an, um die 2000 bis 6000 alten Sandsteinschlitzereien zu sehen, Weltkulturerbe und die größte Open-Air-Kunstgalerie des südlichen Afrikas. Denn die riesigen Granitfelsen des Damaralandes haben die Jäger für Kommunikation genutzt. Über Jahrhunderte haben sie hier ihre Botschaften hinterlassen und ich, als ihre neu gewonnene Kollegin, meine sogar, einige Zeichnungen entschlüsseln zu können. Bis mir jemand erklärt, dass Kreis mit Punkt keine Dartscheibe bedeutet, sondern eine Wasserquelle. HimbaFrauenAm Straßenrand treffe ich Himba-Frauen, die sich eine selbstgemachte ockerfarbenen Paste von Kopf bis Fuß auf die Haut und in die Haare schmieren – das soll vor Hitze und Austrocknung schützen.HerreroFrauenAuch die  Herrero-Frauen verfolgen ihr ganz besonderes Schönheitsideal: mit einem mächtigen länglichen Kopfschmuck, den sie paradoxerweise in viktorianischer Zeit von Missionarsfrauen übernommen haben. Wichtig: Er muss zu der Kleidfarbe passen.RundreiseAmSteuerSonst rolle ich gemütlich durch viel Staub und Stille. Nur ab und zu kommt mir ein Auto entgegen.EtembaWildernassCampDuscheAbends gibt’s eine herrliche Dusche draußen und wer schaut völlig verständnislos zu? Meistens ein paar Warzenschweine (Disney taufte sie Pumbaa), die sonst immer nur aufgeregt durch die Gegend rennen auf der Suche nach Futter und Schlamm. Und sich nie, wirklich nie, für eine Dusche oder jegliche Art von sauberem Wasser interessieren würden.WarzenSchwein3STERNE UND CIDER SATT IN PALMWAG
P1100356 (1)Am dritten Tag meiner Reise erreiche ich Palmwag, ein Naturschutzgebiet im Norden Namibias – mit einer Fläche von 400000 Hektar. Hier muss ich mein Auto stehen lassen und werde von Guide Bonnie mit einem Pirschwagen abgeholt – und zum Etendeka Mountain Camp gefahren.P1100129 (1)PalmwagGiraffeP1100310Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt auf der Schotterpiste. Wie auf Knopfdruck zeigen sich aber schon nach ein paar Minuten Fahrt die ersten Tiere: Giraffen, Zebras, Oryx-Antilopen. Endlich mal etwas Größeres! Und das Beste: Hier darf ich in Begleitung des Rangers sogar vorsichtig aussteigen und mir die Tiere näher anschauen. Ich fühle mich mittendrin, statt nur im „Zoo“.WanderungEtendekaMountainCampP1090544 (1) In dem Camp angekommen, ist das Afrika-Gefühl perfekt. Wir sind mitten im Nichts, das Cider leuchtet in der Abendsonne und die Zelte sehen zwar aus wie Zelte, haben aber ein richtiges Bett mit frischgebügelter weißer Bettwäsche und eine herrliche Außendusche. Nur der Duft des Braai lockt mich zurück in das Haupthaus. Meistens wird Wildfleisch gegrillt, z.B. Springbock, Kudu oder Oryx. Vorher oft stundenlang mariniert, schmeckt es wahnsinnig zart. Nur fotogen ist das Essen in Namibia selten.P1100380 (1)P1090740 (1)P1100421 (1)Noch bevor sich der rote Sandstaub vom Tag legt, geht der Vollmond blutrot gefärbt am Horizont auf. Dann gehen tausende von Sternen an – wie kleine Glühbirnen. So viele Sterne habe ich selten gesehen. Bonnie zeigt mir das Kreuz des Südens, der mich irgendwie an meine Hühnerfalle erinnert (nur besser koordiniert). Ich erzähle Bonnie davon, er lacht.
P1100162 (1)Nachts werde ich von einem eindringlichen dumpfen Geräusch wach. Vögel? Nein. Stromgeneratoren? Klingen anders. Am nächsten Morgen zeigt mir Bonnie Löwenabdrücke vor dem Camp. „Das soll die wichtigste Lektion  sein“, sagt er. „Die Rollen zwischen Jäger und Gejagtem können ziemlich schnell vertauscht werden.“

AFRICAT FOUNDATIONAfricatCareCenterLeopardEin ganz besonerer Ort in Namibia ist AfriCat-Stiftung in Otjiwarongo. Die im Jahr 1992 von Donna Hanssen gegründete Organisation setzt sich für den Erhalt afrikanischer Großkatzen ein, insbesondere von Geparden und Leoparden. Donna nimmt viele verwaiste Tiere und päppelt sie auf. Das Areal ist riesig, trotzdem sind die Chancen hier besonders hoch, einer Großkatze in die Augen zu schauen.AfricatCareCenterGründerin2AfricatCareCenterGepardenAfricatCareCenterCafe2EIN WOW NACH DEM ANDEREN IM ETOSHA NATIONALPARKEtoshaNationalpark4Meine letzten zwei Tage in Namibia verbringe ich im Etosha-Nationalpark im Norden des Landes. Mit 22935 Quadratkilometer ist er das größte Naturschutzgebiet Namibias und für viele das Highlight ihrer Reise. Dank der (weitläufigen) Einzäunung und einer hohen Tierdichte wird hier jede Safari zum Wow-Erlebnis. EtoshaNationalpark2Namibia war das erste afrikanische Land, das Tierschutz in seine Verfassung aufnahm. Man sieht’s: Alle fünf Minuten zeigt sich ein Tier. Dass ich mir überhaupt Sorgen darum gemacht habe, wenigstens einen Vertreter der Big Five zu Gesicht zu bekommen, erscheint mir hier absurd!  Im Gegensatz zu Palmwag darf man in Etosha unter keinen Umständen den Wagen verlassen, denn die Tiere sind wirklich nah. Menschen in Autos, auch in offenen Pirschwagen, sind für sie unsichtbar. Steigt man aber aus, ist man Futter auf zwei Beinen. P1110381 (1)Um die meisten Tiere auf einem Fleck zu sehen, muss man lediglich die Wasserlöcher des Parks abfahren. Zu der Trockenzeit versammeln sich alle an ihrer Lieblings-Bar. Wie auf den Paradiesbildern der Zeugen Jehovas stehen sie am Rand, von Sonnenstrahlen durchflutet, und trinken gemächlich.AnderssonsLodgeEtosha3Am besten in einer Lodge direkt am Eingangstor des Parks bleiben, z.B. Andersson’s at Ongava. Sie sind zwar eingezäunt, aber abends beim Sundowner sieht man auch noch mal jede Menge Tiere! Oft sogar aus dem Pool heraus. Ich habe hier z.B. meinen ersten und einzigen Nashorn in Namibia gesehen!AnderssonsLodgeEtosha1 AnderssonsLodgeEtoshaEtoshaNationalpark11EtoshaNationalpark8An meinem letzten Tag sehe ich ungefähr zehn Löwen! Die meisten liegen unter einem Baum direkt am Straßenrand. Ich kann buchstäblich ihren Atem spüren und die Wimpern abzählen. Aber jagen? Gähn, vielleicht später. Ich habe mir Kampfszenen à la König der Löwen vorgestellt, stattdessen  faulenzen sie wie Stubenkätzchen auf Omas Ofen. EtoshaNationalpark12EtoshaNationalpark5“Das am meisten gefürchtete Tier hier im Etosha-Park ist der Webervogel“, scherzt unser Guide. Die Männchen bauen aufwendig die Nester, die Weibchen schauen ab und zu vorbei und wenn es ihnen nicht gefällt, zerstören sie das ganze Nest. Gerne auch ein paar mal hintereinander. “Auf solche Gemeinheiten würde kein Löwe kommen, wirklich nicht!“WeberVogel

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Menorca: von wegen klein!

Erzählt man über Urlaub auf Menorca, erntet man mehr erstaunte Blicke als bei Berichten von der Südsee oder vom Amazonas. Ach, ja, diese Insel neben Mallorca – jeder wollte irgendwie schon mal hin, kaum einer hat es tatsächlich geschafft. Und so bleibt Menorca geradezu exotisch. Hier die besten Tipps für den ersten Besuch auf der Insel.

STRÄNDE/BUCHTENDCIM/100MEDIA/DJI_0325.JPGWer es tatsächlich mal hierhin schafft, wird feststellen: Menorca (bedeutet „Die Kleinere“) ist gar nicht klein. Rund 95.000 Menschen teilen sich die knapp 700 Quadratkilometer der Insel. Den Namen trägt sie nur im Vergleich zur großen Schwester Mallorca. Denn Menorca ist immerhin die zweitgrößte Insel der Balearen. Mit ihren 216 Kilometern Küstenlänge bietet sie sogar mehr Strände und Buchten als Mallorca und Ibiza zusammen! P1170242Der Norden ist von schroffen Klippen und rauem Wind geprägt und somit besonders bei Wind- und Kitesurfern beliebt. Das Wasser im Süden hat die meisten Blautöne der Balearen! Die bekannten Schönheiten sind Cala Turqueta, Cala de Macarella, Cala Mitjana oder Cales Coves, deutlich weniger überlaufen (da nur zu Fuß zugänglich) sind Cala Fustam und Cala de Trebalúger.BootBuchtenDCIM/100MEDIA/DJI_0334.JPGIMG_3729Möchte man all diese Buchten an einem Tag sehen, ist eine Bootstour perfekt. So muss man den Strand nicht teilen, sondern kann jederzeit in das irre-türkisblaue Wasser springen. Und an Bord wartet eine selbstgemachte Paella vom Angeber-Kapität („Ich habe viele Talente”).3d681ced-bc22-43e1-8f63-6e0e26c14727BESTE AUSSICHTIMG_3063 (1)Dass Menorca keine Mini-Verson von Mallorca ist, wird man spätestens am 358 Meter hohen Monte Toro in der Inselmitte feststellen, der höchsten Erhebung der Insel. Mit einem Franziskanerinnen-Kloster oben drauf.P1160998P1160994Von hier reicht der Blick über die gesamte Küste: Saftig grüne Hügel verschmelzen irgendwann mit dem endlosen Blau des Meeres. Dramatische Berge und Beton gibt es dagegen nicht. Schon Anfang der 1970er-Jahre wurde der Bau von Gebäuden verboten, die mehr als drei Stockwerke hoch sind. Außerdem steht die ganze Insel seit 1993 als Unesco-Biosphärenreservat unter Naturschutz. Und lässt sich auf dem 184 Kilometer langem Camí de Cavalls (Pferdeweg) komplett umwandern. Hört sich nach Wandergruppen, Vogelbeobachtern und Familien an? Falsch. Mit diesem Image hat sich Menorca lange die Party-Touristen vom Hals gehalten.IMG_3007 (1)AUSGEHENCova d’en Xoroi2IMG_3897Im Schatten der großen Schwester und deren Sünden schmeißt Menorca unbemerkt die coolere Fete. So findet die wohl spektakulärste Disco von ganz Balearen in der Cova d’en Xoroi statt. Die Höhle ist eingebettet in eine schroffe Steilwand und hat mehrere Kammern und Terrassen – alles in Weiß. Die Sonnenuntergänge hier sind einmalig. Die Schlangen übrigens auch. Unbedingt die Tickets vorher online reservieren. Und nachschauen, welche Band spielt.Cova d’en Xoroi KonzertIMG_2895Auch die Beachclubs „Isabella“ in Fornells, „Ivette“ in Cala Morell (Foto) oder „Francesca“ in Cala Galdana stehen denen von Ibiza in nichts nach. IMG_2901ESSEN/TRINKENIMG_3527Weingut Binifadet1„Bodegas Binifadet“  in Sant Lluis ist der größte der insgesamt neun Weingüter auf Menorca – mit einem Restaurant unter einer Weintrauben-Decke!
IMG_3600Aber es gibt nich nur Wein pur: Spezialität an der Bar sind Cocktails mit Wein, z.B. Margarita mit Rosé oder Grapefruit-Gin-Fizz mit Muskatwein.P1170211Und damit man irgendwann nicht vom Hocker zur Seite kippt, gibt es Tapas wie Patatas Bravas. Restaurant Es PortsDas bekannteste Gericht der Insel gibt es aber im Hafen von Fornells. Für den köstlichen Langusteneintopf Caldereta de Langosta segelt sogar Spaniens König Juan Carlos von Mallorca herbei. Und Wirt Ricardo holt sie für ihn aus dem Becken. Im Restaurant Es Ports gibt es dazu ein großes Lätzchen und einen Schalentierknacker. Einfach widerstandslos anziehen und genießen! Auch die Königsfamilie bleibt von diesem Outfit nicht verschont! Langusteintopf Caldereta de LangostaSTADTBUMMELHafen CiudatellaDie beiden größten Städte der Insel sind Mahon und Ciutadella. 1772 verlegten die Briten (zu dieser Zeit Inselherrscher) die Hauptstadt von Ciutadella nach Mahon (wegen des dortigen riesigen Naturhafens). Ciudatella ist aber deutlich schöner und spannender – hier ein paar Eindrücke.Hafen Ciudatella1P1170007 Den britischen Soldaten hat man nicht nur die heutige Ginkultur Menorcas zu verdanken, sondern auch den Umstand, dass damals aus dem wichtigsten Kloster des Landes in Ciutadella in einer Nacht ganze drei Nonnen geflohen sind. Heute möchte man aus Ciutadella gar nicht mehr freiwillig weg. Ciudatella Straßen 2Die Altstadt gleicht einer Pastellpalette: gelb, rosa, blau, gepaart mit den stets grün gestrichenen Fenstern. Angeblich sollen die Briten die grüne Farbe als Tarnung benutzt haben und sie blieb einfach über. Die Wände sind voll mit Streetart, in den Innenhöfen verstecken sich Paläste, Boutique Hotels und knutschende Pärchen. Plastikstühle sind in der ganzen Stadt verboten, überall stehen stoffbezogene Regiestühle. Ciudtaella StraßenIMG_3245IMG_3213Auf jeden Fall einmal durch die Bögen der Markthalle am Plaza de la Libertad schlendern und den inseltypischen Mahon-Käse und die Carnixulla-Wurst probieren. Wer ganz mutig ist, kauft sich Fisch oder Meeresfrüchte und lässt sie in einem der umliegenden Restaurants zubereiten. Denn so machen es die Einheimischen. Oder einfach ein paar Tapas auf die Hand schnappen! Tapas MarktMahon-Käse1P1170165P1170152Ein Traum in Weiß ist das verwunschene Künstlerdorf Binibèquer Vell im Südosten der Insel. Hier kann man locker einen halben Tag verbringen. Die schmalen weißen Gassen erinnern an das griechische Santorin.P1170164P1170157Angeblich ist kein Haus der Siedlung wie das andere – sorgfältig von dem Architekten Antoni Sintes entwickelt. Auch innen sind alle Räume unterschiedlich geschnitten. Am liebsten würde man überall klingeln und reinschauen, aber die Außenansicht tut es auch.IMG_3396SHOPPINGAbarcas SandalenAn jeder Ecke in Ciudatella kann man Abarcas shoppen (ca. 40 Euro): Ehemals Bauernschuhe, sind die Ledersandalen mit Autoreifen-Sohle heute weltbekannt. Und halten mehrere Sommer lang!IMG_3156Der schönste Interior-Laden von Menorca ist Ksar Living in Ciudatella in einem ehemaligen Stadtpalast. Man würde hier am liebsten alle Tische und Betten gleich heraustragen, aber zum Glück gibt es auch kleinen Krams (Lampen, Taschen, Vasen, Geschirr, Stoffe), der in den Koffer passt. Einziges Problem: Die eigene Wohnung wird nach dem Besuch hier ganz schön öde erscheinen.IMG_3147 IMG_3144 IMG_3138IMG_3141ÜBERNACHTENIMG_2885Menorca ist gesegnet mit tollen Boutique-Hotels, der Fluch der Hotelburgen ist an der Insel fast vorbeigezogen. Besonders idyllisch ist Hotel Rural Sant Ignasi (santignasi.com), eine Finca aus dem Jahr 1777.Hotel Rural Sant IgnasiP1170369Auch die Pfauen fühlen sich hier wohl, die vorzugsweise um den Pool und um die Frühstückstische spazieren gehen – auf der Suche nach Krümeln. Auf Wein sind die zum Glück nicht so scharf.P1170357P1160969ALLGEMEINE MENORCA-INFOS: Anreise: Easyjet (easyjet.com) fliegt direkt von Berlin Tegel in die Hauptstadt Mahon ab 29 Euro/Strecke. Oder man fliegt nach Palma (Mallorca) und fährt nach Alcúdia – von dort dauert die Überfahrt mit der Fähre nach Ciutadella 1,5 Std, ab 24 Euro/Ticket (balearia.com). Mietwagen: z. B. bei Arenal Rent a Car (arenalrentacar.com) ab 23 Euro/Tag. Alle Infos: www.illesbalears.travel/de/menorca

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Portofino: Süßer wird La Vita nicht mehr

Kaum ein Ort in Italien ist so sexy wie Portofino. Guy de Maupassant ankerte hier mit seiner Yacht „Bel Ami“ im Jahr 1889 und war sofort entzückt. Von Liza Minnelli über Frank Sinatra bis Truman Capote – in den 50er-Jahren kamen Weltstars, um zu feiern, zu entspannen und dann noch ausgiebiger zu feiern. Sie machten Portofino so berühmt, dass die Universal Studios in Florida das Fischerdorf Ende der 90er-Jahre nachbauten.image3(2) KopieAllerdings muss in der Originalversion der Luxus etwas näher zusammenrücken: Mit 401 Einwohnern und zwei Quadratkilometern Fläche ist Portofino die kleinste Gemeinde in der Metropolitanstadt Genua.image2(4) KopieEs gibt vier Wege, um Portofino (Region Ligurien) von der schönsten Seite zu sehen. Unbedingt dazu gehört ein Spaziergang durch die Piazzetta, direkt am Fuße der Bucht. Manche Yachten sind hier höher als die pastellfarbenen Häuser, Halstücher wehen im Wind und ich sehe im „Dolce & Gabbana“-Schaufenster, wie mir meine überteuerte Kugel Eis den Ellenbogen herunterläuft. Ciao, ciao, fünf Euro! P1160146image1(3) KopieVon der Piazzetta führt ein Weg zum Castello Brown, einer Festung aus dem 16. Jahrhundert. Hier gibt es den besten Überblick auf das schicke Fischerdorft und grimmige Museumsmitarbeiter, die schimpfen, wenn man die Festungswände hochklettert. Auch am Lieblingsort von Sophia Loren (ihre Bilder hängen im Festungsmuseum überall) wird Frauen nicht alles verziehen.P1160140Der dritte Weg ist vom Boot aus. Aristoteles Onassis kam immer mit seiner märchenhaften Yacht „Cris­tina“, be­gleitet von Wins­ton Churchill und von der Operndiva Maria Callas, mit der er eine Affäre hatte. Man kann aber auch ganz ohne Drama und nur für ein paar Euro anreisen: mit einer Fähre! Sie legt an der selben Stelle an wie die Onassis-Yacht und hat ebenfalls zwei Etagen.P1160166P1160185Der letzte Spot ist das Luxushotel Belmond Splendido. Man sieht die rosarote Anlage beim Hineinfahren in die Bucht. Der Weg hoch schlängelt sich durch üppige Gärten und schmale Treppen. Am besten am frühen Abend hingehen – dann ist man pünktlich zum Sundowner da.P1150942image2(4)Auch andere fanden es schon gut hier: Richard Burton und Elizabeth Taylor waren Stammgäste und genossen von hier den romantischsten Sonnenuntergang von ganz Portofino.image1(3)Auf der Karte von La Terrazza steht sogar eine Elizabeth-Taylor-Pasta (Spaghetti mit Soße von frischen Cocktailtomaten), ich bestelle aber lieber eine mit Pesto alla Genovese – eine Spezialität der Region. Dazu eine Seafood-Platte mit Sashimi, Kaisergranat und Oktopus. Ob ich noch ein Dessert möchte, fragt der Kellner. Wozu? In Ligurien scheint das Dolce Vita auch ohne dolce am süßesten zu sein.image4(1)image3(2)P1160034In Portofino bekommt man ziemlich alles – außer einen Strand. Für eine Abkühlung fährt man mit der Fähre zum Abtei von San Fruttuoso und badet mit Segen den ganzen Tag in der glasklaren Bucht direkt davor. P1160030P1150989P1150698Möchte man günstiger wohnen als in Portofino (und das möchte man meistens), mietet man sich am besten im benachbarten und nicht minder schönen Santa Margherita Ligure ein (9227 Einwohner und daher auch deutlich mehr Hotels). Nur zehn Minuten mit der Fähre entfernt und 15 Minuten mit dem Bus, gibt es hier sogar einen langen Stadtstrand – vor einer bonbonfarbenen Häuserkulisse.P1150892P1150857P1150921P1150901Die Fassaden sehen aus wie eine aufgeklebte Tapete und man bekommt selbst ohne Reservierung draußen noch einen Platz zum Abendessen. Meine Lieblingsadresse für Austern und frische Meeresfrüchte: Du Coq! Danach Spaghetti Vongole und einen eiskalten Vermentino. Und noch einen. Kostet ja nur halb so viel wie in Portofino.P1150756Und wenn man denkt, man war in Portofino schon in den schönsten Gärten spazieren: Il Giardino di Villa Durazzo ist für mich wirklich der beeindruckendste in ganz Ligurien. Von hier schaut man über die ganze Küste von Santa Margherita Ligure. Überall duftet es nach Rosen, kein Mensch stört die Ruhe und das einzige Geräusch, das man hört, ist das Plätschern der Schildkröten im Brunnen, die ständig amore machen. Hach!P1150787P1150809P1150817

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Zakynthos: Ins Blaue getroffen

Die Venezianer nannten Zakynthos „Fiore di Levante“, die Blume des Ostens. Zu Antiken Zeiten wurde die südliche ionische Insel vom Weingott Dionysos beschützt. So anmutig und romantisch das auch klingen mag, richtig berühmt machten die Insel erst ein paar Jungs, die nicht ordentlich Kippen schmuggeln konnten.

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Im Oktober 1980 strandete ihr illegal mit Zigaretten beladenes Schiff, von der Küstenwache verfolgt, in der ehemals „Agios Georgios“ genannten Bucht. Die Mannschaft konnte sich retten und das rostige Skelett des Schmugglerschiffes zieht seitdem Millionen von Touristen an den einzigartigen Strand, heute Navagio genannt (Schmugglerbucht). In den letzten Jahren kann sie sich vor Instagramern kaum retten.

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Steht man aber vor der Aussichtsplattform auf die Bucht, ist man erst einmal enttäuscht. Denn die muss man sich mit Reisebussen teilen und oft in der Schlange gähnen. Es sei denn, man stellt sich gar nicht erst für das Metallgerüst an, von dem man das Schiffswrack ohnehin nicht so gut sieht. Sondern läuft ein paar Meter weiter nach rechts über die holprigen Pfade (unbedingt feste Schuhe anziehen und nicht Flip Flops wie ich!).

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Von hier aus gibt es eine Exklusivaussicht für Schwindelfreie und die Erkenntnis: Jedes Instagram-Foto stimmt. Der Sand ist tatsächlich so strahlend weiß, das Meer tatsächlich so azurblau und die 200 Meter hohen Klippen tatsächlich so steil. Und das Wrack (übrigens nur per Boot zu erreichen) liegt wirklich so anmutig am schmalen Strandstreifen. Davor ist das Wasser noch helltürkis, hinter dem an einen Krokodil erinnernden Felsen aber schon tiefblau.

P1160142P1160397Am besten mietet man sich ein Auto, um Zakynthos zu erkunden. Denn das Schönste an Reisen ist bekanntlich immer das Anhalten. Die Natur einatmen und ein paar Zitronen und Kräuter für den abendlichen Drink auf der Terrasse stibitzen. P1160269image1(3)P1160218

Die beiden Spezialitäten von Zakynthos sind Auberginen Skordostoubi (rechts) mit scharfer Tomatensauce und viel Knoblauch (schmecken am besten im Restaurant Paradosiako, hier werden traditionelle Inselgerichte mit einem modernen Twist serviert) und der junge Verdea-Weißwein (die Insel hat über 60 Rebsorten). Auch die gefüllten Weinblätter kommen hier in einer leichten Joghurt-Minzsauce auf den Tisch – das mag ich.

P1160227Natürlich dürfen auch die Klassiker nicht fehlen: Gegrillter Fisch und griechischer Salat. Ich könnte es nicht nur jeden Tag essen, ich esse es auch jeden Tag.P1160636

Der ungewöhnlichste Strand von Zakynthos ist Limnionas Beach – ein kleiner, etwas versteckt gelegener natürlicher Hafen mit tiefem klaren Wasser, von Felsen umrahmt. Hier isst man an der Praia Beach Bar einen griechischen Salat mit gegrilltem Oktopus und macht es sich auf den Sonnenliegen gemütlich. Da sie nur in einer Reihe auf natürlichen Terrassen stehen, ist die Sicht aufs Wasser nie versperrt. In den vielen kleinen Höhlen kann man herrlich schnorcheln oder knutschen.

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Es gibt einen Ort auf der Insel, der zwar weniger bekannt ist als die Navaggio-Bucht, aber nicht minder spektakulär: Korakonisi, ein riesiger Fels im Meer mit einer Öffnung an der Seite. Den Ausblick hat man meistens für sich alleine, denn man muss den Wagen stehen lassen und etwa 15 Minuten einen Schotterweg zum Wasser herunterlaufen. Reisebusse halten hier also gar nicht erst an.

image5(1)In Griechenland teilt man alles: Selbst, wenn man auf der Insel allein am Tisch sitzt, gibt es immer jemanden, der vom bestellten Mezze (griechische Tapas wie Salat, Sardinen, Tzatziki, Fischrogenpaste) mitessen möchte. Ob mit zwei oder vier Beinen…image4(1)P1170036P1160989

Es gibt viele Bootsausflüge, die man auf Zakynthos machen kann – der beliebteste ist natürlich zum Schiffswrack. Ich mochte aber den Trip zu Marathonisi, auch Turtle Island genannt. Die Insel bietet nicht nur geschützte Nistgruben für die bedrohte Unechte Karettschildkröte, sondern hat mit viel Fantasie selbst die Form einer Schildkröte. Einfach die Schnorchelbrille einpacken, untertauchen und der schweren Dame (kann bis zu 110 Kilo wiegen) in die Augen schauen. Auf dieser Insel hat man wirklich ins Blaue getroffen.

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Flüge: mit Aegean (aegeanair.com) ab 300 Euro/hin und zurück z.B. von Berlin Tegel via Athen nach Zakynthos.

Übernachten: im Sentido Louis Plagos Beach (sentidohotels.de) mit drei Pools und Meerlage ab 90 Euro/p. P. im DZ (mit Verpflegung).

Mietwagen: Bei Euro Hire ab ca. 50 Euro/Tag (eurohire.net).

Bootstouren um die Insel und zum Schiffswrack ab 80 Euro/p.P. (www.luxuryislandevents.com)

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Südtirol: Gegessen wird auf der Piste

Zugegeben, ich bin wegen des Essens hier. Über das Skigebiet „Drei Zinnen Dolomiten“ wußte ich,  vor meinem Besuch recht wenig. Erst vor vier Jahren bekam es diesen Namen, als die Südtiroler Skiberge Rotwand und Helm verbunden wurden und nun gemeinsam über 110 Pistenkilomteter bieten. Was das Schönste an diesen 110 Pistenkilometern ist? Logisch: das Essen. Denn die südtiroler Küche vereint das Beste aus den österreichischen und italienischen Spezialitäten. Sie ist das, was ich gerne wäre: fein und bodenständig zugleich.image1(2)Der Weg zu den Hütten und ihren Speisekarten führt über die Pisten. Zu meiner Überraschung sind sie breit wie eine Autobahn und glatt präpariert wie eine Tortenglasur – trotz der über 300 Tage Sonne im Jahr. Bei der Sextner-Bergsonnenuhr wird je nach Uhrzeit ein anderer Gipfel angeleuchtet: der Neuner (2582 m), Zehner (Sextner Rotwand, 2965 m), Elfer (3092 m), Zwölfer (3094 m) oder Einser (2698 m). So sieht man beim Skifahren immer, wie spät es ist. Und nach eins ist eh Hüttenzeit.P1240184Erste Anlaufstelle: In der Lärchenhütte gibt es selbst gemachten Lärchenschnaps. Ich probiere einen, entscheide mich dann aber doch für einen leichteren Drink. Irgendwie muss ich ja noch zu der nächsten Hütte.P1240109Im Henn-Stoll, der nächsten Hütte, bestelle ich eine ordentliche Portion Südtiroler Speck. Was daran so besonders ist? Südtiroler Speck vereint wieder einmal das Beste aus Tiroler und italienischer Küche. Während man nördlich der Alpen den Schinken durch Räuchern haltbar macht und im südlichen Italien an der Luft trocknet, haben die Südtiroler beide Herstellungsverfahren kombiniert.image2(4)An der Rotwand sehe ich ein paar Rentiere über die Piste laufen. Hatte ich zu viel Hüttenzeit? Nein, die Tiere leben hier seit 15 Jahren und sind mittlerweile lokale Berühmtheiten. Der Südtiroler Christian Tschurtschenthaler brachte sie aus Finnland auf den norditalienischen Berg, gerade leben fünf Rentiere im großen Gehege neben der Piste. Tagsüber spazieren sie gemütlich in der Gegend herum und jeden Montag und Donnerstag verteilt Christian Rentierbonbons – dann darf sie jeder füttern.P1240102P1240095Die Jora-Hütte gilt als die Gourmet-Anlaufstelle des Skigebietes Drei Zinnen. Hier kreiert Chefkoch Markus Holzer frische Pasta mit Baumarkt-Zubehör: z. B. Ravioli mit Tapeziererpinsel, Farfalle mit der Kneifzange… Wer es tagsüber nicht auf die Hütte geschafft hat: Wöchentlich veranstaltet Markus Holzer einen „Pasta on the rocks“-Abend, an dem immer wechselnde hausgemachte Nudel-Gerichte serviert werden. Oder man holt einfach den Werkzeug-Kasten heraus und macht zu Hause ein paar Rezepte aus seinem Kochbuch nach.image1(2) KopieDen Gebirgsstock Drei Zinnen sieht man vom Skigebiet aus allerdings nur von hinten. Also erkundige ich mich nach dem besten Foto-Aussichtspunkt für die Schokoladenseite: dem Strudelkopf im Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Mit dem Bergführer Albuin starte ich eine etwa zweistündige Wanderung – mal durch meterhohen Schnee, mal durch steile vereiste Berghänge. Stets das perfekto Foto im Kopf…und die Knödel.P1230950Kein Mensch ist weit und breit und die steilen Zipfel der Dolomiten glitzern wie Kristalle in der Sonne.P1240018Als wir nach 2,5 Stunden auf dem Strudelkopf mit seiner Aussichtsplattform stehen, muss ich die Drei Zinnen erst einmal in Ruhe anstarren. Sie sind das Ideal einer Bergkette, haben sogar eine noch schönere Form als die Pasta vom Vorabend. 2009 wurden die Dolomiten zum Weltnaturerbe der Unesco ernannt. Zurecht!P1240082Nach weiteren zwei Stunden Rückweg war es das erste Essen meiner Südtirol-Reise, das ich mir wirklich verdient habe: das Knödeltris (jeweils ein Knödel mit Spinat, Käse und Roter Bete) mit Krautsalat in der Dürrensteinhütte. Perfekt für alle, die sich nicht entscheiden können.P1240398Wo übernachten? Mein Hotel (Romantikhotel Santer) lag in Toblach. Es hat einen 3000 Quadratmeter großen Wellnessbereich mit zwei Swimming-Pools, über zehn Saunen und sogar einem Heubett. Es ist mir also nicht immer leichtgefallen, das Hotel zu verlassen.P1240383Mit Betten über dem Ofen hielt man sich früher warm.image2(4)Auch die Saunen schweben im Romantikhotel Santer in luftigen Höhen.P1240422P1240445Von Toblauch aus kann man zum wunderschönen smaragdgrünen Toblacher See (Fotos oben) spazieren oder (wenn man zu viel gegessen hat) sich mit der Pferdekutsche hinbringen lassen. Oder man fährt etwa 20 Minuten mit dem Auto zu dem Pragser Wildsee, dem wohl fotogensten See der Alpen (Fotos unten), der im Winter zugefroren ist. Südtirol, du bist nicht nur auf dem Teller schön!P1240556image3(2) (1)

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Schlafen im Iglu: Wie heiß ist eine Nacht im Eis?

Ist eine Übernachtung im Eis bei minus 24 Grad Außentemperatur wirklich eine gute Idee ist? Wird sich meine Gesichtshaut für immer konservieren oder werden meine verbleibenden Gehirnzellen für immer abfrieren? Und werde ich überhaupt eine Auge zubekommen? Und wenn ja, verkleben sich dann meine Wimpern zu endlosen Eiszapfen?P1050275Fragen über Fragen, als ich mich mit Schneeschuhen und einem Rucksack ausgestattet durch den Schnee am Weissfluhjoch-Berg im Davoser Skigebiet Parsenn kämpfe. Das Iglu-Dorf Davos Klosters liegt eigentlich nur zehn Minuten von der Seilbahn-Station entfernt, trotzdem ist es kaum zu erkennen. P1050317Das Thermometer zeigt hier, auf 2620 Meter Höhe, minus 24 Grad – einer der kältesten Tage des Jahres.P1050288„Wir sind da“, sagt unser Guide Hanna. Erst jetzt sehe ich die Holzeingangstür im großen Schneeberg. Ich habe mir eine glatte Fläche mit runden Iglus darauf vorgestellt, stattdessen gleicht das Dorf einer unterirdischen Stadt. Die so zugeschneit wurde, dass man die gewölbte Form der Iglus da drin von außen gar nicht erst erkennt.P1050177P1050102Wir treten hinein in einen großen Raum – mit einer Eisbar, zwei knutschenden XXL-Giraffen aus Schnee und mit Fell bedeckten Sitzen. Hitze steigt mir in den Kopf. Ich ziehe erst einmal drei Schichten aus und bestelle einen Drink – auf Eis. Habe ich mich gerade noch über die Kälte beschwert? Die Temperatur im Iglu ist immer über null Grad. Egal, wie kalt es draußen ist. Schnee leitet Wärme schlecht, isoliert also gut. Nur mit ihrer eigenen Körperwärme und Öllampen gelingt es den Inuit in der Arktis sogar, im Iglu eine Temperatur von 15 Grad zu erreichen. P1050170Ein weiterer Iglu-Vorteil: Man braucht kein Eis für die Minibar.CaptioonIguDorfDas Iglu-Dorf Davos Klosters ist einer von sieben Standorten: Fünf werden jedes Jahr im Dezember in der Schweiz und zwei weitere außerhalb aufgebaut. Die Idee dafür kam 1995 dem Freerider Adrian Günter. Getrieben vom Ansporn, frühmorgens der erste auf der unberührten Piste zu sein, baute der heutige Geschäftsführer sein eigenes Iglu auf einem Berg in Scuol (im Schweizer Kanton Graubünden). Bald wollten immer mehr Leute aus dem Dorf und auch Touristen oben übernachten. Um mehr Iglus effizienter bauen zu können, entwickelt Adrian Günter 2001 eine neue Bauweise mit Ballonen (Luft rein, Schnee drüber, Luft raus), die kurz darauf patentiert wurde (Foto oben, Caption: Igludorf). Heute werden bis zu 3000 Tonnen Schnee für jedes Iglu-Dorf gebraucht. Die Wände sind so fest, dass selbst Sechs-Tonnen-Pistenbullys sie nicht zum Einstürzen bringen können.P1050030Unser Iglu-Dorf hat 14 Zimmer, wo bis zu 46 Gäste übernachten können. Jedes Zimmer ist anders verziert und über einen ringförmigen Gang miteinander verbunden. Vom Schlafsaal für mehrere Personen bis zu einem exklusiven Romantik-Iglu mit einem eigenen Whirlpool und sogar einer eigenen Toilette – alles dabei. Im tiefen Schnee ist die Definition von Romantik wohl etwas anders…P1050230 Geschlafen wird auf einem Podest aus Eis, darauf liegt ein Fell, darauf wiederum ein Expeditionsschlafsack. Hanna erklärt seine Funktion: „Der Schlafsack ist für Temperaturen bis minus 40 Grad ausgelegt. Je weniger man an hat, desto wärmer wird es.“ Bei diesem Satz wandern die Mundwinkel aller anwesenden Männer nach oben.P1050194P1050235Im Gemeinschaftsraum neben der Bar wird für alle ein großer Topf Käsefondue serviert. Als kein sonderlich großer Fondue-Fan lerne ich erst hier den tieferen Sinn dahinter kennen. Für ein verlorenes Stück Brot im Topf muss der Mann eine Runde Schnaps ausgeben und die Frau alle anwesenden Männer küssen. Wer braucht bei solchen Traditionen überhaupt noch einen Expeditionsschlafsack?P1050085Zum Üben wurde draußen ein Schneemann gebaut.CaptionIgluDorfNoch heißer wird es nur noch im Whirlpool unter freiem Himmel (Foto: Igludorf). Im 39 Grad heißem Wasser halte ich es gerade einmal drei Minuten aus, wahrscheinlich ist der Temperaturunterschied zu hoch. Als ich wieder an die frische Luft komme, dampfe ich noch minutenlang wie ein Eintopf meiner Oma. Dass eine Nacht im Eis so heiß werden kann – auch ohne das Brot im Käse zu verlieren – ich hätte es nicht gedacht!

Infos:

Anreise: Flüge von Tegel nach Zürich mit Swiss International Air Lines (swiss.com) ab 98 Euro/hin und zurück. Weiter mit der Bahn ca. 2,5 Std. (sbb.ch) nach Davos oder Klosters ab 50 Euro/Strecke. Übernachten im Iglu-Dorf (iglu-dorf.com): Eine Nacht im Gruppen-Iglu (inkl. Begrüßungsgetränk, Abendessen und Frühstück) kostet ab 129 Euro / p. P., eine Nacht im Romantik-Iglu 189 Euro /p. P. In Davos Klosters liegt das Iglu-Dorf auf dem Berg Weissfluhjoch (mit der Seilbahn erreichbar) und hat vom 25. Dezember bis 6. April geöffnet. Weitere Iglu-Standorte sind Gstaad, Schilthorn, Stockhorn, Zermatt (alles in der Schweiz), an der Zugspitze in Deutschland oder am Kühtai in Österreich. Allgemeine Infos: davos.ch, myswitzerland.com

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Kaffeesiederball Wien: Prinzessin für eine Nacht

Wie jedes kleine Mädchen träumte ich davon, mal von einer Pferdekutsche zum Ball abgeholt zu werden. Heute erstarrt mein Herz schon vor Freude, wenn der Bus in Berlin pünktlich kommt. Manche Träume gehen allerdings mit Verspätung in Erfüllung. Und so kam Anfang des Jahres gleich eine Einladung hereingeschneit (auch wenn nicht von zwei zwitschernden Vögelchen getragen) – zu einem echten Wiener Ball. P1030250 (1)Wien gilt seit mehr als 200 Jahren als die Hauptstadt aller Bälle. Alljährlich finden in der österreichischen Hauptstadt rund 450 Ballveranstaltungen statt. Wo werde ich also sonst zur Prinzessin, wenn nicht hier?P1030122Kleine Geschichtsstunde: Ihre erste Blüte erreichten die festlichen Ballabende beim Wiener Kongress 1814/15. Zahlreiche gekrönte Häupter und Politiker aus ganz Europa trafen sich in der Metropole des Habsburgerreiches, um nach dem Sturz Napoleons die Ländergrenzen neu festzulegen. Und mussten bei Laune gehalten werden. Immer, wenn jemand bei Laune gehalten muss, kommen tolle Erfindungen heraus.P1030233 (2) Heute reicht die Ballpalette von traditionell bis ausgefallen. Natürlich kennt jeder den Opernball. Dabei gibt es z.B. auch noch den Zuckerbäckerball, den Philharmonikerball, den Polizistenball und sogar den Hip-Hop-Ball, wo zum Kleid Turnschuhe kombiniert werden. Meine Einladung war für den 61. Kaffeesiederball in der Hofburg – und der ist bei den Wienern äußerst beliebt. Weil er so nett ist, festlich, aber dennoch nicht zu steif. Kein Medienevent, sondern eher was fürs Herz. Seit 1957 wird der Ball vom Klub der Kaffeehausbesitzer organisiert. Glücklicherweise, denn bekanntlich wird ja jede Prinzessin ohne Kaffee zur Hexe. Die Wiener Kaffeehaustradition zählt übrigens seit 2011 sogar zum Kulturerbe der Unesco! In Top-Adressen wie das Café Museum tranken schon Gustav Klimt, Peter Altenberg oder Adolf Loos ihre Melange. Weitere schöne Kaffeehäuser sind Café Central, Café Landtmann, Café Hawelka, Café Demel, Coffee Pirates.GetFileAttachment-4Während die Kaffeehäuser allerdings jeder Tourist aufsuchen kann, war mir nicht bekannt, dass es sich mit den Bällen ähnlich verhält. So schwer ist es also nicht, Prinzessin für eine Nacht zu werden. Eine Karte kostet zwischen 50 und 300 Euro (Flanierkarten für den Kaffeesiederball ca. 150 Euro). Die Damen brauchen ein langes Abendkleid, die Herren einen Frack oder zumindest einen Smoking. Beides kann man kurzfristig leihen. Und Walzer-Grundkenntnisse sind auch von Vorteil.GetFileAttachmentAm Morgen vor dem großen Tag mache ich an der Tanzschule Elmayer deshalb einen Walzer-Crashkurs (kann jeder buchen). 1919 wurde die Schule vom ehemaligen Rittmeister Willy Elmayer-Vestenbrugg gegründet, um auch dem einfachen Volk Walzer und Etikette beizubringen. Denn Ballbesuche waren lange Zeit nur Aristokraten vorbehalten. Ich lerne die Schritte schnell: Ein Bein nach hinten, das andere zur Seite, nachziehen – und das vom Enkel des berühmten Elmayers persönlich! In dieser Schneckengeschwindigkeit kein Problem, aber: Der Walzer gilt mit ungefähr 60 Takten pro Minute als der schnellste Tanz der Welt. Wir werden sehen, was später auf der Tanzfläche passiert.GetFileAttachment-8Danach steht das Aussuchen des Kleides auf dem Programm. Bei Vondru kann man Ballkleid und Frack leihen. Meins ist zu lang und zu breit (Yesss, und das nach Weihnachten!), es muss also gekürzt und angepasst werden. Ich gebe meine Hoteladresse an, das Kleid wird mir aufs Zimmer geliefert. Was für ein Service! Allerdings kann das Ausleihen bis zur Hälfte des Kaufpreises kosten (vor allem bei neuen Kleidern). Ich würde daher raten, auf jeden Fall auch ein eigenes langes Kleid mitzunehmen, falls nichts Passendes dabei ist. P1020755 (1)So viel Schönheitsstress macht hungrig. Meine Empfehlung für ein Snack zwischendurch: Die Schnittchen im Schwarzen Kamel. Wer sich nicht entscheiden kann, nimmt einfach alles. Sind ja genau deswegen so klein.P1030121Als ich zurück auf mein Zimmer im Park Hyatt Vienna komme, liegt mein Kleid auf meinem Bett. Das Hotel ist eine ehemalige Bank, und wirkt wahrlich kaiserlich. Sich dort für den Ball fertig zu machen, hatte schon eine besonders festliche Atmosphäre. P1020681 (1)P1030082 (1)Wie wunderschön ist bitte das Hotelrestaurant The Bank Brasserie & Bar? P1030106 (1)P1020675 (1)Ich vor dem Umstyling (immer mit Essen in der Hand).GetFileAttachment-7Ich nach dem Umstyling. Habe mir extra etwas Außergewöhnliches überlegt: Duckface-Selfie mit Peace-Zeichen. Zum Glück bin ich individuell.P1020763Vor dem Ball noch ein paar Drinks in der beeindruckenden Hotelbar – so klappt der Walzer später besser. P1030085P1030102P1030095Wichtiger Hinweis: Die meisten Bälle fangen spät an (gegen 21 Uhr) und gehen bis ganz früh am Morgen. Und es gibt dort nur wenig zu essen. Deshalb ist ein Pre-Ball-Dinner sehr wichtig. The Bank Brasserie & Bar im Park Hyatt Vienna ist eine super Adresse, außerdem das Hotel Sacher oder das Café Imperial.GetFileAttachment-2Halb neun abends war es so weit. Eine Kutsche wartete vor dem Hotel auf mich. Das ultimative Sisi-Gefühl! GetFileAttachment-1Trotzdem musste ich kurz nachrechnen: 5000 Gäste werden beim Kaffeesiederball erwartet. Es sind also mindestens 2500 andere Prinzessinnen da. Frechheit! Nach etwa zehn Minuten erreichten wir dann die machtvoll geschwungene Front der Hofburg, die ehemalige Residenz der Habsburger. Sisi mochte die Hofburg übrigens nicht sonderlich. Mir dagegen bleibt beim Anblick aber der Atem stocken.180118_Kaffeesiederball_0486Danke an Wien Tourismus und Rainer Fehringer für die schönen Kutschen-Aufnahmen!P1020810Nach den Kutschenfotos muss ich mich aber ziemlich beeilen und zum Festsaal durchkämpfen (das habe ich jahrelang in der U-Bahn geübt). Die anderen sind alle pünktlicher da. Können also keine echten Prinzessinnen sein. Nach ein paar Minuten beginnt der traditionelle Einzug der Debütanten: Junge Frauen in weißen Kleidern werden von ihren befrackten Partnern feierlich in den Saal geführt und tanzen zum Donauwalzer. Hach!P1020798180118_Kaffeesiederball_0677Foto: Wien Touristmus/Rainer FehringerP1020835Das Eröffnungszeremoniell endet immer mit dem Aufruf des Tanzmeisters: „Alles Walzer“. Jetzt sind alle auf die Tanzfläche eingeladen. Ich schaue mich um. An unserem Tisch stehen drei Taxitänzer – so heißen die jungen Herren, die extra dafür gebucht werden, um mit den Damen zu tanzen. Im 19. Jahrhundert hatte eine Dame noch eine Tanzkarte, in die sich die Herren eintrugen. Die fetten Jahre sind vorbei, heute sind die Damen in der Überzahl, tanzende Herren ein Mangel, Taxitänzer sollen aushelfen. Und noch so eine tolle Erfindung! Ach, ich mag die Wiener.180118_Kaffeesiederball_0792Mit meinem Taxitänzer Johannes (ich habe mir natürlich den coolsten ausgesucht) läuft der Walzer wie geschmiert, was weniger an meinem und deutlich mehr an seinem Talent lag. Irgendwann erreichten wir eine Wahnsinnsgeschwindigkeit. Da wurde mir klar, warum der Wiener Walzer jahrhundertelang verboten war. Er galt als zu anrüchig, zu viel Körperkontakt, außerdem vermittelt er ein Gefühl vom Fliegen – und jegliche Form von Rausch war pfui.GetFileAttachment-5Nach zwei Uhr, da haben alle Taxitänzer eigentlich Dienstschluss, fing der Spaß für uns erst richtig an. Die Kutschen sind längst zu Kürbissen geworden, jetzt gab eh nichts mehr zu verlieren. Also liefen Johannes und ich durch die Gänge der Hofburg (er nannte es „Flanieren“). Ein Stucksaal mit Lüstern reihte sich an den nächsten (es wird in anderen Sälen auch Jazz, Swing und Pop gespielt), dann wieder Gänge, Treppen, Aufzüge, Zimmerfluchten – ohne Johannes hätte ich mich längst verlaufen. Mittlerweile hatten meine Füße die Farbe meines Kleides angenommen. Der Preis des Prinzessinnendaseins …GetFileAttachment-6Ganz zum Schluss schlängelten wir und an Securties vorbei und tranken Zirbenschnaps aus dem Flachmann. Auch nicht so anders als in Berlin. Dann weihte mich Johannes in die Etikette neben der offiziellen ein: Am Ende des Balls nimmt jeder einen Schwung der üppigen Blumendeko mit und fährt in voller Montur in ein Kaffeehaus zur „Reparatur“ – so heißt die morgendliche Gulaschsuppe nach dem Ball. „Ohne etwas Schabernack warst du nicht auf einem Wiener Ball“, sagte er. Diese Etikette werde ich mir für immer merken!P1020954 (1)Was eine Prinzessin zwischen den Bällen macht? Natürlich ein bisschen Kultur und viel Stärkung. Erste Anlaufstelle war am nächsten Tag daher der berühmteste Kuss der Welt – von Gustav Klimt im Schloss Belvedere.GetFileAttachment-1 (1)Zweite Anlaufstelle ist das Leopold Museum mit der weltweit größten Sammlungen von Schiele-Werken (unten ein Selbstportrait des Künstlers). Gleich um die Ecke bekommt man im Glacis Beisl eines der besten Schitzel der Stadt. Kunst macht hungrig.GetFileAttachment-2 (1)GetFileAttachment-3P1030204 (1)P1030217Bei jedem Wien-Besuch kann ich mich an drei Spots nicht sattsehen: Dem Blick vom Stephansdom (auch wenn es über 300 Stufen hoch sind), dem Graben mit seiner leuchtenden barocken Dreifaltigkeitssäule (zugegeben, hier leuchten auch die Schaufenster besonders schön) und dem Jugendstil-Karlsplatz.P1030166P1030009 (1)Und noch mehr Essen: Hier kommen meine zwei Restaurantempfehlungen für den Abend: P1030059 (1)Das Skopik & Lohn im coolen Karmelitermarkt erinnert mit seinen Wänden zwar etwas an die Netflix-Serie Stranger Things. Das Essen ist aber ganz und gar nicht merkwürdig, sondern eher traditionell-kreativ. Ich hatte gebeizten Lachs mit Roter Rübe, Kren und Kumquat als Vorspeise und Seeteufel mit Kokos-Kardamom Beurre Blanc und Süßkartoffeln als Hauptgericht. Beides Top!P1030066 (1)GetFileAttachment-9P1020729Das Restaurant Motto am Fluss am Donaukanal ist eigentlich ein Schiff. Restaurantschiffe haben ja oft etwas Altbackenes an sich, aber das hier sieht eher aus wie ein stylisches Raumschiff mit einem grünen Daumen. Es ist perfekt für ein Date oder eine kleine Feier oder eben beides. Unbedingt probieren: Gebeizten Saibling mit Erbsen, Kohlrabi und Amalfi-Zitrone!P1020721 (1)P1020736 (1)Noch mehr Bubbles? Das Loft  in der 18. Etage vom Sofitel Vienna Stephansdom (Fotos unten) bietet eine tolle Aussicht auf Wien – mit einer Decke, die sich über der gesamten Stadt spiegelt. Oder waren es die Drinks? rooftopGetFileAttachment-10Vielen Dank an Wien Tourismus für die unvergessliche Reise!

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Zelten im Herzen vom Great Barrier Reef

Stellt euch vor, ihr geht in den Keller und steht mitten im größten Aquarium der Welt! Was sich nach Science Fiction oder ein bisschen zu viel Bier anhört, ist tatsächlich möglich. Und zwar auf einem 50 mal 15 Meter großen Ponton im Herzen des 350.000 Quadratkilometer großen Great Barrier Reefs im australischen Queensland. Die schwimmende Plattform hat ein verglastes Untergeschoss und sogar Zeltplätze auf dem Dach! P1190615P1190621P1190636Mit seinen 600 Inseln und 2900 einzelnen Riffen ist das Great Barrier Reef das größte lebende Organismus der Welt und ist sogar vom Mond aus zu sehen. Es bietet Lebensraum für mehr als 30 Wal- und Delfinarten, 1625 Fisch- und 560 Korallenarten und für sechs von sieben weltweit vorkommenden Meereschildkröten. P1190730Mit der Reefworld (die weiße Plattform auf dem oberen Bild) wurde erstmals eine Möglichkeit geschaffen, direkt auf dem Riff zu übernachten. Hier ist man dem größten Aquarium der Welt am nächsten.P1190643P1190647P1190738Betrieben wird die „Reefworld“ von der Firma Cruise Whitsundays und es gibt drei Wege, sie zu erreichen. Entweder man kommt per Katamaran, mit dem Helikopter oder bei schwachem Wind per Wasserflugzeug. Die Anreise per Luft lohnt sich allemal, denn so sieht man gleich zwei weitere Hammer-Sehenswürdigkeiten von Queensland. Die Reefword liegt nämlich ganz in der Nähe vom berühmten Herz-Riff und dem Whitehaven Beach (hier ein einzelner Post dazu), der mit seinem Quarzgehalt von fast 99 Prozent zu den weißesten Stränden der Welt zählt. Und so staunt man schon beim Anflug, in was für einer Kulisse man übernachten wird.P1190773Wir reisten mit einem Wasserflugzeug ab und wurden dann mit einem Schlauchboot abgeholt. Was für ein Kontrast!P1190794P1190833Ein wenig die Plattform und die Aussicht inspizieren…P1190804Tacos…ein paar Meeresfrüchte-Tacos verdrückenP1190815…den beeindruckenden Keller anschauenDSCN1916…und ab zum Tauchen!DSCN1993DSCN2008DSCN2079SchildkröteP1190846Wer nicht tauchen oder schnorcheln möchte, fährt mit dem U-Boot etwa eine Stunde lang durch das Riff.DSCN2099P1190884P1190934Wenn der Abend einbricht, wird es auf der Plattform am schönsten. Dann sind nämlich alle Tagesausflügler weg und man hat den Ponton und den Sonnenuntergang (fast) für sich alleine. Denn nur zwölf Leute dürfen hier über Nacht bleiben. Wer glaubt, die Übernachtung auf dem kleinen Deck wäre kulinarisch eher bescheiden, wird große Augen machen. Straußensteaks, Lobster, frisch gefangener Fisch… Und das alles mitten im großen weiten Blau beim glühenden Himmel serviert. Wer braucht da noch Kerzen!P1190947P1190953Gegrillt wird noch an Deck. Dessert (Cranberry-Muffins und Bananenkuchen) gibt’s dann im Keller bei den Fischen.P1190958DSCN2032Noch was: Um auf dem Ponton bleiben zu dürfen, muss man unterschreiben, dass man nicht schlafwandelt. IMG_4237Tadaaa: Das ist das Schlafzimmer. Übernachtet wird an Deck in Swags, traditionellen australischen Ein-Mann-Zelten. Sie haben ein Netz vor den Augen – ursprünglich, damit man die Gefahr in Form von wilden Tieren nicht kommen sieht. In dem Fall eignet sich das Netz aber perfekt dafür, beim Einschlafen die Sterne anzuschauen und beim Aufwachen den Sonnenaufgang.P1190998P1200011P1200019P1200033P1200029P1190718P1200057Am nächsten Morgen ist dann leider alles vorbei (wie so oft). Ich wurde vom Helikopter abgeholt und konnte den Piloten zum Glück noch mal dazu überreden, über das Herzriff zu fliegen.P1190617P1200067P1190686Danke an Tourism Queensland für diese unvergessliche Reise!

DubaiAufmacher

Dubai: Boxenstopp bei den Kamelen

In Berlin fahre ich meistens U7. In Dubai, dem Disneyland für Erwachsene, werden die Karten schnell neu gemischt. Und so stehen bei meiner Ankunft im Waldorf Astoria Dubai Palm Jumeirah direkt auf der Palme nicht einer, sondern gleich vier Lamborghinis in der Einfahrt. Ich werde sie alle schon am nächsten Morgen testen. Bye, U-Bahn!P1000305Dubai11Die exklusive Driving Experience bietet das Luxus-Hotel zusammen mit Lamborghini sonst nur seinen Stammkunden an. Ich darf ausnahmsweise mitmachen. Das Hotel hat gerade einen Award als das beste im Nahen Osten bekommen, der Lamborghini Huracán Performante wurde zum innovativsten Auto des Jahres gekürt. Preisgekrönt trifft auf preisgekrönt – das passt. Und besonders gut passt das zu Dubai.Dubai30Dubai25Dubai21Nach der Ankunft erst einmal ein bescheidenes Frühstück in der Presidential Suite, während mein Zimmer (unten) fertig gemacht wird. Gute Art, die Zeit herumzuschlagen.P1000039P1000511 (1)Oben: der große Pool für alle mit eingelassenen Rerstaurant-Inseln. Unten: der Erwachsenen Pool – mit Chillout-Beats und einer tollen Sonnenuntergangsaussicht. Hier sind keine Arschbomben erlaubt, aber damit kann ich leben.P1000232P1000275P1000278Am Abend habe ich zum ersten Mal Drei-Michelin-Sterne Küche probiert. Heinz Beck (gilt als Deutschlands bester Koch im Ausland) sorgt für “Contemporary Italian Cuisine” im Hotel-Restaurant Social. Und für ganz ungewöhnliche Geschmackserlebnisse von Gerichten, die zunächst nicht außergewöhnlich aussehen. Lobster Medallions auf Mandel-Creme war ein Mix aus typischem Hummer-Geschmack, aber mit nussig-süßlicher Note. Und die Fagottelli Carbonara sind auf der Zunge zersprungen wie überdimensionale Kaviar-Perlen.P1000063P1000284Dubai10Die Aussicht aus dem Zimmer: Palmenwedeln von The Palm, das berühmte Atlantis Hotel und die dicke Zitrone, die immer tiefer ins Meer rutschte. Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 29Am nächsten Morgen fuhr eine Lambo-Kolonne von Dubai in das Nachbarsemirat Ras Al Khaimah. In einem davon: ICH! Unter mir: 740 Pferdestärken, eine Beschleunigung von null auf hundert in 2,9 Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. Noch nicht einmal nach einem dreifachen Espresso und einer Staffel „Stranger Things“ bin ich sonst so wach. Jedes andere Auto verschwindet in Sekundenschnelle im Rückspiegel. Irgendwann schalte ich am Lenkrad von „Strada“ (Straße) auf „Sport“ um. Der Motor brummt noch lauter. Die „Corsa“-Taste (Rennen) darf ich nicht benutzen – das habe vorher hoch und heilig versprochen.Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 56Das nächste Abenteuer lässt nicht lange auf sich warten. „Vorsicht, ein Kamel auf der rechten Seite!“, ertönt die Stimme aus meinem Walkie-Talkie. Ich traue meinen Augen kaum: Ganz gemütlich spaziert der braune Wüstenbewohner über die Schnellstraße. Am Rand stehen weitere fünf. Ich schaue auf meinen Tacho: 200 km/h. Bremspedal!DubaiAufmacherSelbstverständlich steige ich für ein Foto aus. „Da fährt man schon mal einen Rennwagen und die einzigen Zuschauer sind die lahmen Kamele“, scherze ich mit Luca. Luca war früher Rennfahrer und fährt an diesem Tag meinem Spitzen-Sportflitzer vorweg. Er war auch derjenige, der auf die Gefahr durch Kamele hingewiesen hat. Und immer wieder Radarfallen per Walkie-Talkie durchgibt. Was für ein Service! Denn Höchstgeschwindigkeit ist eigentlich 120 km/h.Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 175Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 72Dubai20 „Unterschätze die Kamele nicht“, sagt Luca. „Sie können ganz schön schnell sein, bis zu 40 km/h. Kamelrennen sind für die Einheimischen gleichzusetzen mit Formel-1-Rennen bei uns. Auf Farmen werden die Renn-Superstars gezüchtet, sind bis zur einer Million wert!“ Da ist mein Lamborghini mit 335 000 Euro quasi ein Schnäppchen.Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 67Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 97Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 48Danke an Xavier Ansart / White Cube Studios für die tollen Aufnahmen von unserer Fahrt! Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 116Nach zwei Stunden erreichen wir das Wüsten-Emirat Ras Al Khaimah und das Schwesterhotel Waldorf Astoria Ras Al Khaimah. Unsere Lambos werden davor fotogen geparkt. P1000110P1000178Erst einmal gibt es Hummus – in acht Farben und Geschmacksrichtung. In den Emiraten muss man ja immer noch einen draufsetzen und ich finde es gut. Denn ich lieeebe Hummus.P1000139P1000136Die Hotelikone wirkt wie ein Arabischer Palast. Natürlich ist das Emirat noch nicht so entwickelt wie Dubai. Allerdings ist es stark im Kommen und viele schätzen es vor allem auch wegen der langen ruhigen Sandstrände.Dubai22P1000181Zum Abschied stehen Kamelwürstchen (sorry, Kumpels!), Gazellensteaks und Ofen-Auberghinen auf dem Tisch.P1000216Auf dem Weg zurück übertönt mein Herzklopfen immer noch den Motor. Am Ende bin ich einfach nur froh, den Wagen nicht geschrottet zu haben. So kann ich mir noch ganz lange ganz viele BVG-Fahrkarten leisten. Wieder zu Hause in Berlin, erscheint mir dieser Ausflug irgendwie surreal. In Dubai, der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), scheint aber alles möglich, alles so normal. Es gibt schon selbst fahrende Taxis hier – klar. Gerade werden die fliegenden entwickelt – was denn sonst!P1000366Dubai ist schlicht die Stadt der Superlative. Sie hält die meisten Rekorde in der Region: Über 100 Eintragungen in das Guinnessbuch der Rekorde sind es bereits. Mit mehr als 1,1 Mio. Quadratmetern ist die Dubai Mall das größte Einkaufszentrum der Welt. Mit AIN Dubai wird dieses Jahr das höchste Riesenrad der Welt eröffnen. XLine Dubai Marina ist die längste Stadt-Zipline weltweit. In der Dubai Mall befindet sich Candylicious, das größte Süßwarengeschäft der Welt. Und die Dubai Fountains sind das größte aufeinander abgestimmte Springbrunnensystem der Welt. Und natürlich steht in Dubai auch das höchste Gebäude der Welt, der 828 m hohe Burj Khalifa (Foto oben) – mit den meisten Etagen der Welt (160).Dubai4Atmosphere, auf der Ebene 122, ist das höchste Restaurant der Welt. Hier trinke ich einen Cocktail, aus dem so viel Nebel herauskommt, als wäre er tatsächlich aus den Wolken gegriffen.Dubai3P1000361Danach geht’s ins Karma Kafé (Fotos unten), ein Pan-Asia-Restaurant direkt mit der Aussicht auf die Fontäne. So müssen wir nicht, wie viele anderen, auf den Brücken ausharren und sehen die Show mindestens viermal während des Abendessens.Dubai2P1000427Dubai1Es gibt Miso Cod (mein Lieblingsfischgericht), Black Angus Beef Burger, sautierten Spargel und gebratenen Reis. Und natürlich Sushi als Vorspeise, das sofort weg war (deshalb kein Foto).P1000379P1000460P1000472Während man von der einen Seite vom Waldorf Astoria den Sonnenuntergang sieht, geht von der anderen die Sonne auf. Das höchste Gebäude der Welt sieht dann bloß wie eine Nadel zwischen der Skyline aus. Das segelförmige Hotel in der Mitte ist Burj al Arab (das erste Sieben-Sterne-Hotel der Welt). Verrückt, was Dubai seit der Entdeckung des Öls im Jahr 1966 alles auf die Beine gestellt hat! Davor war Perlenhandel die wichtigste Einnahmequelle – und der Grund, warum die dürre Gegend Jahrhundertelang überlebt hat.P1000508P1000495Dubai8Im Waldorf Astoria können Gäste bei der Arabian Pearl Experience (Kosten: 380 Euro) nach eigenen Muscheln tauchen und dürfen dann die gefundene Perle behalten. Die Trefferquote ist 1:5, denn es handelt sich um Zuchtperlen. Sogar ein Designer ist vor Ort, der dann daraus ein Schmuckstück kreiert – nach Wunsch auch einen Verlobungsring. Denn nur zum Juwelier gehen und einen kaufen? Das wäre in Dubai zu gewöhnlich.Dubai6Dubai5Cartier kam schon übrigens vor 100 Jahren nach Dubai, um Perlen zu kaufen. Bis zu 25-mal am Tag mussten Perlentaucher, damals ohne Ausrüstung, zum Meeresgrund – in der Hoffnung, reich zu werden. In tausend Muscheln fanden sie vielleicht eine Perle. Oben ist ein typischer Koffer, um Gewicht und Qualität der Perlen zu bestimmen.P1000312Zu der Pearl-Experience gibt es natürlich: Austern.P1000525 (1)P1000540P1000533An diesem Morgen muss ich schon wieder zum Flughafen. Und gehe nach dem Sonnenaufgang noch mal zum Wasser. Die ganze Palme leuchtet in der Morgenröte, kein Mensch ist am Strand. In diesen ruhigen Momenten wirkt Dubai wahrlich wie ein Märchen – auch ohne Motoren, ohne Michelin-Sterne, ohne Rekorde…P1000549P1000555Beim Rückflug schaue ich noch mal auf Burj Khalifa und die umliegenden Fontänen. Aus dem Flieger sieht selbst das höchste Gebäude der Welt winzig aus.