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Menorca: von wegen klein!

Erzählt man über Urlaub auf Menorca, erntet man mehr erstaunte Blicke als bei Berichten von der Südsee oder vom Amazonas. Ach, ja, diese Insel neben Mallorca – jeder wollte irgendwie schon mal hin, kaum einer hat es tatsächlich geschafft. Und so bleibt Menorca geradezu exotisch. Hier die besten Tipps für den ersten Besuch auf der Insel.

STRÄNDE/BUCHTENDCIM/100MEDIA/DJI_0325.JPGWer es tatsächlich mal hierhin schafft, wird feststellen: Menorca (bedeutet „Die Kleinere“) ist gar nicht klein. Rund 95.000 Menschen teilen sich die knapp 700 Quadratkilometer der Insel. Den Namen trägt sie nur im Vergleich zur großen Schwester Mallorca. Denn Menorca ist immerhin die zweitgrößte Insel der Balearen. Mit ihren 216 Kilometern Küstenlänge bietet sie sogar mehr Strände und Buchten als Mallorca und Ibiza zusammen! P1170242Der Norden ist von schroffen Klippen und rauem Wind geprägt und somit besonders bei Wind- und Kitesurfern beliebt. Das Wasser im Süden hat die meisten Blautöne der Balearen! Die bekannten Schönheiten sind Cala Turqueta, Cala de Macarella, Cala Mitjana oder Cales Coves, deutlich weniger überlaufen (da nur zu Fuß zugänglich) sind Cala Fustam und Cala de Trebalúger.BootBuchtenDCIM/100MEDIA/DJI_0334.JPGIMG_3729Möchte man all diese Buchten an einem Tag sehen, ist eine Bootstour perfekt. So muss man den Strand nicht teilen, sondern kann jederzeit in das irre-türkisblaue Wasser springen. Und an Bord wartet eine selbstgemachte Paella vom Angeber-Kapität („Ich habe viele Talente”).3d681ced-bc22-43e1-8f63-6e0e26c14727BESTE AUSSICHTIMG_3063 (1)Dass Menorca keine Mini-Verson von Mallorca ist, wird man spätestens am 358 Meter hohen Monte Toro in der Inselmitte feststellen, der höchsten Erhebung der Insel. Mit einem Franziskanerinnen-Kloster oben drauf.P1160998P1160994Von hier reicht der Blick über die gesamte Küste: Saftig grüne Hügel verschmelzen irgendwann mit dem endlosen Blau des Meeres. Dramatische Berge und Beton gibt es dagegen nicht. Schon Anfang der 1970er-Jahre wurde der Bau von Gebäuden verboten, die mehr als drei Stockwerke hoch sind. Außerdem steht die ganze Insel seit 1993 als Unesco-Biosphärenreservat unter Naturschutz. Und lässt sich auf dem 184 Kilometer langem Camí de Cavalls (Pferdeweg) komplett umwandern. Hört sich nach Wandergruppen, Vogelbeobachtern und Familien an? Falsch. Mit diesem Image hat sich Menorca lange die Party-Touristen vom Hals gehalten.IMG_3007 (1)AUSGEHENCova d’en Xoroi2IMG_3897Im Schatten der großen Schwester und deren Sünden schmeißt Menorca unbemerkt die coolere Fete. So findet die wohl spektakulärste Disco von ganz Balearen in der Cova d’en Xoroi statt. Die Höhle ist eingebettet in eine schroffe Steilwand und hat mehrere Kammern und Terrassen – alles in Weiß. Die Sonnenuntergänge hier sind einmalig. Die Schlangen übrigens auch. Unbedingt die Tickets vorher online reservieren. Und nachschauen, welche Band spielt.Cova d’en Xoroi KonzertIMG_2895Auch die Beachclubs „Isabella“ in Fornells, „Ivette“ in Cala Morell (Foto) oder „Francesca“ in Cala Galdana stehen denen von Ibiza in nichts nach. IMG_2901ESSEN/TRINKENIMG_3527Weingut Binifadet1„Bodegas Binifadet“  in Sant Lluis ist der größte der insgesamt neun Weingüter auf Menorca – mit einem Restaurant unter einer Weintrauben-Decke!
IMG_3600Aber es gibt nich nur Wein pur: Spezialität an der Bar sind Cocktails mit Wein, z.B. Margarita mit Rosé oder Grapefruit-Gin-Fizz mit Muskatwein.P1170211Und damit man irgendwann nicht vom Hocker zur Seite kippt, gibt es Tapas wie Patatas Bravas. Restaurant Es PortsDas bekannteste Gericht der Insel gibt es aber im Hafen von Fornells. Für den köstlichen Langusteneintopf Caldereta de Langosta segelt sogar Spaniens König Juan Carlos von Mallorca herbei. Und Wirt Ricardo holt sie für ihn aus dem Becken. Im Restaurant Es Ports gibt es dazu ein großes Lätzchen und einen Schalentierknacker. Einfach widerstandslos anziehen und genießen! Auch die Königsfamilie bleibt von diesem Outfit nicht verschont! Langusteintopf Caldereta de LangostaSTADTBUMMELHafen CiudatellaDie beiden größten Städte der Insel sind Mahon und Ciutadella. 1772 verlegten die Briten (zu dieser Zeit Inselherrscher) die Hauptstadt von Ciutadella nach Mahon (wegen des dortigen riesigen Naturhafens). Ciudatella ist aber deutlich schöner und spannender – hier ein paar Eindrücke.Hafen Ciudatella1P1170007 Den britischen Soldaten hat man nicht nur die heutige Ginkultur Menorcas zu verdanken, sondern auch den Umstand, dass damals aus dem wichtigsten Kloster des Landes in Ciutadella in einer Nacht ganze drei Nonnen geflohen sind. Heute möchte man aus Ciutadella gar nicht mehr freiwillig weg. Ciudatella Straßen 2Die Altstadt gleicht einer Pastellpalette: gelb, rosa, blau, gepaart mit den stets grün gestrichenen Fenstern. Angeblich sollen die Briten die grüne Farbe als Tarnung benutzt haben und sie blieb einfach über. Die Wände sind voll mit Streetart, in den Innenhöfen verstecken sich Paläste, Boutique Hotels und knutschende Pärchen. Plastikstühle sind in der ganzen Stadt verboten, überall stehen stoffbezogene Regiestühle. Ciudtaella StraßenIMG_3245IMG_3213Auf jeden Fall einmal durch die Bögen der Markthalle am Plaza de la Libertad schlendern und den inseltypischen Mahon-Käse und die Carnixulla-Wurst probieren. Wer ganz mutig ist, kauft sich Fisch oder Meeresfrüchte und lässt sie in einem der umliegenden Restaurants zubereiten. Denn so machen es die Einheimischen. Oder einfach ein paar Tapas auf die Hand schnappen! Tapas MarktMahon-Käse1P1170165P1170152Ein Traum in Weiß ist das verwunschene Künstlerdorf Binibèquer Vell im Südosten der Insel. Hier kann man locker einen halben Tag verbringen. Die schmalen weißen Gassen erinnern an das griechische Santorin.P1170164P1170157Angeblich ist kein Haus der Siedlung wie das andere – sorgfältig von dem Architekten Antoni Sintes entwickelt. Auch innen sind alle Räume unterschiedlich geschnitten. Am liebsten würde man überall klingeln und reinschauen, aber die Außenansicht tut es auch.IMG_3396SHOPPINGAbarcas SandalenAn jeder Ecke in Ciudatella kann man Abarcas shoppen (ca. 40 Euro): Ehemals Bauernschuhe, sind die Ledersandalen mit Autoreifen-Sohle heute weltbekannt. Und halten mehrere Sommer lang!IMG_3156Der schönste Interior-Laden von Menorca ist Ksar Living in Ciudatella in einem ehemaligen Stadtpalast. Man würde hier am liebsten alle Tische und Betten gleich heraustragen, aber zum Glück gibt es auch kleinen Krams (Lampen, Taschen, Vasen, Geschirr, Stoffe), der in den Koffer passt. Einziges Problem: Die eigene Wohnung wird nach dem Besuch hier ganz schön öde erscheinen.IMG_3147 IMG_3144 IMG_3138IMG_3141ÜBERNACHTENIMG_2885Menorca ist gesegnet mit tollen Boutique-Hotels, der Fluch der Hotelburgen ist an der Insel fast vorbeigezogen. Besonders idyllisch ist Hotel Rural Sant Ignasi (santignasi.com), eine Finca aus dem Jahr 1777.Hotel Rural Sant IgnasiP1170369Auch die Pfauen fühlen sich hier wohl, die vorzugsweise um den Pool und um die Frühstückstische spazieren gehen – auf der Suche nach Krümeln. Auf Wein sind die zum Glück nicht so scharf.P1170357P1160969ALLGEMEINE MENORCA-INFOS: Anreise: Easyjet (easyjet.com) fliegt direkt von Berlin Tegel in die Hauptstadt Mahon ab 29 Euro/Strecke. Oder man fliegt nach Palma (Mallorca) und fährt nach Alcúdia – von dort dauert die Überfahrt mit der Fähre nach Ciutadella 1,5 Std, ab 24 Euro/Ticket (balearia.com). Mietwagen: z. B. bei Arenal Rent a Car (arenalrentacar.com) ab 23 Euro/Tag. Alle Infos: www.illesbalears.travel/de/menorca

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Portofino: Süßer wird La Vita nicht mehr

Kaum ein Ort in Italien ist so sexy wie Portofino. Guy de Maupassant ankerte hier mit seiner Yacht „Bel Ami“ im Jahr 1889 und war sofort entzückt. Von Liza Minnelli über Frank Sinatra bis Truman Capote – in den 50er-Jahren kamen Weltstars, um zu feiern, zu entspannen und dann noch ausgiebiger zu feiern. Sie machten Portofino so berühmt, dass die Universal Studios in Florida das Fischerdorf Ende der 90er-Jahre nachbauten.image3(2) KopieAllerdings muss in der Originalversion der Luxus etwas näher zusammenrücken: Mit 401 Einwohnern und zwei Quadratkilometern Fläche ist Portofino die kleinste Gemeinde in der Metropolitanstadt Genua.image2(4) KopieEs gibt vier Wege, um Portofino (Region Ligurien) von der schönsten Seite zu sehen. Unbedingt dazu gehört ein Spaziergang durch die Piazzetta, direkt am Fuße der Bucht. Manche Yachten sind hier höher als die pastellfarbenen Häuser, Halstücher wehen im Wind und ich sehe im „Dolce & Gabbana“-Schaufenster, wie mir meine überteuerte Kugel Eis den Ellenbogen herunterläuft. Ciao, ciao, fünf Euro! P1160146image1(3) KopieVon der Piazzetta führt ein Weg zum Castello Brown, einer Festung aus dem 16. Jahrhundert. Hier gibt es den besten Überblick auf das schicke Fischerdorft und grimmige Museumsmitarbeiter, die schimpfen, wenn man die Festungswände hochklettert. Auch am Lieblingsort von Sophia Loren (ihre Bilder hängen im Festungsmuseum überall) wird Frauen nicht alles verziehen.P1160140Der dritte Weg ist vom Boot aus. Aristoteles Onassis kam immer mit seiner märchenhaften Yacht „Cris­tina“, be­gleitet von Wins­ton Churchill und von der Operndiva Maria Callas, mit der er eine Affäre hatte. Man kann aber auch ganz ohne Drama und nur für ein paar Euro anreisen: mit einer Fähre! Sie legt an der selben Stelle an wie die Onassis-Yacht und hat ebenfalls zwei Etagen.P1160166P1160185Der letzte Spot ist das Luxushotel Belmond Splendido. Man sieht die rosarote Anlage beim Hineinfahren in die Bucht. Der Weg hoch schlängelt sich durch üppige Gärten und schmale Treppen. Am besten am frühen Abend hingehen – dann ist man pünktlich zum Sundowner da.P1150942image2(4)Auch andere fanden es schon gut hier: Richard Burton und Elizabeth Taylor waren Stammgäste und genossen von hier den romantischsten Sonnenuntergang von ganz Portofino.image1(3)Auf der Karte von La Terrazza steht sogar eine Elizabeth-Taylor-Pasta (Spaghetti mit Soße von frischen Cocktailtomaten), ich bestelle aber lieber eine mit Pesto alla Genovese – eine Spezialität der Region. Dazu eine Seafood-Platte mit Sashimi, Kaisergranat und Oktopus. Ob ich noch ein Dessert möchte, fragt der Kellner. Wozu? In Ligurien scheint das Dolce Vita auch ohne dolce am süßesten zu sein.image4(1)image3(2)P1160034In Portofino bekommt man ziemlich alles – außer einen Strand. Für eine Abkühlung fährt man mit der Fähre zum Abtei von San Fruttuoso und badet mit Segen den ganzen Tag in der glasklaren Bucht direkt davor. P1160030P1150989P1150698Möchte man günstiger wohnen als in Portofino (und das möchte man meistens), mietet man sich am besten im benachbarten und nicht minder schönen Santa Margherita Ligure ein (9227 Einwohner und daher auch deutlich mehr Hotels). Nur zehn Minuten mit der Fähre entfernt und 15 Minuten mit dem Bus, gibt es hier sogar einen langen Stadtstrand – vor einer bonbonfarbenen Häuserkulisse.P1150892P1150857P1150921P1150901Die Fassaden sehen aus wie eine aufgeklebte Tapete und man bekommt selbst ohne Reservierung draußen noch einen Platz zum Abendessen. Meine Lieblingsadresse für Austern und frische Meeresfrüchte: Du Coq! Danach Spaghetti Vongole und einen eiskalten Vermentino. Und noch einen. Kostet ja nur halb so viel wie in Portofino.P1150756Und wenn man denkt, man war in Portofino schon in den schönsten Gärten spazieren: Il Giardino di Villa Durazzo ist für mich wirklich der beeindruckendste in ganz Ligurien. Von hier schaut man über die ganze Küste von Santa Margherita Ligure. Überall duftet es nach Rosen, kein Mensch stört die Ruhe und das einzige Geräusch, das man hört, ist das Plätschern der Schildkröten im Brunnen, die ständig amore machen. Hach!P1150787P1150809P1150817

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Zakynthos: Ins Blaue getroffen

Die Venezianer nannten Zakynthos „Fiore di Levante“, die Blume des Ostens. Zu Antiken Zeiten wurde die südliche ionische Insel vom Weingott Dionysos beschützt. So anmutig und romantisch das auch klingen mag, richtig berühmt machten die Insel erst ein paar Jungs, die nicht ordentlich Kippen schmuggeln konnten.

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Im Oktober 1980 strandete ihr illegal mit Zigaretten beladenes Schiff, von der Küstenwache verfolgt, in der ehemals „Agios Georgios“ genannten Bucht. Die Mannschaft konnte sich retten und das rostige Skelett des Schmugglerschiffes zieht seitdem Millionen von Touristen an den einzigartigen Strand, heute Navagio genannt (Schmugglerbucht). In den letzten Jahren kann sie sich vor Instagramern kaum retten.

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Steht man aber vor der Aussichtsplattform auf die Bucht, ist man erst einmal enttäuscht. Denn die muss man sich mit Reisebussen teilen und oft in der Schlange gähnen. Es sei denn, man stellt sich gar nicht erst für das Metallgerüst an, von dem man das Schiffswrack ohnehin nicht so gut sieht. Sondern läuft ein paar Meter weiter nach rechts über die holprigen Pfade (unbedingt feste Schuhe anziehen und nicht Flip Flops wie ich!).

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Von hier aus gibt es eine Exklusivaussicht für Schwindelfreie und die Erkenntnis: Jedes Instagram-Foto stimmt. Der Sand ist tatsächlich so strahlend weiß, das Meer tatsächlich so azurblau und die 200 Meter hohen Klippen tatsächlich so steil. Und das Wrack (übrigens nur per Boot zu erreichen) liegt wirklich so anmutig am schmalen Strandstreifen. Davor ist das Wasser noch helltürkis, hinter dem an einen Krokodil erinnernden Felsen aber schon tiefblau.

P1160142P1160397Am besten mietet man sich ein Auto, um Zakynthos zu erkunden. Denn das Schönste an Reisen ist bekanntlich immer das Anhalten. Die Natur einatmen und ein paar Zitronen und Kräuter für den abendlichen Drink auf der Terrasse stibitzen. P1160269image1(3)P1160218

Die beiden Spezialitäten von Zakynthos sind Auberginen Skordostoubi (rechts) mit scharfer Tomatensauce und viel Knoblauch (schmecken am besten im Restaurant Paradosiako, hier werden traditionelle Inselgerichte mit einem modernen Twist serviert) und der junge Verdea-Weißwein (die Insel hat über 60 Rebsorten). Auch die gefüllten Weinblätter kommen hier in einer leichten Joghurt-Minzsauce auf den Tisch – das mag ich.

P1160227Natürlich dürfen auch die Klassiker nicht fehlen: Gegrillter Fisch und griechischer Salat. Ich könnte es nicht nur jeden Tag essen, ich esse es auch jeden Tag.P1160636

Der ungewöhnlichste Strand von Zakynthos ist Limnionas Beach – ein kleiner, etwas versteckt gelegener natürlicher Hafen mit tiefem klaren Wasser, von Felsen umrahmt. Hier isst man an der Praia Beach Bar einen griechischen Salat mit gegrilltem Oktopus und macht es sich auf den Sonnenliegen gemütlich. Da sie nur in einer Reihe auf natürlichen Terrassen stehen, ist die Sicht aufs Wasser nie versperrt. In den vielen kleinen Höhlen kann man herrlich schnorcheln oder knutschen.

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Es gibt einen Ort auf der Insel, der zwar weniger bekannt ist als die Navaggio-Bucht, aber nicht minder spektakulär: Korakonisi, ein riesiger Fels im Meer mit einer Öffnung an der Seite. Den Ausblick hat man meistens für sich alleine, denn man muss den Wagen stehen lassen und etwa 15 Minuten einen Schotterweg zum Wasser herunterlaufen. Reisebusse halten hier also gar nicht erst an.

image5(1)In Griechenland teilt man alles: Selbst, wenn man auf der Insel allein am Tisch sitzt, gibt es immer jemanden, der vom bestellten Mezze (griechische Tapas wie Salat, Sardinen, Tzatziki, Fischrogenpaste) mitessen möchte. Ob mit zwei oder vier Beinen…image4(1)P1170036P1160989

Es gibt viele Bootsausflüge, die man auf Zakynthos machen kann – der beliebteste ist natürlich zum Schiffswrack. Ich mochte aber den Trip zu Marathonisi, auch Turtle Island genannt. Die Insel bietet nicht nur geschützte Nistgruben für die bedrohte Unechte Karettschildkröte, sondern hat mit viel Fantasie selbst die Form einer Schildkröte. Einfach die Schnorchelbrille einpacken, untertauchen und der schweren Dame (kann bis zu 110 Kilo wiegen) in die Augen schauen. Auf dieser Insel hat man wirklich ins Blaue getroffen.

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Flüge: mit Aegean (aegeanair.com) ab 300 Euro/hin und zurück z.B. von Berlin Tegel via Athen nach Zakynthos.

Übernachten: im Sentido Louis Plagos Beach (sentidohotels.de) mit drei Pools und Meerlage ab 90 Euro/p. P. im DZ (mit Verpflegung).

Mietwagen: Bei Euro Hire ab ca. 50 Euro/Tag (eurohire.net).

Bootstouren um die Insel und zum Schiffswrack ab 80 Euro/p.P. (www.luxuryislandevents.com)

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Südtirol: Gegessen wird auf der Piste

Zugegeben, ich bin wegen des Essens hier. Über das Skigebiet „Drei Zinnen Dolomiten“ wußte ich,  vor meinem Besuch recht wenig. Erst vor vier Jahren bekam es diesen Namen, als die Südtiroler Skiberge Rotwand und Helm verbunden wurden und nun gemeinsam über 110 Pistenkilomteter bieten. Was das Schönste an diesen 110 Pistenkilometern ist? Logisch: das Essen. Denn die südtiroler Küche vereint das Beste aus den österreichischen und italienischen Spezialitäten. Sie ist das, was ich gerne wäre: fein und bodenständig zugleich.image1(2)Der Weg zu den Hütten und ihren Speisekarten führt über die Pisten. Zu meiner Überraschung sind sie breit wie eine Autobahn und glatt präpariert wie eine Tortenglasur – trotz der über 300 Tage Sonne im Jahr. Bei der Sextner-Bergsonnenuhr wird je nach Uhrzeit ein anderer Gipfel angeleuchtet: der Neuner (2582 m), Zehner (Sextner Rotwand, 2965 m), Elfer (3092 m), Zwölfer (3094 m) oder Einser (2698 m). So sieht man beim Skifahren immer, wie spät es ist. Und nach eins ist eh Hüttenzeit.P1240184Erste Anlaufstelle: In der Lärchenhütte gibt es selbst gemachten Lärchenschnaps. Ich probiere einen, entscheide mich dann aber doch für einen leichteren Drink. Irgendwie muss ich ja noch zu der nächsten Hütte.P1240109Im Henn-Stoll, der nächsten Hütte, bestelle ich eine ordentliche Portion Südtiroler Speck. Was daran so besonders ist? Südtiroler Speck vereint wieder einmal das Beste aus Tiroler und italienischer Küche. Während man nördlich der Alpen den Schinken durch Räuchern haltbar macht und im südlichen Italien an der Luft trocknet, haben die Südtiroler beide Herstellungsverfahren kombiniert.image2(4)An der Rotwand sehe ich ein paar Rentiere über die Piste laufen. Hatte ich zu viel Hüttenzeit? Nein, die Tiere leben hier seit 15 Jahren und sind mittlerweile lokale Berühmtheiten. Der Südtiroler Christian Tschurtschenthaler brachte sie aus Finnland auf den norditalienischen Berg, gerade leben fünf Rentiere im großen Gehege neben der Piste. Tagsüber spazieren sie gemütlich in der Gegend herum und jeden Montag und Donnerstag verteilt Christian Rentierbonbons – dann darf sie jeder füttern.P1240102P1240095Die Jora-Hütte gilt als die Gourmet-Anlaufstelle des Skigebietes Drei Zinnen. Hier kreiert Chefkoch Markus Holzer frische Pasta mit Baumarkt-Zubehör: z. B. Ravioli mit Tapeziererpinsel, Farfalle mit der Kneifzange… Wer es tagsüber nicht auf die Hütte geschafft hat: Wöchentlich veranstaltet Markus Holzer einen „Pasta on the rocks“-Abend, an dem immer wechselnde hausgemachte Nudel-Gerichte serviert werden. Oder man holt einfach den Werkzeug-Kasten heraus und macht zu Hause ein paar Rezepte aus seinem Kochbuch nach.image1(2) KopieDen Gebirgsstock Drei Zinnen sieht man vom Skigebiet aus allerdings nur von hinten. Also erkundige ich mich nach dem besten Foto-Aussichtspunkt für die Schokoladenseite: dem Strudelkopf im Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Mit dem Bergführer Albuin starte ich eine etwa zweistündige Wanderung – mal durch meterhohen Schnee, mal durch steile vereiste Berghänge. Stets das perfekto Foto im Kopf…und die Knödel.P1230950Kein Mensch ist weit und breit und die steilen Zipfel der Dolomiten glitzern wie Kristalle in der Sonne.P1240018Als wir nach 2,5 Stunden auf dem Strudelkopf mit seiner Aussichtsplattform stehen, muss ich die Drei Zinnen erst einmal in Ruhe anstarren. Sie sind das Ideal einer Bergkette, haben sogar eine noch schönere Form als die Pasta vom Vorabend. 2009 wurden die Dolomiten zum Weltnaturerbe der Unesco ernannt. Zurecht!P1240082Nach weiteren zwei Stunden Rückweg war es das erste Essen meiner Südtirol-Reise, das ich mir wirklich verdient habe: das Knödeltris (jeweils ein Knödel mit Spinat, Käse und Roter Bete) mit Krautsalat in der Dürrensteinhütte. Perfekt für alle, die sich nicht entscheiden können.P1240398Wo übernachten? Mein Hotel (Romantikhotel Santer) lag in Toblach. Es hat einen 3000 Quadratmeter großen Wellnessbereich mit zwei Swimming-Pools, über zehn Saunen und sogar einem Heubett. Es ist mir also nicht immer leichtgefallen, das Hotel zu verlassen.P1240383Mit Betten über dem Ofen hielt man sich früher warm.image2(4)Auch die Saunen schweben im Romantikhotel Santer in luftigen Höhen.P1240422P1240445Von Toblauch aus kann man zum wunderschönen smaragdgrünen Toblacher See (Fotos oben) spazieren oder (wenn man zu viel gegessen hat) sich mit der Pferdekutsche hinbringen lassen. Oder man fährt etwa 20 Minuten mit dem Auto zu dem Pragser Wildsee, dem wohl fotogensten See der Alpen (Fotos unten), der im Winter zugefroren ist. Südtirol, du bist nicht nur auf dem Teller schön!P1240556image3(2) (1)

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Schlafen im Iglu: Wie heiß ist eine Nacht im Eis?

Ist eine Übernachtung im Eis bei minus 24 Grad Außentemperatur wirklich eine gute Idee ist? Wird sich meine Gesichtshaut für immer konservieren oder werden meine verbleibenden Gehirnzellen für immer abfrieren? Und werde ich überhaupt eine Auge zubekommen? Und wenn ja, verkleben sich dann meine Wimpern zu endlosen Eiszapfen?P1050275Fragen über Fragen, als ich mich mit Schneeschuhen und einem Rucksack ausgestattet durch den Schnee am Weissfluhjoch-Berg im Davoser Skigebiet Parsenn kämpfe. Das Iglu-Dorf Davos Klosters liegt eigentlich nur zehn Minuten von der Seilbahn-Station entfernt, trotzdem ist es kaum zu erkennen. P1050317Das Thermometer zeigt hier, auf 2620 Meter Höhe, minus 24 Grad – einer der kältesten Tage des Jahres.P1050288„Wir sind da“, sagt unser Guide Hanna. Erst jetzt sehe ich die Holzeingangstür im großen Schneeberg. Ich habe mir eine glatte Fläche mit runden Iglus darauf vorgestellt, stattdessen gleicht das Dorf einer unterirdischen Stadt. Die so zugeschneit wurde, dass man die gewölbte Form der Iglus da drin von außen gar nicht erst erkennt.P1050177P1050102Wir treten hinein in einen großen Raum – mit einer Eisbar, zwei knutschenden XXL-Giraffen aus Schnee und mit Fell bedeckten Sitzen. Hitze steigt mir in den Kopf. Ich ziehe erst einmal drei Schichten aus und bestelle einen Drink – auf Eis. Habe ich mich gerade noch über die Kälte beschwert? Die Temperatur im Iglu ist immer über null Grad. Egal, wie kalt es draußen ist. Schnee leitet Wärme schlecht, isoliert also gut. Nur mit ihrer eigenen Körperwärme und Öllampen gelingt es den Inuit in der Arktis sogar, im Iglu eine Temperatur von 15 Grad zu erreichen. P1050170Ein weiterer Iglu-Vorteil: Man braucht kein Eis für die Minibar.CaptioonIguDorfDas Iglu-Dorf Davos Klosters ist einer von sieben Standorten: Fünf werden jedes Jahr im Dezember in der Schweiz und zwei weitere außerhalb aufgebaut. Die Idee dafür kam 1995 dem Freerider Adrian Günter. Getrieben vom Ansporn, frühmorgens der erste auf der unberührten Piste zu sein, baute der heutige Geschäftsführer sein eigenes Iglu auf einem Berg in Scuol (im Schweizer Kanton Graubünden). Bald wollten immer mehr Leute aus dem Dorf und auch Touristen oben übernachten. Um mehr Iglus effizienter bauen zu können, entwickelt Adrian Günter 2001 eine neue Bauweise mit Ballonen (Luft rein, Schnee drüber, Luft raus), die kurz darauf patentiert wurde (Foto oben, Caption: Igludorf). Heute werden bis zu 3000 Tonnen Schnee für jedes Iglu-Dorf gebraucht. Die Wände sind so fest, dass selbst Sechs-Tonnen-Pistenbullys sie nicht zum Einstürzen bringen können.P1050030Unser Iglu-Dorf hat 14 Zimmer, wo bis zu 46 Gäste übernachten können. Jedes Zimmer ist anders verziert und über einen ringförmigen Gang miteinander verbunden. Vom Schlafsaal für mehrere Personen bis zu einem exklusiven Romantik-Iglu mit einem eigenen Whirlpool und sogar einer eigenen Toilette – alles dabei. Im tiefen Schnee ist die Definition von Romantik wohl etwas anders…P1050230 Geschlafen wird auf einem Podest aus Eis, darauf liegt ein Fell, darauf wiederum ein Expeditionsschlafsack. Hanna erklärt seine Funktion: „Der Schlafsack ist für Temperaturen bis minus 40 Grad ausgelegt. Je weniger man an hat, desto wärmer wird es.“ Bei diesem Satz wandern die Mundwinkel aller anwesenden Männer nach oben.P1050194P1050235Im Gemeinschaftsraum neben der Bar wird für alle ein großer Topf Käsefondue serviert. Als kein sonderlich großer Fondue-Fan lerne ich erst hier den tieferen Sinn dahinter kennen. Für ein verlorenes Stück Brot im Topf muss der Mann eine Runde Schnaps ausgeben und die Frau alle anwesenden Männer küssen. Wer braucht bei solchen Traditionen überhaupt noch einen Expeditionsschlafsack?P1050085Zum Üben wurde draußen ein Schneemann gebaut.CaptionIgluDorfNoch heißer wird es nur noch im Whirlpool unter freiem Himmel (Foto: Igludorf). Im 39 Grad heißem Wasser halte ich es gerade einmal drei Minuten aus, wahrscheinlich ist der Temperaturunterschied zu hoch. Als ich wieder an die frische Luft komme, dampfe ich noch minutenlang wie ein Eintopf meiner Oma. Dass eine Nacht im Eis so heiß werden kann – auch ohne das Brot im Käse zu verlieren – ich hätte es nicht gedacht!

Infos:

Anreise: Flüge von Tegel nach Zürich mit Swiss International Air Lines (swiss.com) ab 98 Euro/hin und zurück. Weiter mit der Bahn ca. 2,5 Std. (sbb.ch) nach Davos oder Klosters ab 50 Euro/Strecke. Übernachten im Iglu-Dorf (iglu-dorf.com): Eine Nacht im Gruppen-Iglu (inkl. Begrüßungsgetränk, Abendessen und Frühstück) kostet ab 129 Euro / p. P., eine Nacht im Romantik-Iglu 189 Euro /p. P. In Davos Klosters liegt das Iglu-Dorf auf dem Berg Weissfluhjoch (mit der Seilbahn erreichbar) und hat vom 25. Dezember bis 6. April geöffnet. Weitere Iglu-Standorte sind Gstaad, Schilthorn, Stockhorn, Zermatt (alles in der Schweiz), an der Zugspitze in Deutschland oder am Kühtai in Österreich. Allgemeine Infos: davos.ch, myswitzerland.com

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Kaffeesiederball Wien: Prinzessin für eine Nacht

Wie jedes kleine Mädchen träumte ich davon, mal von einer Pferdekutsche zum Ball abgeholt zu werden. Heute erstarrt mein Herz schon vor Freude, wenn der Bus in Berlin pünktlich kommt. Manche Träume gehen allerdings mit Verspätung in Erfüllung. Und so kam Anfang des Jahres gleich eine Einladung hereingeschneit (auch wenn nicht von zwei zwitschernden Vögelchen getragen) – zu einem echten Wiener Ball. P1030250 (1)Wien gilt seit mehr als 200 Jahren als die Hauptstadt aller Bälle. Alljährlich finden in der österreichischen Hauptstadt rund 450 Ballveranstaltungen statt. Wo werde ich also sonst zur Prinzessin, wenn nicht hier?P1030122Kleine Geschichtsstunde: Ihre erste Blüte erreichten die festlichen Ballabende beim Wiener Kongress 1814/15. Zahlreiche gekrönte Häupter und Politiker aus ganz Europa trafen sich in der Metropole des Habsburgerreiches, um nach dem Sturz Napoleons die Ländergrenzen neu festzulegen. Und mussten bei Laune gehalten werden. Immer, wenn jemand bei Laune gehalten muss, kommen tolle Erfindungen heraus.P1030233 (2) Heute reicht die Ballpalette von traditionell bis ausgefallen. Natürlich kennt jeder den Opernball. Dabei gibt es z.B. auch noch den Zuckerbäckerball, den Philharmonikerball, den Polizistenball und sogar den Hip-Hop-Ball, wo zum Kleid Turnschuhe kombiniert werden. Meine Einladung war für den 61. Kaffeesiederball in der Hofburg – und der ist bei den Wienern äußerst beliebt. Weil er so nett ist, festlich, aber dennoch nicht zu steif. Kein Medienevent, sondern eher was fürs Herz. Seit 1957 wird der Ball vom Klub der Kaffeehausbesitzer organisiert. Glücklicherweise, denn bekanntlich wird ja jede Prinzessin ohne Kaffee zur Hexe. Die Wiener Kaffeehaustradition zählt übrigens seit 2011 sogar zum Kulturerbe der Unesco! In Top-Adressen wie das Café Museum tranken schon Gustav Klimt, Peter Altenberg oder Adolf Loos ihre Melange. Weitere schöne Kaffeehäuser sind Café Central, Café Landtmann, Café Hawelka, Café Demel, Coffee Pirates.GetFileAttachment-4Während die Kaffeehäuser allerdings jeder Tourist aufsuchen kann, war mir nicht bekannt, dass es sich mit den Bällen ähnlich verhält. So schwer ist es also nicht, Prinzessin für eine Nacht zu werden. Eine Karte kostet zwischen 50 und 300 Euro (Flanierkarten für den Kaffeesiederball ca. 150 Euro). Die Damen brauchen ein langes Abendkleid, die Herren einen Frack oder zumindest einen Smoking. Beides kann man kurzfristig leihen. Und Walzer-Grundkenntnisse sind auch von Vorteil.GetFileAttachmentAm Morgen vor dem großen Tag mache ich an der Tanzschule Elmayer deshalb einen Walzer-Crashkurs (kann jeder buchen). 1919 wurde die Schule vom ehemaligen Rittmeister Willy Elmayer-Vestenbrugg gegründet, um auch dem einfachen Volk Walzer und Etikette beizubringen. Denn Ballbesuche waren lange Zeit nur Aristokraten vorbehalten. Ich lerne die Schritte schnell: Ein Bein nach hinten, das andere zur Seite, nachziehen – und das vom Enkel des berühmten Elmayers persönlich! In dieser Schneckengeschwindigkeit kein Problem, aber: Der Walzer gilt mit ungefähr 60 Takten pro Minute als der schnellste Tanz der Welt. Wir werden sehen, was später auf der Tanzfläche passiert.GetFileAttachment-8Danach steht das Aussuchen des Kleides auf dem Programm. Bei Vondru kann man Ballkleid und Frack leihen. Meins ist zu lang und zu breit (Yesss, und das nach Weihnachten!), es muss also gekürzt und angepasst werden. Ich gebe meine Hoteladresse an, das Kleid wird mir aufs Zimmer geliefert. Was für ein Service! Allerdings kann das Ausleihen bis zur Hälfte des Kaufpreises kosten (vor allem bei neuen Kleidern). Ich würde daher raten, auf jeden Fall auch ein eigenes langes Kleid mitzunehmen, falls nichts Passendes dabei ist. P1020755 (1)So viel Schönheitsstress macht hungrig. Meine Empfehlung für ein Snack zwischendurch: Die Schnittchen im Schwarzen Kamel. Wer sich nicht entscheiden kann, nimmt einfach alles. Sind ja genau deswegen so klein.P1030121Als ich zurück auf mein Zimmer im Park Hyatt Vienna komme, liegt mein Kleid auf meinem Bett. Das Hotel ist eine ehemalige Bank, und wirkt wahrlich kaiserlich. Sich dort für den Ball fertig zu machen, hatte schon eine besonders festliche Atmosphäre. P1020681 (1)P1030082 (1)Wie wunderschön ist bitte das Hotelrestaurant The Bank Brasserie & Bar? P1030106 (1)P1020675 (1)Ich vor dem Umstyling (immer mit Essen in der Hand).GetFileAttachment-7Ich nach dem Umstyling. Habe mir extra etwas Außergewöhnliches überlegt: Duckface-Selfie mit Peace-Zeichen. Zum Glück bin ich individuell.P1020763Vor dem Ball noch ein paar Drinks in der beeindruckenden Hotelbar – so klappt der Walzer später besser. P1030085P1030102P1030095Wichtiger Hinweis: Die meisten Bälle fangen spät an (gegen 21 Uhr) und gehen bis ganz früh am Morgen. Und es gibt dort nur wenig zu essen. Deshalb ist ein Pre-Ball-Dinner sehr wichtig. The Bank Brasserie & Bar im Park Hyatt Vienna ist eine super Adresse, außerdem das Hotel Sacher oder das Café Imperial.GetFileAttachment-2Halb neun abends war es so weit. Eine Kutsche wartete vor dem Hotel auf mich. Das ultimative Sisi-Gefühl! GetFileAttachment-1Trotzdem musste ich kurz nachrechnen: 5000 Gäste werden beim Kaffeesiederball erwartet. Es sind also mindestens 2500 andere Prinzessinnen da. Frechheit! Nach etwa zehn Minuten erreichten wir dann die machtvoll geschwungene Front der Hofburg, die ehemalige Residenz der Habsburger. Sisi mochte die Hofburg übrigens nicht sonderlich. Mir dagegen bleibt beim Anblick aber der Atem stocken.180118_Kaffeesiederball_0486Danke an Wien Tourismus und Rainer Fehringer für die schönen Kutschen-Aufnahmen!P1020810Nach den Kutschenfotos muss ich mich aber ziemlich beeilen und zum Festsaal durchkämpfen (das habe ich jahrelang in der U-Bahn geübt). Die anderen sind alle pünktlicher da. Können also keine echten Prinzessinnen sein. Nach ein paar Minuten beginnt der traditionelle Einzug der Debütanten: Junge Frauen in weißen Kleidern werden von ihren befrackten Partnern feierlich in den Saal geführt und tanzen zum Donauwalzer. Hach!P1020798180118_Kaffeesiederball_0677Foto: Wien Touristmus/Rainer FehringerP1020835Das Eröffnungszeremoniell endet immer mit dem Aufruf des Tanzmeisters: „Alles Walzer“. Jetzt sind alle auf die Tanzfläche eingeladen. Ich schaue mich um. An unserem Tisch stehen drei Taxitänzer – so heißen die jungen Herren, die extra dafür gebucht werden, um mit den Damen zu tanzen. Im 19. Jahrhundert hatte eine Dame noch eine Tanzkarte, in die sich die Herren eintrugen. Die fetten Jahre sind vorbei, heute sind die Damen in der Überzahl, tanzende Herren ein Mangel, Taxitänzer sollen aushelfen. Und noch so eine tolle Erfindung! Ach, ich mag die Wiener.180118_Kaffeesiederball_0792Mit meinem Taxitänzer Johannes (ich habe mir natürlich den coolsten ausgesucht) läuft der Walzer wie geschmiert, was weniger an meinem und deutlich mehr an seinem Talent lag. Irgendwann erreichten wir eine Wahnsinnsgeschwindigkeit. Da wurde mir klar, warum der Wiener Walzer jahrhundertelang verboten war. Er galt als zu anrüchig, zu viel Körperkontakt, außerdem vermittelt er ein Gefühl vom Fliegen – und jegliche Form von Rausch war pfui.GetFileAttachment-5Nach zwei Uhr, da haben alle Taxitänzer eigentlich Dienstschluss, fing der Spaß für uns erst richtig an. Die Kutschen sind längst zu Kürbissen geworden, jetzt gab eh nichts mehr zu verlieren. Also liefen Johannes und ich durch die Gänge der Hofburg (er nannte es „Flanieren“). Ein Stucksaal mit Lüstern reihte sich an den nächsten (es wird in anderen Sälen auch Jazz, Swing und Pop gespielt), dann wieder Gänge, Treppen, Aufzüge, Zimmerfluchten – ohne Johannes hätte ich mich längst verlaufen. Mittlerweile hatten meine Füße die Farbe meines Kleides angenommen. Der Preis des Prinzessinnendaseins …GetFileAttachment-6Ganz zum Schluss schlängelten wir und an Securties vorbei und tranken Zirbenschnaps aus dem Flachmann. Auch nicht so anders als in Berlin. Dann weihte mich Johannes in die Etikette neben der offiziellen ein: Am Ende des Balls nimmt jeder einen Schwung der üppigen Blumendeko mit und fährt in voller Montur in ein Kaffeehaus zur „Reparatur“ – so heißt die morgendliche Gulaschsuppe nach dem Ball. „Ohne etwas Schabernack warst du nicht auf einem Wiener Ball“, sagte er. Diese Etikette werde ich mir für immer merken!P1020954 (1)Was eine Prinzessin zwischen den Bällen macht? Natürlich ein bisschen Kultur und viel Stärkung. Erste Anlaufstelle war am nächsten Tag daher der berühmteste Kuss der Welt – von Gustav Klimt im Schloss Belvedere.GetFileAttachment-1 (1)Zweite Anlaufstelle ist das Leopold Museum mit der weltweit größten Sammlungen von Schiele-Werken (unten ein Selbstportrait des Künstlers). Gleich um die Ecke bekommt man im Glacis Beisl eines der besten Schitzel der Stadt. Kunst macht hungrig.GetFileAttachment-2 (1)GetFileAttachment-3P1030204 (1)P1030217Bei jedem Wien-Besuch kann ich mich an drei Spots nicht sattsehen: Dem Blick vom Stephansdom (auch wenn es über 300 Stufen hoch sind), dem Graben mit seiner leuchtenden barocken Dreifaltigkeitssäule (zugegeben, hier leuchten auch die Schaufenster besonders schön) und dem Jugendstil-Karlsplatz.P1030166P1030009 (1)Und noch mehr Essen: Hier kommen meine zwei Restaurantempfehlungen für den Abend: P1030059 (1)Das Skopik & Lohn im coolen Karmelitermarkt erinnert mit seinen Wänden zwar etwas an die Netflix-Serie Stranger Things. Das Essen ist aber ganz und gar nicht merkwürdig, sondern eher traditionell-kreativ. Ich hatte gebeizten Lachs mit Roter Rübe, Kren und Kumquat als Vorspeise und Seeteufel mit Kokos-Kardamom Beurre Blanc und Süßkartoffeln als Hauptgericht. Beides Top!P1030066 (1)GetFileAttachment-9P1020729Das Restaurant Motto am Fluss am Donaukanal ist eigentlich ein Schiff. Restaurantschiffe haben ja oft etwas Altbackenes an sich, aber das hier sieht eher aus wie ein stylisches Raumschiff mit einem grünen Daumen. Es ist perfekt für ein Date oder eine kleine Feier oder eben beides. Unbedingt probieren: Gebeizten Saibling mit Erbsen, Kohlrabi und Amalfi-Zitrone!P1020721 (1)P1020736 (1)Noch mehr Bubbles? Das Loft  in der 18. Etage vom Sofitel Vienna Stephansdom (Fotos unten) bietet eine tolle Aussicht auf Wien – mit einer Decke, die sich über der gesamten Stadt spiegelt. Oder waren es die Drinks? rooftopGetFileAttachment-10Vielen Dank an Wien Tourismus für die unvergessliche Reise!

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Zelten im Herzen vom Great Barrier Reef

Stellt euch vor, ihr geht in den Keller und steht mitten im größten Aquarium der Welt! Was sich nach Science Fiction oder ein bisschen zu viel Bier anhört, ist tatsächlich möglich. Und zwar auf einem 50 mal 15 Meter großen Ponton im Herzen des 350.000 Quadratkilometer großen Great Barrier Reefs im australischen Queensland. Die schwimmende Plattform hat ein verglastes Untergeschoss und sogar Zeltplätze auf dem Dach! P1190615P1190621P1190636Mit seinen 600 Inseln und 2900 einzelnen Riffen ist das Great Barrier Reef das größte lebende Organismus der Welt und ist sogar vom Mond aus zu sehen. Es bietet Lebensraum für mehr als 30 Wal- und Delfinarten, 1625 Fisch- und 560 Korallenarten und für sechs von sieben weltweit vorkommenden Meereschildkröten. P1190730Mit der Reefworld (die weiße Plattform auf dem oberen Bild) wurde erstmals eine Möglichkeit geschaffen, direkt auf dem Riff zu übernachten. Hier ist man dem größten Aquarium der Welt am nächsten.P1190643P1190647P1190738Betrieben wird die „Reefworld“ von der Firma Cruise Whitsundays und es gibt drei Wege, sie zu erreichen. Entweder man kommt per Katamaran, mit dem Helikopter oder bei schwachem Wind per Wasserflugzeug. Die Anreise per Luft lohnt sich allemal, denn so sieht man gleich zwei weitere Hammer-Sehenswürdigkeiten von Queensland. Die Reefword liegt nämlich ganz in der Nähe vom berühmten Herz-Riff und dem Whitehaven Beach (hier ein einzelner Post dazu), der mit seinem Quarzgehalt von fast 99 Prozent zu den weißesten Stränden der Welt zählt. Und so staunt man schon beim Anflug, in was für einer Kulisse man übernachten wird.P1190773Wir reisten mit einem Wasserflugzeug ab und wurden dann mit einem Schlauchboot abgeholt. Was für ein Kontrast!P1190794P1190833Ein wenig die Plattform und die Aussicht inspizieren…P1190804Tacos…ein paar Meeresfrüchte-Tacos verdrückenP1190815…den beeindruckenden Keller anschauenDSCN1916…und ab zum Tauchen!DSCN1993DSCN2008DSCN2079SchildkröteP1190846Wer nicht tauchen oder schnorcheln möchte, fährt mit dem U-Boot etwa eine Stunde lang durch das Riff.DSCN2099P1190884P1190934Wenn der Abend einbricht, wird es auf der Plattform am schönsten. Dann sind nämlich alle Tagesausflügler weg und man hat den Ponton und den Sonnenuntergang (fast) für sich alleine. Denn nur zwölf Leute dürfen hier über Nacht bleiben. Wer glaubt, die Übernachtung auf dem kleinen Deck wäre kulinarisch eher bescheiden, wird große Augen machen. Straußensteaks, Lobster, frisch gefangener Fisch… Und das alles mitten im großen weiten Blau beim glühenden Himmel serviert. Wer braucht da noch Kerzen!P1190947P1190953Gegrillt wird noch an Deck. Dessert (Cranberry-Muffins und Bananenkuchen) gibt’s dann im Keller bei den Fischen.P1190958DSCN2032Noch was: Um auf dem Ponton bleiben zu dürfen, muss man unterschreiben, dass man nicht schlafwandelt. IMG_4237Tadaaa: Das ist das Schlafzimmer. Übernachtet wird an Deck in Swags, traditionellen australischen Ein-Mann-Zelten. Sie haben ein Netz vor den Augen – ursprünglich, damit man die Gefahr in Form von wilden Tieren nicht kommen sieht. In dem Fall eignet sich das Netz aber perfekt dafür, beim Einschlafen die Sterne anzuschauen und beim Aufwachen den Sonnenaufgang.P1190998P1200011P1200019P1200033P1200029P1190718P1200057Am nächsten Morgen ist dann leider alles vorbei (wie so oft). Ich wurde vom Helikopter abgeholt und konnte den Piloten zum Glück noch mal dazu überreden, über das Herzriff zu fliegen.P1190617P1200067P1190686Danke an Tourism Queensland für diese unvergessliche Reise!

DubaiAufmacher

Dubai: Boxenstopp bei den Kamelen

In Berlin fahre ich meistens U7. In Dubai, dem Disneyland für Erwachsene, werden die Karten schnell neu gemischt. Und so stehen bei meiner Ankunft im Waldorf Astoria Dubai Palm Jumeirah direkt auf der Palme nicht einer, sondern gleich vier Lamborghinis in der Einfahrt. Ich werde sie alle schon am nächsten Morgen testen. Bye, U-Bahn!P1000305Dubai11Die exklusive Driving Experience bietet das Luxus-Hotel zusammen mit Lamborghini sonst nur seinen Stammkunden an. Ich darf ausnahmsweise mitmachen. Das Hotel hat gerade einen Award als das beste im Nahen Osten bekommen, der Lamborghini Huracán Performante wurde zum innovativsten Auto des Jahres gekürt. Preisgekrönt trifft auf preisgekrönt – das passt. Und besonders gut passt das zu Dubai.Dubai30Dubai25Dubai21Nach der Ankunft erst einmal ein bescheidenes Frühstück in der Presidential Suite, während mein Zimmer (unten) fertig gemacht wird. Gute Art, die Zeit herumzuschlagen.P1000039P1000511 (1)Oben: der große Pool für alle mit eingelassenen Rerstaurant-Inseln. Unten: der Erwachsenen Pool – mit Chillout-Beats und einer tollen Sonnenuntergangsaussicht. Hier sind keine Arschbomben erlaubt, aber damit kann ich leben.P1000232P1000275P1000278Am Abend habe ich zum ersten Mal Drei-Michelin-Sterne Küche probiert. Heinz Beck (gilt als Deutschlands bester Koch im Ausland) sorgt für “Contemporary Italian Cuisine” im Hotel-Restaurant Social. Und für ganz ungewöhnliche Geschmackserlebnisse von Gerichten, die zunächst nicht außergewöhnlich aussehen. Lobster Medallions auf Mandel-Creme war ein Mix aus typischem Hummer-Geschmack, aber mit nussig-süßlicher Note. Und die Fagottelli Carbonara sind auf der Zunge zersprungen wie überdimensionale Kaviar-Perlen.P1000063P1000284Dubai10Die Aussicht aus dem Zimmer: Palmenwedeln von The Palm, das berühmte Atlantis Hotel und die dicke Zitrone, die immer tiefer ins Meer rutschte. Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 29Am nächsten Morgen fuhr eine Lambo-Kolonne von Dubai in das Nachbarsemirat Ras Al Khaimah. In einem davon: ICH! Unter mir: 740 Pferdestärken, eine Beschleunigung von null auf hundert in 2,9 Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. Noch nicht einmal nach einem dreifachen Espresso und einer Staffel „Stranger Things“ bin ich sonst so wach. Jedes andere Auto verschwindet in Sekundenschnelle im Rückspiegel. Irgendwann schalte ich am Lenkrad von „Strada“ (Straße) auf „Sport“ um. Der Motor brummt noch lauter. Die „Corsa“-Taste (Rennen) darf ich nicht benutzen – das habe vorher hoch und heilig versprochen.Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 56Das nächste Abenteuer lässt nicht lange auf sich warten. „Vorsicht, ein Kamel auf der rechten Seite!“, ertönt die Stimme aus meinem Walkie-Talkie. Ich traue meinen Augen kaum: Ganz gemütlich spaziert der braune Wüstenbewohner über die Schnellstraße. Am Rand stehen weitere fünf. Ich schaue auf meinen Tacho: 200 km/h. Bremspedal!DubaiAufmacherSelbstverständlich steige ich für ein Foto aus. „Da fährt man schon mal einen Rennwagen und die einzigen Zuschauer sind die lahmen Kamele“, scherze ich mit Luca. Luca war früher Rennfahrer und fährt an diesem Tag meinem Spitzen-Sportflitzer vorweg. Er war auch derjenige, der auf die Gefahr durch Kamele hingewiesen hat. Und immer wieder Radarfallen per Walkie-Talkie durchgibt. Was für ein Service! Denn Höchstgeschwindigkeit ist eigentlich 120 km/h.Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 175Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 72Dubai20 „Unterschätze die Kamele nicht“, sagt Luca. „Sie können ganz schön schnell sein, bis zu 40 km/h. Kamelrennen sind für die Einheimischen gleichzusetzen mit Formel-1-Rennen bei uns. Auf Farmen werden die Renn-Superstars gezüchtet, sind bis zur einer Million wert!“ Da ist mein Lamborghini mit 335 000 Euro quasi ein Schnäppchen.Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 67Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 97Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 48Danke an Xavier Ansart / White Cube Studios für die tollen Aufnahmen von unserer Fahrt! Waldorf Astoria - Lamborghini - Press Event Dubai 2017 - 116Nach zwei Stunden erreichen wir das Wüsten-Emirat Ras Al Khaimah und das Schwesterhotel Waldorf Astoria Ras Al Khaimah. Unsere Lambos werden davor fotogen geparkt. P1000110P1000178Erst einmal gibt es Hummus – in acht Farben und Geschmacksrichtung. In den Emiraten muss man ja immer noch einen draufsetzen und ich finde es gut. Denn ich lieeebe Hummus.P1000139P1000136Die Hotelikone wirkt wie ein Arabischer Palast. Natürlich ist das Emirat noch nicht so entwickelt wie Dubai. Allerdings ist es stark im Kommen und viele schätzen es vor allem auch wegen der langen ruhigen Sandstrände.Dubai22P1000181Zum Abschied stehen Kamelwürstchen (sorry, Kumpels!), Gazellensteaks und Ofen-Auberghinen auf dem Tisch.P1000216Auf dem Weg zurück übertönt mein Herzklopfen immer noch den Motor. Am Ende bin ich einfach nur froh, den Wagen nicht geschrottet zu haben. So kann ich mir noch ganz lange ganz viele BVG-Fahrkarten leisten. Wieder zu Hause in Berlin, erscheint mir dieser Ausflug irgendwie surreal. In Dubai, der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), scheint aber alles möglich, alles so normal. Es gibt schon selbst fahrende Taxis hier – klar. Gerade werden die fliegenden entwickelt – was denn sonst!P1000366Dubai ist schlicht die Stadt der Superlative. Sie hält die meisten Rekorde in der Region: Über 100 Eintragungen in das Guinnessbuch der Rekorde sind es bereits. Mit mehr als 1,1 Mio. Quadratmetern ist die Dubai Mall das größte Einkaufszentrum der Welt. Mit AIN Dubai wird dieses Jahr das höchste Riesenrad der Welt eröffnen. XLine Dubai Marina ist die längste Stadt-Zipline weltweit. In der Dubai Mall befindet sich Candylicious, das größte Süßwarengeschäft der Welt. Und die Dubai Fountains sind das größte aufeinander abgestimmte Springbrunnensystem der Welt. Und natürlich steht in Dubai auch das höchste Gebäude der Welt, der 828 m hohe Burj Khalifa (Foto oben) – mit den meisten Etagen der Welt (160).Dubai4Atmosphere, auf der Ebene 122, ist das höchste Restaurant der Welt. Hier trinke ich einen Cocktail, aus dem so viel Nebel herauskommt, als wäre er tatsächlich aus den Wolken gegriffen.Dubai3P1000361Danach geht’s ins Karma Kafé (Fotos unten), ein Pan-Asia-Restaurant direkt mit der Aussicht auf die Fontäne. So müssen wir nicht, wie viele anderen, auf den Brücken ausharren und sehen die Show mindestens viermal während des Abendessens.Dubai2P1000427Dubai1Es gibt Miso Cod (mein Lieblingsfischgericht), Black Angus Beef Burger, sautierten Spargel und gebratenen Reis. Und natürlich Sushi als Vorspeise, das sofort weg war (deshalb kein Foto).P1000379P1000460P1000472Während man von der einen Seite vom Waldorf Astoria den Sonnenuntergang sieht, geht von der anderen die Sonne auf. Das höchste Gebäude der Welt sieht dann bloß wie eine Nadel zwischen der Skyline aus. Das segelförmige Hotel in der Mitte ist Burj al Arab (das erste Sieben-Sterne-Hotel der Welt). Verrückt, was Dubai seit der Entdeckung des Öls im Jahr 1966 alles auf die Beine gestellt hat! Davor war Perlenhandel die wichtigste Einnahmequelle – und der Grund, warum die dürre Gegend Jahrhundertelang überlebt hat.P1000508P1000495Dubai8Im Waldorf Astoria können Gäste bei der Arabian Pearl Experience (Kosten: 380 Euro) nach eigenen Muscheln tauchen und dürfen dann die gefundene Perle behalten. Die Trefferquote ist 1:5, denn es handelt sich um Zuchtperlen. Sogar ein Designer ist vor Ort, der dann daraus ein Schmuckstück kreiert – nach Wunsch auch einen Verlobungsring. Denn nur zum Juwelier gehen und einen kaufen? Das wäre in Dubai zu gewöhnlich.Dubai6Dubai5Cartier kam schon übrigens vor 100 Jahren nach Dubai, um Perlen zu kaufen. Bis zu 25-mal am Tag mussten Perlentaucher, damals ohne Ausrüstung, zum Meeresgrund – in der Hoffnung, reich zu werden. In tausend Muscheln fanden sie vielleicht eine Perle. Oben ist ein typischer Koffer, um Gewicht und Qualität der Perlen zu bestimmen.P1000312Zu der Pearl-Experience gibt es natürlich: Austern.P1000525 (1)P1000540P1000533An diesem Morgen muss ich schon wieder zum Flughafen. Und gehe nach dem Sonnenaufgang noch mal zum Wasser. Die ganze Palme leuchtet in der Morgenröte, kein Mensch ist am Strand. In diesen ruhigen Momenten wirkt Dubai wahrlich wie ein Märchen – auch ohne Motoren, ohne Michelin-Sterne, ohne Rekorde…P1000549P1000555Beim Rückflug schaue ich noch mal auf Burj Khalifa und die umliegenden Fontänen. Aus dem Flieger sieht selbst das höchste Gebäude der Welt winzig aus.

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Wunderbares Sansibar

Kaum ein Reiseziel weckt so viele Sehnsüchte und Abenteuerlust wie Sansibar. Das ist doch der Ort, wo Sinbad der Seefahrer vor Anker gegangen ist! Und wo man als nichtsahnender, semilangweiliger Tourist beim Strandspaziergang einen Flaschenpost mit Schatzkarte findet und kurz darauf in See sticht – mit einem Affen auf der Schulter und einer Flasche selbst gebranntem Kokosnussschnaps!P2170250P2180073 P2170850P2170828Offenbar nicht ganz… Während eines langes Spaziergangs gleich am ersten Sansibar-Tag, finde ich weder eine Flaschenpost noch einen Affen, sondern hauptsächlich Kokosnüsse. Die mir dann im Pool meiner Veranda mit Blick auf den Indischen Ozean besonders gut schmecken. Auch schön. Und mein ganz persönliches Abenteuer, das ahne ich am Morgen noch nicht, wird an diesem Tag nicht lange auf sich warten lassen.P2170252P2170798P2170833image33Kurz zur Einordnung: Sansibar (bestehend aus den beiden Nachbarinseln Unguja und Pemba) gehört zwar zur Republik Tansania, agiert jedoch halb autonom. Man wählt hier einen eigenen Präsidenten und schafft eigene Gesetze. 99 Prozent der Bevölkerung sind hier muslimisch (auf dem Festland nur 35 Prozent). Außerdem gehört Sansibar, anders als das Festland, zur Swahili-Kultur.P2170207image4Die meisten Touristen kommen im Anschluss an eine Tansania-Safari hierher oder schätzen Sansibar als exotischere und ursprüngliche Alternative zu den anderen Inseln im Indischen Ozean (wie den Malediven oder Mauritius). Und die Resorts sind hier tatsächlich sehr darum bemüht, die einheimische Kultur zu integrieren – wie das Boutique-Hotel Essque Zalu Zanzibar, direkt am Indischen Ozean an der nordöstlichen Küste der Hauptinsel Unguja gelegen. Hier bleibe ich auch vier Tage. Safari ist ein andermal dran.P2170858P2170861 In der ganzen Anlage spürt man den Afrika-Geist: Das Haupthaus sowie die 40 Suiten und acht Villen haben traditionelle Makuti-Dächer aus getrockneten Palmblättern, bei der Innengestaltung wurden afrikanische Stoffe verwendet. Und im Spa wird ein einzigartiges Maasai-Ritual durchgeführt – draußen, in typischen Zelten, begleitet von den Klängen der ostafrikanischen Volksgruppe Maasai (Fotos oben). Auch toll: Auf der Speisekarte der Restaurants stehen viele einheimische Gerichte. Alles andere wäre auch eine Verschwendung. Nichts gegen Steaks und Club Sandwiches, aber Sansibar gilt als DIE Gewürzinsel. Am liebsten würde ich zu Hause gleich das alles weiteressen. Und das geht sogar.P2170183Im resorteigenen Mosha-Kochstudio mit der größten Gewürzsammlung der Welt (über 500 Fläschchen) buche ich einen Kochkurs. Hier ist es also: Mein ganz persönliches Sansibar-Abenteuer. Denn es birgt deutlich mehr Gefahren in sich als eine Seereise nach einem Flaschenpost-Fund. Kochlehrerin Rose lächelt zwar immer nett, erkennt bei mir aber gleich einen höheren Betreuungsaufwand.image2P2170193Und Tadaa, in nur einer Stunde ist unser selbstgekochtes Sansibar-Menü fertig. Alle haben es überlebt, trotz meiner Beteiligung. Mein Lieblingsgericht war mit Abstand das Oktopus-Curry (links unten). Am Ende des Post schreibe ich Euch das Rezept dafür auf. Wirklich einfach nachzukochen (wenn ich das schon sage!).image44Ich musste mich allerdings nach dem anstrengenden Schnippeln etwas länger ausruhen…P2170977P2170287Abends gab es dann im Market Kitchen Restaurant die “Seafood Feast”-Platte und Ingwer-Limetten-Cocktails. Dieses Mal hatte ich nichts damit zu tun. Das wäre auch zu viel Adrenalin für einen Tag…P2170273Verantwortlich für die Gewürzexplosion auf Sansibar sind übrigens die Omaner, die einst Nelken, Muskatnuss und Zimt importierten und sie dann zum größten Exportschlager machten. Der Sultan verlegte 1840 sogar seine Hauptstadt von Muskat nach Sansibar, nachdem zuvor, im Jahr 1811, der zentrale Sklavenmarkt für Ostafrika gegründet wurde – das dunkelste Kapitel der Sansibar-Geschichte. P2170392P2170408Die Gewinne aus Gewürzexporten und Sklavenhandel machten aus der Altstadt, die bis dahin nur aus Hütten bestand, das prachtvolle Stone Town mit den wohl eindrucksvollsten Holztüren der Welt. Der Sultan ließ an der Uferpromenade auch das damals modernste Gebäude Ostafrikas errichten, mit Strom und einem elektrischen Fahrstuhl. Das House of Wonders ist noch heute ein Touristenmagnet, genauso wie das Geburtshaus von Freddie Mercury, der hier am 5. September 1946 unter dem Namen Farrokh Bulsara auf die Welt kam. image21P2170398Ansonsten: Einfach durch die Gässchen laufen, die Kunst und die Türen bewundern und unbedingt in einem der vielen kunstvoll verzierten Dachterrassen einen Kaffee trinken.image22P2170366P2170450image23P2170428P2170299Ohne einen Gewürzfarm-Besuch war man nicht auf Sansibar. Denn obwohl man viele der Gewürze in getrockneter Form kennt, ist man dann doch überrascht zu sehen, wie sie wachsen. Der Nelkenbaum hat z.B. rote Früchte, Ingwerblätter sehen aus wie Bambus, Sternfrucht wächst aus kleinen pinken Blumen, Vanillepflanzen schlängeln sich den Baum hoch und Zimt ist eigentlich eine Baumrinde. Irgendwann rieche ich – ähnlich wie nach einer Stunde Douglas-Besuch in der Vorweihnachtszeit – gar nichts mehr.P2170312P2170306Am meisten überrascht hat mich allerdings die Muskatnuss. Sie wächst in einer Frucht, die von außen wie eine Aprikose aussieht.P2170597image3Mein Frühstück jeden Tag: Bohnen mit Kokosmilch und Samosa im Market Kitchen Restaurant. Dafür gab es leider keinen Kochkurs. Also musste ich zu Hause wieder auf Wurststullen umsteigen.P2180082Am letzten Tag meiner Reise habe ich mich mit Nachdruck geweigert, einen bestimmten Ort im Essque Zalu zu verlassen: und zwar den hoteleigenen Holzsteg, der 200 Meter in den türkisfarbenen Ozean hineinragt. Die Plattform ist der einzige Ort auf ganz Sansibar, von dem aus man sowohl den Sonnenauf- als auch den Sonnenuntergang beobachten kann. Warum sollte man daher weg?image25P2170611P2170641image32P2170665P2170737P2170731Am Ende des Stegs befindet sich das Jetty-Restaurant, Liegen und… P2170698P2170732P2170716… natürlich eine Bar vor der wohl schönsten Kulisse überhaupt.P2170733image43P2170781Eine Treppe am Ende des Stegs führt direkt zum Unterwasserparadies des Indischen Ozeans hinunter. Besonders schön wird es während der Ebbe, wenn das Meer den Blick auf den Meeresboden freilegt und der Kellner den Blick auf den Flaschenboden.P2170794P2170909Sieht man auf Sansibar überall: die traditionellen Holz-Segelschiffe, die Daus.P2170813P2180016Am Abend habe ich meinen Lieblingsort dann doch für eine Stunde verlassen – um mit einem Dau in das Nachtlila zu segeln. Dann aber schnell wieder zurück zu meinem geliebten Steg. image45Denn es gab Cocktails (der linke heißt “Pornstar Martini”, sehr zu empfehlen)… P2180029P2170518image51…und Sushi und Sashimi, das auf einem Boot direkt aus dem frischen Fisch herausgeschnitten wurde. Wellenrauschen dazu. Ganz schön wunderbar, dieses Sansibar! Auch wenn Sinbad nie aufgetaucht ist.image53Und das braucht Ihr für das Oktopus-Curry: 200 g gekochten Oktopus (etwa 30 min kochen, bis das Fleisch weich wird), 1 EL gehackte Zwiebeln, 1 EL gehackten Knoblauch, 1 EL Curry-Pulver, 1/2 TL Kurkuma (gemahlen), 4 EL gewürfelte Tomaten, 250 ml Kokosmilch, 2 EL Öl, Salz, Pfeffer. So geht’s: Zwiebeln und Knoblauch in Öl andünsten, Gewürze hinzufügen und weiter kurz zusammen andünsten. Tomaten, Oktopus-Stückchen und Kokosmilch dazugeben, bei schwacher Hitze 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken!

Hier ein paar nützliche Infos für die Sansibar-Reise:

Flug: Mit Ethiopian Airlines nach Sansibar ab 743 Euro/hin und zurück. Einreise: Ein Visum kann bei der Ankunft am Flughafen erworben werden (50 US-Dollar). Gelbfieber-Impfung ist vorgeschrieben. Auf keinen Fall den Impfpass vergessen, sonst kommt man nicht rein. Zeitverschiebung: Während der Winterzeit plus zwei, während der Sommerzeit plus eine Stunde. Währung: 1 Euro = 2652 Tansania-Schilling. Übernachten: Boutique-Hotel Essque Zalu Zanzibar ab 180 Euro p. P. inkl. Halbpension. Reisezeit: Es gibt eine kleine Regenzeit von November bis Dezember und eine große von März bis Mai. Die Wassertemperaturen fallen nie unter 25 Grad.

Calafate

Patagonien: Ab in den Schnee-Süden

“Da brechen sie ein Stück vom Gletscher ab und tun es in dein Whisky-Glas, während du über knackendes Eis läufst.” Ich weiß nicht, ob es diese einprägende Schilderung einer Freundin war oder einfach mal die Lust, einen etwas anderen Urlaub zu machen, die mich nach Patagonien trieb. Im deutschen Hochsommer und im tiefsten argentinischen Winter. So weit in den Süden, dass es schon wieder kalt wurde.P2040468 P2040518 “Willkommen am Ende der Welt”, steht auf einem Hinweisschild am Flughafen von Calafate, als wir aus dem Flugzeug steigen. Auf der Karte ist er knapp über dem südlichsten Zipfel Argentiniens mit dickem roten Punkt markiert. Welthauptstadt der Gletscher nennt man diesen im Laufe der letzten zehn Jahre von rund 6400 auf 20 000 Einwohner angewachsenen Touristenort am Lago Argentino im Süden Patagoniens.P2040522 Hauptgrund für den Boom war der Bau des Flughafens. Er ermöglichte einen viel schnelleren Zugang zu den berühmten Gletschern der Region, sie heißen Upsala, Perito Moreno und Spegazzini. “Minus elf heute”, sagt der Pilot, während er mit seiner dicken Winterjacke an uns vorbeigeht. Für manchen mag diese Bemerkung das Ende der Welt bedeuten. Nicht für meine beste Freundin Caro und mich – wir sind stolz, in diesem Sommer nicht an einem überfüllten europäischen Strand zu liegen. Nein, wir bezwingen den Gletscher, gefährliche Tiere und trinken dabei Whisky – so kalt wie noch nie. P2060685P2060225“Welche Whisky-Tour?”, fragt uns der Mann an der Rezeption. “Ah, die Gletscherwanderung? Nee, die gibt’s gerade nicht. Der Gletscher ist gesperrt, ist zu viel Schnee gefallen.” Schweigen. “Und gefährliche Tiere?”, haken wir nach. “Na ja, es gibt viele Hunde. Und ihr könnt reiten gehen …” Frustriert ziehen Caro und ich in unser Häuschen und gehen zum Lago Argentino spazieren…P2040643P2040681P2040702…um zu sehen, dass alles halb so schlimm. Der verschneite See wirkt wie aus einem Märchen gefallen. Die weißen Wolken hängen unter den mit Schnee bedeckten Bergzipfeln und über den mindestens genauso weißen Pferden, pinke Flamingos steigen vom Eisspiegel des größten Sees des Landes hoch. P1020392P1020403P1020433P2060224Und als wir zurück zum Hotel kommen (mit einer Flasche argentinischen Rotwein im Gepäck, versteht sich), warten schon unsere Hunde auf uns. Die wir dann trotz Verbote der Rezeptionisten mit ins Bett nehmen. Wir haben ja nicht umsonst unser eigenes Häuschen gebucht. Wir waren übrigens im Hotel Blanca Patagonia Hostería Boutique Hotel y Cabañas – zwar nicht besonders zentral, aber günstig und mit tollem Blick.P2060240P1020472Um halb sieben klingelt am nächsten Morgen der Wecker. Man kann zwar nicht auf den Gletscher, aber zumindest direkt davor. Unsere Tour (ca. 60 Euro von allen Hotels buchbar) startet bald, es ist noch ganz dunkel. Ich versuche, meinen Fuß in die von Oma gestrickte Wollsocke zu quetschen, um dann, noch auf einem Bein springend, den Skianzug von der Heizung zu holen. Wessen Idee war das das eigentlich mit Patagonien im Sommer? Wir checken noch neidisch ein paar Bikini-Badeseefotos unserer Freunde aus Deutschland, dann fahren wir los.P1020732Nach über einer Stunde Fahrt von Calafate erreichen wir den 80 Kilometer entfernten Nationalpark Los Glaciares. Zunächst fahren wir mit einem Schiff an den Gletscher ziemlich nah heran. Das war der erste Gletscher, den ich je gesehen. Diese Erfahrung war sogar schöner als meine erste Pizza.P1020742P1020767P1020948P1020946P1030134Halbe Stunde später sind wir runter vom Boot. Und nach weiteren 20 Minuten Autofahrt stehen Caro und ich endlich vor dem Perito Moreno, dem wohl berühmtesten Gletscher der Welt. Von der Unesco 1981 als Teil des Nationalparks zum Weltnaturerbe erklärt, zwängt er sich auf über 30 Kilometern Länge durch die Schluchten der Anden.CalafateSeine Zipfel erinnern an eine sehr sehr große Baiser-Torte. Die Gletscherfront ist eine siebzig Meter hohe, unfassbare Eiswand, die in den Lago Argentino ragt. Wir stehen ameisenklein auf der Aussichtsplattform und sind für einige Minuten einfach nur sprachlos.P1030117P2050088Immer wieder ertönt etwas, das wie ein Schuss klingt, wir ducken uns aus Reflex. Dann sehen wir, wie ein Riesenblock Eis in das türkisfarbene Wasser stürzt. Perito Moreno ist ein Naturwunder, denn während fast überall auf der Welt die Gletscher schmelzen, wird dieser hier nicht kleiner. Er bewegt sich immer nur so viel nach vorne und bricht so viel ab, wie er hinten ‘nachwächst’. Aktuell sind es etwa 70 Zentimeter pro Tag. P2050128P2050130Wir laufen durch das Netz von Aussichtsplattformen, von jedem Winkel zeigt der Gletscher andere Baiser-Muster. Ab und zu kommt wieder ein Schuss. Ich könnte Stunden hier bleiben. Auf der einen Seite ist es natürlich schade, dass wir nicht auf den Gletscher rauf können – wie zur Hauptsaison in unserem Winter und im argentinischen Sommer. Auf der anderen Seite soll es zu dieser Zeit sehr windig sein und das Wasser nicht so klar. Alles hat also seine Vorteile.P2050373P2050291P1030363Eine Spezialität der Region ist Lamm, gegrillt am offenen Feuer. Schmeckt unglaublich zart, aber eine Portion reicht für zwei. Und das sage ich als ambitionierte Esserin. Wir waren im Parilla Don Pichon, es war einfach am besten bewerten und ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwo besser schmeckt.P1030345P2050529P1030361Und wer hätte das gedacht: Es gibt sogar patagonischen Wein vom Ende der Welt.P2040773Neuer Tag, neuer Ausflug. Dieses Mal geht es nicht zu Gletschern (zumindest nicht vorrangig), sondern auf eine Schiffsfahrt durch die Eisberge.P2050596Und wieder mitten in der Nacht aufstehen und gute Laune simulieren.P2050717Zum Glück wurde es schnell besser – nämlich mit dem ersten Eisberg. Die Sonne hat uns zwar an diesem Tag verlassen, aber die Eisberge wirken sowieso viel blauer und somit schöner, wenn es bewölkt ist (bei zu viel Licht sind sie einfach nur weiß). Sie verändern ihre Form täglich. Es war wie eine Fahrt durch eine vereiste Skulpturengalerie.P2050834P2050726P2050840P2050879P2050856Dieses Foto hat zwar nicht wirklich geklappt, aber angesteckt von den ganzen Asiaten und von Kate&Leo mussten wir es auch einfach mal versuchen…P2050882P2050896P2060036P2060129P2060162P2060286So kuschelig und gemütlich wir es auch hatten: Irgendwie wurde auf unserer ganzen dreiwöchigen Argentinien-Reise ständig jemand krank. Und alle Flüge und Ausflüge waren im Voraus bezahlt. Da habe ich zum ersten Mal über eine Reiseabbruchversicherung nachgedacht. Daran merke ich, dass ich entweder erwachsen werde oder eindeutig zu viel Spaß habe auf Reisen. Später habe ich eine gefunden, die genau passt: Reiseabbruchversicherung von Allianz Reiseversicherung (internationaler Marktführer) unterscheidet nämlich nicht zwischen privat unternommenen Urlaubsreise oder Geschäftsreisen – meistens endet ja genau an diesem Punkt der Reiseschutz. Sie ersetzt bei einem versicherten Reiseabbruch (z.b. schwere Erkrankung oder Unfallverletzung, Schaden am Eigentum, unerwartete Kündigung oder Jobwechsel) die Rückreisekosten wie neue Flüge, Shuttlebusse, zusätzliche Hotelkosten. Darüber hinaus wird der anteilige Reisepreis nicht genutzter Leistungen erstatten, z.B. im Voraus bezahlte Übernachtungskosten, Touren und sogar Spabehandlungen. So schläft es sich doch gleich viel ruhiger…P2060394Am letzten Tag der Reise sitzen wir dann doch noch auf einem Pferd am Ende der Welt. Zwei Stunden reiten wir durch die unwirkliche Landschaft um Calafate. Caro liebt Pferde, ich komme nur mit, um Angeberfotos zu machen. Und weil die Bars noch zu sind.P2060411P2060420P2060497P2060555P2060640P2060644Am Ende des Ausritts hat uns unser Gaucho (nach seiner Aussage, der letzte echte Argentiniens. Wo anders wären Gauchos keine echten Männer mehr, sondern nur noch eine Touristenattraktion) auf einen Tee in seine Hütte eingeladen. Top-Sehenswürdigkeit von Calafate, gleich hinter dem Perito Moreno.P2060657P2060655Also tranken wir Mate statt wie geplant Whisky mit Eiswürfeln – schmeckt auch, vor allem mit einem Kuss von dem einzig wahren Gaucho. So schlimm ist der argentinische Winter doch gar nicht…