Burning Iceland

Im Winter hat man in Island nur drei Stunden Licht am Tag. Was also auf den Bildern wie am frühen Morgen aussieht (und sich auch so anfühlt), ist eigentlich bereits Mittag. Um halb zwölf fängt die Sonne dann langsam an, aufzugehen. Was aber nicht heißt, dass man sie sieht. Denn sie bleibt bis zum Untergang (also bis ungefähr halb drei) am Horizont stehen und kommt meistens gar nicht durch die dicke Wolkendecke. Als ich vor zwei Wochen da war, hatten wir Glück. Die Temperaturen kletterten auf ungewöhniche -20 Grad (normalerweise ist es im Winter wegen des warmen Golfstroms die meiste Zeit -/+2 Grad warm) und der Himmel hat sich aufgeklärt. Auch die Isländer haben sich – trotz Kälte – gefreut. Denn im Winter sehen sie oft ganze drei Monate lang gar keine Sonne und müssen Fischöl zum Frühstück trinken, um ihr Vitamin-D-Mangel auszugleichen. An diesem Tag konnten sie getrost auf Bier umsteigen.P1880387P1880398Wir waren auf dem Weg zum Goldenen Dreieck – die am meisten besuchte touristische Region in Südisland – und selbst die Flüsse mit starker Strömung, wo man jeden Winter Rafting macht, waren zum Teil zugefroren.P1880419P1880442P1880420P1880479P1880463Der Gullfoss im Fluß Hvitá ist der bekannteste und der wohl schönste Wasserfall Island. Er besteht eigentlich aus zwei Fällen, der obere 14 Meter, der untere 18 Meter hoch. Das Einzige Manko: Man konnte nicht dahinter laufen. Denn hinter den Wasserfällen gibt es in Island bekanntlich immer Gold. Und einen Flug in die Karibik hat sich an dieser Stelle jeder gewünscht.P1880489P1880422Mit Anni von Arktische Abenteuer, der es nie kalt war. Ich brauchte dagegen eine Sturmhaube, um zu überleben (unteres Foto). Banken gab´s keine in der Nähe…P1880541P1880550P1880557Als wir kurz nach dem Wasserfall im geothermalen Gebiet Haukedalur angekommen sind, ging gleichzeitig auch die die Sonne auf. Und es war unglaublich zu sehen, wie der bekannteste Geysir Strokkur alle fünf Minuten bis zu 35 Meter hoch ausbrauch und alles um sich herum in einen gelb-roten Dampf einfärbte. Es sah so aus, als ob das ganze Eis um ihn herum brennen würde. Und wir standen nur da und haben alle zwei Sekunden mit unseren eingefrorenen Fingern auf den Auslöser gedrückt. Ins Wasser fassen durfte man nicht, es war bis zu 90 Grad heiß.P1880613P1880644P1880681P1880762P1880642P1880687P1880747P1880730P1880806P1880815P1880799P1880816P1880819P1880824P1880835P1880851P1880857P1880847Flüge: WOW Air (einzige Low-Cost-Airline Islands) fliegt ganzjährig dreimal pro Woche direkt von Schönefeld nach Reykjavík, ab 98 Euro/Strecke (www.wowiceland.de). Beschriebene Touren: einzeln oder im Paket beim Island-Spezialisten Arktische Abenteuer (www.arktischeabenteuer.de) buchbar. Allgemeine Infos: de.visiticeland.com.

Lest hier meine Reisegeschichte über Island in der BZ am Sonntag.

Ein Kommentar zu “Burning Iceland”

  1. Melanie sagt:

    Hallo Inna,

    scheint ne einmalige Reise gewesen zu ein. Du hast da ganz tolle Fotos gemacht!
    Die Lichtstimmungen sind echt einmalig.

    Lg, Meli

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