Fraser Island Fun

Die größte Sanddüneninsel der Welt – das klingt ja erst einmal nach viel…Sand. Und wenig spannend. Für Ostsee-Kinder wie mich haben Dünen so viel Exotik wie eine geräucherte Makrele und im australischen Queensland – so weit weg von Zuhause – erwartet man eben Dinge, die man noch nie in seinem Leben gesehen hat. Kinder! Ich war noch nie auf einer Insel, die ich so unterschätzt habe! Fraser Island (200 Einwohner, 124 Kilometer lang) ist DIE Abenteuerinsel von Queensland, die Ihr auf einer Rundreise auf keinen Fall auslassen dürft – auch wenn das mit den Sanddünen zunächst öde klingt! Sie ist die einzige Sandinsel der Welt, auf der überhaupt Regenwald wächst, auf der höchsten Düne Mount Bowarrady (240 Meter hoch) kann man sandboarden, an der Ostseite Haie und Buckelwale beobachten und im Inneren der Insel in einem der knapp 200 Süßwasserseen schwimmen. Und der 75-Mile-Beach ist offiziell auch Autobahn mit zwei Verkehrspolizisten (Höchstgeschwindigkeit 80 km/h) und Landeplatz für Kleinflugzeuge. Also vorsichtig beim Rumknutschen am Strand! Leider war ich nur für einen Tag auf Fraser Island, versucht aber, mindestens zwei zu bleiben. Hier ein paar Inspirationen, was Ihr in der Zeit anstellen könnt:

ÜBERNACHTEN:P1160585Wir übernachteten im Kingfisher Bay Resort (ab 98 Euro/Nacht) – einer zweistöckige Anlage mitten in die Wildnis gebaut, aber mit einem direkten Strandzugang.P1160634P1160598P1160654Die berühmtesten Bewohner von Fraser Island sind Dingos, die zwar oft wie süße Haushunde aussehen, dennoch aber wild sind. Also: Nicht streicheln, nicht füttern, nicht wegrennen. Denn alles war rennt, schmeckt im Tierreich bekanntlich besonders gut.P1160673Die buntesten Bewohner sind aber Allfarblori, die bevorzugt kopfüber ihr Abendessen einnehmen.P1160744Nach zwei Tagen Anreise aus Berlin zum ersten Mal barfuß laufen – was für ein Gefühl!P1160695P1160747P1160768P1160783Das Resort liegt neben der Anlegestelle für die Fähren. Es gibt eine Bar direkt an der Brücke (oben rechts) mit kaltem Cider (mein Lieblingsgetränk) – immer eine gute Kombination für einen Sundowner.P1160802P1160840P1160850P1160855DIE AUTOBAHN, DIE EIN STRAND IST:  P1160900P1160938Was hier nach einem gemütlichen Strandspaziergang aussieht, ist in Wirklichkeit gar nicht so ungefährlich. Im Wasser sind Haie und in der Saison auch Buckelwale (es gibt tägliche Watching-Touren) – die Strömung wäre aber zum Schwimmen ohnehin zu stark. Am Ufer rasen links und rechts Autos mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern vorbei. Der 75-Mile-Beach ist nämlich auch die offizielle Autobahn von Fraser Island. Im Inselinneren geht es dagegen viel langsamer zu. Die Dünen sind so holprig, dass man nur mit einem Allradantrieb vorwärts kommt.P1160965P1160952Der ungefährlichste Ort ist daher entweder im seichten Wasser oder auf einem Felsen!P1160920NATÜRLICHE WILDWASSERBAHN:P1160969Wo man aber sehr wohl schwimmen kann, sind die über 200 Süßwasserseen und -Flüsse, die auf der ganzen Insel verteilt liegen. Mein Liebling (weil für Faule) ist Eli Creek, der größte Frischwasserfluss von Fraser Island. Hier kann man ganz entspannt auf einem Gummireifen die leichte Strömung durch die dichten Baumkronen runtertreiben und irgendwann hat man den Dreh raus und überholt sogar andere. Zunge ausstrecken nicht vergessen!P1160984P1170027P1170036P1170024Meine graziöse Foto-Pose.P1170013Die Realität. An der Zielgeraden wartete eine Belohnung in Form von Cranberry-Keksen und Zimtschnecken.P1170050DER BERÜHMTESTE METALL-MÜLL AUSTRALIENS:P1170111Das Schiffswrack des ehemaligen Luxusliners Maheno, der im Jahr 1935 nach einem Sturm hier gestrandet war, wird bei Ebbe komplett freigelegt. Irgendwann wurde er zu einem solch beliebten Fotomotiv für Touristen, das man ihn gar nicht mehr entsorgte. P1170086Hier seht Ihr mein Verhältnis zu Warnschildern. P1170088Was ist denn da, was man nicht sehen darf?P1170097P1170087P1170079P1170125DIE SANDDÜNEN:P1170138P1170168P1170154Wenigstens einmal muss man auch die Sanddünen im Landesinneren gesehen haben. Man ist schließlich auf der größten Sanddüneninsel der Welt. Auch wenn bei uns zum Sandboarden die Zeit nicht mehr gereicht hat (ich tue jetzt mal kurz so, als ob ich’s könnte) …P1170332DER FLUGHAFEN:P1170186Um die Insel noch besser kennenzulernen, ist ein Rundflug am coolsten und mit ca. 50 Euro pro Person vergleichsweise günstig. Die Start- und Landebahn ist natürlich…der Strand. Allein das ist ein Erlebnis. Ich glaube, wir hatten den schüchternsten Piloten, den ich je getroffen habe!P1170192P1170320P1170197P1170325P1170215P1170255DER BLAUSTE SEE DER WELT:P1170418Nein, er hat nicht getrunken… Aber glaubt Ihr bei diesem Wasser, dass es ein Süßwassersee ist? Genau wegen diesen karibischen Blau-Farben ist Lake McKenzie der beliebteste Badesee der Insel – mit seinen beiden Bäumen im Wasser als Markenzeichen.P1170373P1170424P1170440REGENWALD AUF SANDP1170458P1170598Danke an unseren Superstar-Guide Peter Meyer, der uns den ganzen Tag lang seine Insel gezeigt und erklärt hat! Schaut auf seiner Seite, welche unglaublichen Bilder er in den ganzen Jahren von Fraser Island machen konnte. Einer seiner Lieblingsmotive ist der Regenwald, der einzige weltweit, der auf Sand wächst. Er beheimatet 350 Vogelarten und etwa 40 Säugetierarten. Und alberne Menschen, die Bäumen Eigennamen geben…P1170462P1170583Der Kerzenständer-Baum.P1170491Der Brücken-Baum.P1170590P1170573Der eingewickelte Baum.P1170569Der Zwillings-Baum.P1170506Auf dem Bild unten seht Ihr, wie die Straßenverhältnisse im Inneren der Insel sind. Bucht daher lieber eine Tour, als mit dem Mietwagen allein rumzufahren. Es sind schon so viele Leute auf der Insel steckengeblieben und wussten nicht mehr, wo sie sind.P1170607ESSEN AUS DEM BUSCH:P1170622Im Kingfisher Bay Resort kann man ein “Bush Tucker Talk and Taste” buchen (ca. 10 Euro pro Person). Dabei werden die traditionellen australischen Beeren, Nüsse und Gewürze aus dem Busch probiert und erklärt, wie sie in der Küche verwendet werden. Die meisten davon habe ich noch nie gesehen und es es war lustig, wie der Koch ständig sagte: “Oh, oh, nimm nicht zu viel davon!” Lillypilly verwendet man z.B. für Marmeladen und Saucen, Lemon Myrtle zum Marinieren von Fleisch und Fisch, Quandong für Cocktails…P1170630Zur Verkostung des typischen Essens wird auch Emu-, Känguru-, und Krokodilfleisch (hell) gereicht. Was interessant ist: Krokodil schmeckt danach, was er isst (also z.B. nach Hühnchen oder Fisch). Wenn man sein Fleisch also einmal nicht mochte, schmeckt es vielleicht beim nächsten Mal ganz anders. Auf dem Bild unten: Salat mit Tintenfisch aus der normalen Karte.P1170637Wie man nach Queensland kommt: Flüge mit Cathay Pacific via Hongkong nach Brisbane und viermal wöchentlich nach Cairns (ab 1125 Euro mit 30 kg Freigepäck und Rail&Fly-Ticket).

Wie man nach Fraser Island kommt: Die Fähre legt in Hervey Bay ab.

Was wir auf Fraser Island nicht mehr geschafft haben: Auf der Insel gibt es die so genannten Champagne Pools. Wenn die Wellen in diese natürliche Felsenpools hereinbrechen und sie mit Schaum füllen, sehen sie aus wie Champagnerkelche – daher der Name. Am Aussichtspunkt Indian Head hat man einen 360 Grad Blick auf die Insel und sieht angeblich mit etwas Glück sogar Wale aus dem Wasser springen.

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