Mein Date mit Santa

Über eine halbe Million Menschen pro Jahr besuchen den echten Weihnachtsmann im Santa Claus Village nahe Rovaniemi, der am Polarkreis gelegenen Hauptstadt von Finnisch Lappland. Ich war auch da! Schon im Herbst habe ich ganz strebermäßig meinen Wunschzettel für Weihnachten abgegeben. Jetzt ist dort natürlich alles voller Schnee. Aber auf den Bildern könnt Ihr trotzdem sehen, wie der einzig wahre Santa Claus, der vor 100 Jahren von Korvatunturi im Norden Lapplands nach Rovaniemi gezogen ist, wohnt. Es ist übrigens das ganze Jahr über offen  – man kann also auch im Sommer zum Date mit dem Weihnachtsmann.P1090996P1100073Das Santa Claus Dorf liegt direkt am Polarkreis. Hier kann man seine eingezeichnete Grenze überqueren. Oder auch überspringen.P1100087Oder auch übersitzten.P1090998P1100001Der Besuch beim Weihnachtsmann ist kostenlos. Man darf keine eigenen Bilder mit ihm machen, kann aber im Shopp beim Ausgang die vom Fotografen kaufen. Was auch fast jeder tut.P1100007Mit dieser Uhr hält Santa am 24. Dezember die Zeit an, um alle Geschenke rechtzeitig auszutragen.P1100003Das ist der längste Wunschzettel, den Santa je bekommen hat. Mit 75954 Wünschen auf fast vier Kilometern Papier (zum Glück aufgerollt) kam er aus Italien.P1100017Bevor man zum Weihnachtsmann darf, muss man erst einmal angeben, ob man in diesem Jahr brav oder unartig war. Ich schreibe bei “good” ein “sehr” davor und mache bei “bad” einen dicken Strich. Mein Wunschzettel hat nämlich sechs Seiten, da kann man sich keine Scherze erlauben.P1100025Im Gegensatz zu den Italienern bin ich aber mit meinen sechs Seiten außerordentlich bescheiden. Santa hat mir erzählt, dass sich die meisten Erwachsenen mehr Zeit wünschen (stand auf meiner Wunschliste auch ganz oben) und er selbst sich jedes Jahr über Socken freut. In Größe 55.P1090978Mit Schnee im Dezember hat es ja nicht so gut geklappt, dafür aber mit Küssen vom Santa!P1100031Na ja, fast… Ich habe ihn natürlich bei Gelegenheit auch gefragt, wie es mit den Frauen so läuft. Er hat gesagt, Mama Claus und er würden sich schon sooo lange kennen, dass es vermutlich “es ist kompliziert” hieße – hätte er Facebook. Also Girls, der ist noch frei!P1100021Alle Kleinkinder können beim Santa ihre Schnuller abgeben. Sie werden eingeschmolzen und dann werden daraus Schnuller für die Baby-Rentiere gemacht. Guter Marketing-Trick, um die Dinger endlich loszuwerden…P1100011P1100014Andere merkwürdige Leute (außer mir), die Santa besucht haben. Bilder aus seiner Celebrity-Gallerie.P1090993P1090994Im Dorf befindet sich auch das Santa Claus’ Main Post Office. Seit der Eröffnung Mitte der 80er Jahre sind 16,5 Millionen Briefe aus 198 Ländern zusammengekommen. Deutschland liegt mit 9000 Zusendungen pro Jahr auf dem zehnten Platz. Am häufigsten schreiben die Italiener.P1100039P1100100Um die Bearbeitung der Briefe kümmern sich etwa zehn Wichtel. Meistens bekommt man eine standartisierte Antwort. Nicht vergessen, die eigene Adresse anzugeben! Und das ist Santas Anschrift: Santa Claus, Santa Claus Main Post Office, FI-96930 Arctic Circle. P1100111Die am häufigsten schreibenden Länder bekommen eine eigene Kiste. Der Rest wird in Regale einsortiert. In Anbetracht der jüngsten Ereignisse, vielleicht auch ganz intressant zu sehen, woher die Briefe kommen: P1100113Äthiopien, Jamaika, Hong Kong, Kirgisien, Indonesien…P1100114Australien, Myanmar, Equador, Ägypten, Brasilien…P1100118Syrien, Puerto Rico, Saudi-Arabien, Sudan, Sierra Leone…P1100115Japan, Libanon, Madagaskar, Irak, Kenia… P1100127Das Amt wird von der staatlichen Post betrieben. Briefe, die hier abgegeben werden, bekommen den begehrten Polarkreis-Stempel.P1100121Und man kann sich aussuchen, ob die Briefe und Karten gleich abgeschickt werden sollen oder erst zu Weihnachten (falls man z.B. im Sommer da ist).

Lest hier meine komplette Geschichte über den Weihnachtsmann bei BildPlus, hier mein Geschichte über Lappland in der BZ am Sonntag, und hier und hier meine anderen Blogeinträge über Lappland und Rovaniemi – und was mach dort sonst noch machen kann.

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