Salvation Mountain

Trotz aufgedrehter Klimaanlage im Auto sind wir wie zwei Dalí-Uhren weggeschmolzen, haben uns zigmal verfahren und irgendwie meine ich am Gesicht meiner Freundin Evelyn erkannt zu haben, dass sie mich an diesem Tag etwas weniger mochte als sonst. Von Palm Springs zum Salvation Mountain (Beal Rd, Niland, CA 92257) zu fahren (etwa 1,5 Std., über 35 Grad Hitze) war schließlich meine Idee, ich habe den bunt bemalten Berg schon auf so vielen Instagram-Bildern gesehen, dass er aber mitten im Nichts steht  – nach einer glühenden langen Wüstenstraße, die in die Leere zu führen scheint – damit hat keiner von uns gerechnet. Als wir endlich auf dem kleinen staubigen Parkplatz angekommen waren, haben Evelyn und ich stillschweigend den Lippenstift nachgezogen. Auf diesem USA-Roadtrip ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass uns der Ort schon aus dem Auto aus gefiel und wir planten, etwas länger zu bleiben. Und Fotos zu machen, klar.P1260964Der Berg ist eigentlich gar kein Berg, sondern eine Kunstinstallation auf einem kleinen Hügel in der Nähe von Slab City, die Künstler Leonard Knight 1984 aus Lehm, Stroh und Farbe formte. Er freute sich zwar über Besuch, verzichtete aber bewusst auf Geldspenden, um unabhängig zu bleiben. Knight lebte ohne fließend Wasser und Strom in einem Chevrolet-Truck und war bis zu seinem Tod vor zwei Jahren nur über diesen Briefkasten zu erreichen. Ein richtiger Hippie-Boy also mit Sinn für Kunst und offensichtlich für Gott.P1270129Obwohl die Gott-Bibel-Jesus-Botschaften allgegenwärtig sind, ist der Salvation Mountain heute eher ein Kunstwerk, als eine Pilgerstätte. Man darf die gelben Treppen hoch zu dem Kreuz steigen, überall sitzen, Fotos machen – außerhalb zu klettern, ist aber nicht erlaubt.P1260978P1270002P1260992P1270022P1270058P1270065evelynEvelyn wie ein Rockstar in der Love-Höhle.P1270072P1270157P1270101P1270152P1270113P1270174P1270119P1270142Als der Berg fertig war, fing Knight an, auch Trucks, Autos und Mofas zu verzieren. Was auch ganz cool aussieht. Zum Glück ist dieser Ort wegen seiner Abgeschiedenheit nicht allzu überlaufen und einfach was Besonderes für alle, die einen Palm Springs Roadtrip machen. Wir blieben über zwei Stunden statt der geplanten 30 Minuten und waren froh, auf dem Weg nicht aufgegeben zu haben. Und siehe da: Evelyn mochte mich wieder.P1270178P1270190P1270194P1270181P1270197P1270219P1270200P1270221P1270208

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