Stopover in Singapur

Früher oder später landet jeder auf seinem Weg nach Südostasien mal in Singapur. Dann nichts wie aussteigen und mindestens zwei Tage bleiben. Denn zu sehen gibt es genug. Fangen wir doch mal mit der – meiner Meinung nach – spektakulärsten Sehenswürdigkeit von Singapur an: Gardens by the Bay. P1200497P1200426P1200579Die gigantische botanische Anlage mit zwei riesigen Gewächshäusern (Flower Dome und Cloud Forest) ist vor allem wegen ihrer 18 bis 50 Meter hohen, künstichen Supertrees berühmt. Die Stahlbäume sind tagsüber eben Bäume aus Stahl. Jeden Abend aber, immer um 19.45 und 20.45 Uhr, findet die kostenlose Licht- und Musikshow “Garden Rhapsody” statt (leider ohne Rap), bei der die Supertrees in allem Farben funkeln. Und plötzlich hat man das Gefühl, dass so ein Stahlbaum nicht schöner sein könnte… Im Hintergrund stets das spektakuläre Hotel Marina Bay Sands: Drei Türme, verbunden durch ein flaches Dach, auf dem sich der wohl berühmteste Pool der Welt befindet (dazu weiter unten).P1200555P1200402P1200741Eine tolle Aussicht auf das Marina Bay Sands und das dazugehörige ArtScience Museum in Lotus-Form hat man von der verdrehten Helix-Brücke. Die Brücke hat an vier fotogenen Stellen Aussichtsplattformen. Und ist in der Nacht natürlich… hübsch beleuchtet. P1400884Der Stadtstaat Singapur ist überall auf der Welt für seine strengen Gesetze und Strafen bekannt und wird auch die “Schweiz Asiens” genannt. Auch wenn es mir wirklich schwer fiel, kein Kaugummi zu kauen, bin ich nicht sonderlich negativ aufgefallen. Und spätestens als ich ein paar Zigarettenstengel auf dem Boden gesehen haben (neben einem Mülleimer, Skandal!) und von einer Verkäuferin angepampt wurde, habe ich mich endgültig so wohl wie in Berlin gefühlt. Also entspannt euch, hier leben auch nur Menschen! Falls es dann doch schiefgeht, die Rechnungen bitte nicht an mich… P1400508P1190947Die Promenade Clarke Quay liegt am Ufer des Singapore Rivers. Bekannt ist sie für die vielen bunt angestrahlten Restaurants, die über dem Wasser zu schweben scheinen. Hier ist man die Spezialität Chili Crab. Allerdings sollte man dabei beachten, dass der Preis oft per 100 Gramm angegeben wird. Mit Schale gewogen, kommt so eine Krabbe nicht selten auf über ein Kilo und ca. 80 Euro. Eine Alternative zu den Restaurants ist eine Bootsfahrt bei einem kühlen Tiger Beer. P1190941image1-21Nur 15 Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt die kleine Insel Sentosa vor der Küste Singapurs. Sie ist vor allem bei Familien für Ausflüge beliebt: Es gibt mehrere Strände, einen Butterfly Park, Universal Studios, viele US-Kettenrestaurants und das größte Aquarium der Welt: das S.E.A. Aquarium. Im Aquarium kriegt man auch als Erwachsener seinen Mund kaum zu.image4-1 Die Anreise erfolgt mit der MRT bis zur Station Harbour Front Centre. Von dort aus entweder weiter mit dem Sentosa-Express oder zu Fuß über die Brücke zur Insel. Hat man aber wenig Zeit und wenig bis keine Kinder, würde ich eher einen Spaziergang durch die verschiedenen Viertel Singapurs empfehlen. Das ist eher eine Besonderheit, die man kaum irgendwo auf der Welt findet als die 100. Ben & Jerry’s Filiale eures Lebens.P1200146Singapur ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Erde: Auf jeden Quadratkilometer Fläche kommen 7615 Einwohner (in Berlin sind es z.B. 3887). Von den 5,4 Mio. Einwohnern sind 3,3 Mio. Staatsbürger und 1,6 Mio. Gastarbeiter. 74 Prozent der Staatsbürger sind Chinesen, 13 Prozent Malaien, neun Prozent Inder. Und so hat jeder natürlich sein Viertel. P1400653Besonders schön ist das historische Viertel rund um die Arab Street. Man kann hier aber Stunden verbringen, ohne den Geheimtipp der Gegend zu erahnen: die winzige Haji Lane. Hier ist Graffiti (oder nennen wir es lieber: Wandbemalungen) offiziell erlaubt. Und abends, wenn alle Bars und Cafés aufmachen, wird es besonders laut und nett. Fast so laut, dass man sich gar nicht mehr wie in Singapur fühlt. P1200147P1200090Die Bewohner der kleinen Gässchen im muslimischen Viertel Kampong Glam haben aus der einst so verschlafenen Hood eine Trendadresse gemacht. Hier hängt man in den Showrooms junger Mode-Labels und kleinen Kunstgalerien ab. Aber auch in Café-Läden, in denen man seinen Kaffee mit dem eigenen Selfie bedrucken lassen kann. Da wird man ja doppelt wach.P1200072P1200197Rund um die Arab Street wird es dann traditioneller – mit einer Moschee, vielen Tee- und Lampenläden. P1200170P1200250P1200270P1200279Von der Arab Street ist man mit einem Taxi in fünf Minuten in Little India – und wie in einer anderen Welt. Gute Anlaufstelle ist das verschachtelte Shoppingkomplex an der Serangoon Road. Im faszinierenden Gewirr von Händlern gibt es hier auch einen typischen Wet Market mit Lebensmitteln aller Art. Sonst findet man in diesem Viertel natürlich Tempel, Saris, Goldschmuck größer als Beyoncé je tragen könnte, Blumenketten und exotisches Gemüse. Und klar: Ganz günstiges Curry. P1200263P1200302P1200300P1200317P1200052P1200049Mein Hoteltipp für Singapur ist das fancy Holiday Inn Singapore Orchard City Center. Es ist günstig (150 Euro/DZ), schick, mit einer tollen Bar und liegt direkt an der Orchard Road, der größten Einkaufsstraße der Stadt.P1200774Am Abend sind die Bars im Swissotel eine tolle Adresse für eine spektakuläre Aussicht. Zum Beispiel das komplett verglaste City Space (zählt zu den 50 besten Bars der Welt). Von allen Drinks in Singapur waren die hier wirklich die besten. Also super für ein Date oder einen Business-Drink oder auch für alles dazwischen.P1200338P1200266Mein Lieblingsviertel in Singapur war aber das China Town. Es liegt sehr zentral und insofern nicht mit anderen China Towns zu vergleichen, als es sehr saniert, hip und modern ist. Und weniger traditionell chinesisch. Die Hotels und Restaurants hier gelten als feine Adresse und Cafés haben Zuckerwatte auf dem Matcha Latte – das sagt alles.P1200361P1200360P1200367P1200374P1200915Die günstigste und beliebteste Art in Singapur zu essen, sind Hawker Centres. Es sind eine Ansammlung früherer Straßenverkäufer, die von der Regierung in geschlossene Komplexe gelenkt wurden, um so die Hygiene und die Qualität zu verbessern. Wir freuen uns jedenfalls über die kurzen Wege zwischen den Garküchen.P1200906Mein Lieblings-Center ist die gusseiserne Foodhalle Lau Pa Sat (im Financial District, in der Nähe des Singapore Rivers) – das letzte im viktorianischen Stil erbaute Gebäude der Stadt. P1200869P1200897Hier könnte man sich den ganzen Tag durchessen, am besten schmeckt aber die traditionelle Nudelsuppe Laksa aus scharfer Curry-Kokosmilch-Brühe mit Eiern, Nudeln und Krabben. Für ca. drei Euro, wie fast alles hier.P1200965Voilà, der wohl berühmteste Pool der Welt. Er liegt auf 191 Metern im 51. Stockwerk des Marina Bay Sands Hotels. Mit 176 Metern ist er der längste Infinity-Pool der Welt. Und ich würde wetten, die meisten mieten sich nur in dem Hotel ein, um ein Foto in diesem Pool zu machen (der für Nicht-Hotelgäste nicht zugänglich ist).P1200979Aaaber: Auf dem gleichen Level befindet sich das CÉ LA VI Restaurant and SkyBar. Reserviert doch einfach dort einen Tisch und ihr habt dieselbe Aussicht wie vom Pool – ohne nass zu werden.P1210045Eine weitere Möglichkeit für die spektakuläre Aussicht ist das SkyPark Observation Deck, eine hängende Aussichtsplattform – ebenfalls auf dem Dach des Marina Bay Sands. Da sie sich genau auf der anderen Seite des Pools befindet, sieht man ihn nur aus dem Augenwinkel. Dafür ist die Sicht auf die Skyline von Singapur für mich die schönste der Stadt. P1210084P1210048Und von hier sieht man noch mal die Gardens by The Bay und die Supertrees von oben.P1210088P1210104P1210136Jeden Abend um 20 und 21.30 Uhr bietet das Marina Bay Sands Hotel eine 13-minütige Lichtshow in der Bucht zwischen Merlion Park / Fullerton Road und Event Plaza. Am Freitag und Samstag gibt es noch eine Zusatzshow um 23 Uhr. Entweder schaut man sie von der Aussichtsplattform des Hotels an oder eben von unten aus der Bucht. Dann werden die Lichter auf das Hotel projeziert – beides schön.P11909751819 wurde Singapur von Sir Thomas Stamford Raffles als Handelsposten der East India Company errichtet. Das Raffles Hotel Singapore ist aber wegen eines anderen historischen Ereignisses eine beliebte Anlaufstelle: 1915 soll an seiner Long Bar (Foto oben) der Singapore Sling erfunden worden sein.P1200006Über die Großartigkeiten von diesem süffigen Punch aus Gin, Kirschlikör und Bénédictine für über 20 Euro lässt sich streiten. Weswegen sich der Besuch in der ziemlich touristischen Bar aber wirklich lohnt: Es ist der einzige Ort in Singapur, an dem man Müll auf den Boden schmeißen darf – ganz legal. Und zwar die Schalen der Erdnüsse, die in einem Säckchen immer auf den Tischen stehen. Und da lacht wieder mein Berliner Herz!P1190982P1190987P1190999Übrigens: Singapore Airlines serviert den Sling immer als Signature Cocktail an Bord umsonst. Cheers to that!

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