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BuschmännerPerlhuhnfalle

Namibia: Big Five und ein Perlhuhn

Einmal Namibia sehen, zumindest einen Teil dieses unwirklich vielseitigen Landes an der Atlantikküste im südwestlichen Afrika, war schon lange ein Traum. Ich träumte von meinem persönlichen Namibia-Märchen: Herzklopf-Safaris, kühles Cider in der untergehenden Sonne, der Duft von Braai (so heißt hier Barbecue) und vor allem träumte ich von der Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard). Wild. Aufregend. Anders. So viele Superlative und meine erste Tierbegegnung war mit einem: HUHN!ErongoGebirgeHÜHNERJAGD IM ERONGOGEBIRGEErongoGebirgeHohensteinLodge2P1090317 (1)Dass mein erster Tag in Namibia mit einer Jagd durch das Damaraland beginnt, war schon verrückt genug. Aber jetzt sind wir auch noch zu Fuß unterwegs, nur mit ein paar Stöcken und einem Seil ausgestattet. So werden wir höchstens gegen die Ameisen gewinnen! BushmännerJagd4Wir, das sind zwei mit Lendenschutz bekleidete San-Männer und ich. San, im Volksmund auch Buschmänner genannt, sind die eigentlichen Ureinwohner Namibias. Sie waren vor allen anderen  hier und gehören heute zu den weltweit letzten Völkern, die noch das Handwerk des Jagens und Sammelns in der Wildnis beherrschen. BushmännerJagd5Über Jahrhunderte zogen sie immer weiter, ohne feste Camps und ohne Besitz, der für sie als Ballast galt. Heute leben zwar die meisten von ihnen modern – mit Jeans, Fernsehen und Amtssprache Englisch in der Schule. Aber es gilt noch immer: Kein Volk der Welt kann besser Spuren lesen, den Wind riechen, die Wolken deuten. Im Living Museum of San am nordwestlichen Erongogebirge möchten sie ihre Tradition beibehalten und weiterreichen. Und dazu gehört eben auch das Jagen.ErongoGebirge2Ich laufe ganz vorne, da meine Füße die kleinsten Abdrücke hinterlassen. Der Jäger mit den größten Füßen geht hinten und tritt genau auf die hinterlassenen Fußstapfen. „So sollen die Gegner den Eindruck bekommen, wir wären nur eine Person und keine Gruppe. Und somit ungefährlicher“, erklärt Johannes, er läuft in der Mitte. Warum kannte ich diesen Trick bloß nicht schon als Teenie, als man spät abends noch ein paar Freunde ins Haus schmuggeln wollte?  Ich versuche zwar leise zu treten, damit ich nicht zu den San-Frauen zum Korbflechten und Kräutersortieren zurückgeschickt werde. Trotzdem knickt ständig etwas unter meinen Füßen. BuschmännerPerlhuhnfalleWir hocken uns hin, erste Jagdstunde soll das Bauen einer Perlhuhn-Falle sein. Zuerst stecken wir ein paar kleine Stöcke kreisförmig in den Sand und legen den Köder in die Mitte. Dann machen wir einen längeren, gebogenen Stock mit einem Seil einen halben Meter davon entfernt fest. Und ziehen schließlich den Knoten im Seil über die kleinen Stöcke und das Futter. „Kommt das Perlhuhn irgendwann“, erklärt Johannes, „wird es beim Picken des Köders hochgezogen.“ Wir testen es mit einem Stein. Meine Falle funktioniert. Johannes schaut mich so stolz an, als wäre ich sein Kind bei der Einschulung. Jetzt kann auch die Big Five kommen!

UNTERWEGS DURCH STAUB UND SCHÖNHEITP1110523 (1)Fünf Tage habe ich dafür Zeit, ein Tier pro Tag also. Ich zeichne die Route auf der Karte ein. Von der Hauptstadt Windhoek geht es in drei Stunden ins Erongogebirge, dann quer durchs Damaraland im Nordwesten mit seinem Brandberg (2579 Meter), dem höchsten Berg Namibias. Schließlich Naturschutzgebiet Palmwag und am Ende der Reise das Highlight: Etosha-Nationalpark im Norden. Mehr als 1000 Kilometer. Erst jetzt fällt mir auf, was für einen kleinen Teil des Landes meine Reise doch abdeckt. Am besten wären drei Wochen.  TwyfelfontainMalereienIn Twyfelfontein halte ich an, um die 2000 bis 6000 alten Sandsteinschlitzereien zu sehen, Weltkulturerbe und die größte Open-Air-Kunstgalerie des südlichen Afrikas. Denn die riesigen Granitfelsen des Damaralandes haben die Jäger für Kommunikation genutzt. Über Jahrhunderte haben sie hier ihre Botschaften hinterlassen und ich, als ihre neu gewonnene Kollegin, meine sogar, einige Zeichnungen entschlüsseln zu können. Bis mir jemand erklärt, dass Kreis mit Punkt keine Dartscheibe bedeutet, sondern eine Wasserquelle. HimbaFrauenAm Straßenrand treffe ich Himba-Frauen, die sich eine selbstgemachte ockerfarbenen Paste von Kopf bis Fuß auf die Haut und in die Haare schmieren – das soll vor Hitze und Austrocknung schützen.HerreroFrauenAuch die  Herrero-Frauen verfolgen ihr ganz besonderes Schönheitsideal: mit einem mächtigen länglichen Kopfschmuck, den sie paradoxerweise in viktorianischer Zeit von Missionarsfrauen übernommen haben. Wichtig: Er muss zu der Kleidfarbe passen.RundreiseAmSteuerSonst rolle ich gemütlich durch viel Staub und Stille. Nur ab und zu kommt mir ein Auto entgegen.EtembaWildernassCampDuscheAbends gibt’s eine herrliche Dusche draußen und wer schaut völlig verständnislos zu? Meistens ein paar Warzenschweine (Disney taufte sie Pumbaa), die sonst immer nur aufgeregt durch die Gegend rennen auf der Suche nach Futter und Schlamm. Und sich nie, wirklich nie, für eine Dusche oder jegliche Art von sauberem Wasser interessieren würden.WarzenSchwein3STERNE UND CIDER SATT IN PALMWAG
P1100356 (1)Am dritten Tag meiner Reise erreiche ich Palmwag, ein Naturschutzgebiet im Norden Namibias – mit einer Fläche von 400000 Hektar. Hier muss ich mein Auto stehen lassen und werde von Guide Bonnie mit einem Pirschwagen abgeholt – und zum Etendeka Mountain Camp gefahren.P1100129 (1)PalmwagGiraffeP1100310Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt auf der Schotterpiste. Wie auf Knopfdruck zeigen sich aber schon nach ein paar Minuten Fahrt die ersten Tiere: Giraffen, Zebras, Oryx-Antilopen. Endlich mal etwas Größeres! Und das Beste: Hier darf ich in Begleitung des Rangers sogar vorsichtig aussteigen und mir die Tiere näher anschauen. Ich fühle mich mittendrin, statt nur im „Zoo“.WanderungEtendekaMountainCampP1090544 (1) In dem Camp angekommen, ist das Afrika-Gefühl perfekt. Wir sind mitten im Nichts, das Cider leuchtet in der Abendsonne und die Zelte sehen zwar aus wie Zelte, haben aber ein richtiges Bett mit frischgebügelter weißer Bettwäsche und eine herrliche Außendusche. Nur der Duft des Braai lockt mich zurück in das Haupthaus. Meistens wird Wildfleisch gegrillt, z.B. Springbock, Kudu oder Oryx. Vorher oft stundenlang mariniert, schmeckt es wahnsinnig zart. Nur fotogen ist das Essen in Namibia selten.P1100380 (1)P1090740 (1)P1100421 (1)Noch bevor sich der rote Sandstaub vom Tag legt, geht der Vollmond blutrot gefärbt am Horizont auf. Dann gehen tausende von Sternen an – wie kleine Glühbirnen. So viele Sterne habe ich selten gesehen. Bonnie zeigt mir das Kreuz des Südens, der mich irgendwie an meine Hühnerfalle erinnert (nur besser koordiniert). Ich erzähle Bonnie davon, er lacht.
P1100162 (1)Nachts werde ich von einem eindringlichen dumpfen Geräusch wach. Vögel? Nein. Stromgeneratoren? Klingen anders. Am nächsten Morgen zeigt mir Bonnie Löwenabdrücke vor dem Camp. „Das soll die wichtigste Lektion  sein“, sagt er. „Die Rollen zwischen Jäger und Gejagtem können ziemlich schnell vertauscht werden.“

AFRICAT FOUNDATIONAfricatCareCenterLeopardEin ganz besonerer Ort in Namibia ist AfriCat-Stiftung in Otjiwarongo. Die im Jahr 1992 von Donna Hanssen gegründete Organisation setzt sich für den Erhalt afrikanischer Großkatzen ein, insbesondere von Geparden und Leoparden. Donna nimmt viele verwaiste Tiere und päppelt sie auf. Das Areal ist riesig, trotzdem sind die Chancen hier besonders hoch, einer Großkatze in die Augen zu schauen.AfricatCareCenterGründerin2AfricatCareCenterGepardenAfricatCareCenterCafe2EIN WOW NACH DEM ANDEREN IM ETOSHA NATIONALPARKEtoshaNationalpark4Meine letzten zwei Tage in Namibia verbringe ich im Etosha-Nationalpark im Norden des Landes. Mit 22935 Quadratkilometer ist er das größte Naturschutzgebiet Namibias und für viele das Highlight ihrer Reise. Dank der (weitläufigen) Einzäunung und einer hohen Tierdichte wird hier jede Safari zum Wow-Erlebnis. EtoshaNationalpark2Namibia war das erste afrikanische Land, das Tierschutz in seine Verfassung aufnahm. Man sieht’s: Alle fünf Minuten zeigt sich ein Tier. Dass ich mir überhaupt Sorgen darum gemacht habe, wenigstens einen Vertreter der Big Five zu Gesicht zu bekommen, erscheint mir hier absurd!  Im Gegensatz zu Palmwag darf man in Etosha unter keinen Umständen den Wagen verlassen, denn die Tiere sind wirklich nah. Menschen in Autos, auch in offenen Pirschwagen, sind für sie unsichtbar. Steigt man aber aus, ist man Futter auf zwei Beinen. P1110381 (1)Um die meisten Tiere auf einem Fleck zu sehen, muss man lediglich die Wasserlöcher des Parks abfahren. Zu der Trockenzeit versammeln sich alle an ihrer Lieblings-Bar. Wie auf den Paradiesbildern der Zeugen Jehovas stehen sie am Rand, von Sonnenstrahlen durchflutet, und trinken gemächlich.AnderssonsLodgeEtosha3Am besten in einer Lodge direkt am Eingangstor des Parks bleiben, z.B. Andersson’s at Ongava. Sie sind zwar eingezäunt, aber abends beim Sundowner sieht man auch noch mal jede Menge Tiere! Oft sogar aus dem Pool heraus. Ich habe hier z.B. meinen ersten und einzigen Nashorn in Namibia gesehen!AnderssonsLodgeEtosha1 AnderssonsLodgeEtoshaEtoshaNationalpark11EtoshaNationalpark8An meinem letzten Tag sehe ich ungefähr zehn Löwen! Die meisten liegen unter einem Baum direkt am Straßenrand. Ich kann buchstäblich ihren Atem spüren und die Wimpern abzählen. Aber jagen? Gähn, vielleicht später. Ich habe mir Kampfszenen à la König der Löwen vorgestellt, stattdessen  faulenzen sie wie Stubenkätzchen auf Omas Ofen. EtoshaNationalpark12EtoshaNationalpark5“Das am meisten gefürchtete Tier hier im Etosha-Park ist der Webervogel“, scherzt unser Guide. Die Männchen bauen aufwendig die Nester, die Weibchen schauen ab und zu vorbei und wenn es ihnen nicht gefällt, zerstören sie das ganze Nest. Gerne auch ein paar mal hintereinander. “Auf solche Gemeinheiten würde kein Löwe kommen, wirklich nicht!“WeberVogel

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Wunderbares Sansibar

Kaum ein Reiseziel weckt so viele Sehnsüchte und Abenteuerlust wie Sansibar. Das ist doch der Ort, wo Sinbad der Seefahrer vor Anker gegangen ist! Und wo man als nichtsahnender, semilangweiliger Tourist beim Strandspaziergang einen Flaschenpost mit Schatzkarte findet und kurz darauf in See sticht – mit einem Affen auf der Schulter und einer Flasche selbst gebranntem Kokosnussschnaps!P2170250P2180073 P2170850P2170828Offenbar nicht ganz… Während eines langes Spaziergangs gleich am ersten Sansibar-Tag, finde ich weder eine Flaschenpost noch einen Affen, sondern hauptsächlich Kokosnüsse. Die mir dann im Pool meiner Veranda mit Blick auf den Indischen Ozean besonders gut schmecken. Auch schön. Und mein ganz persönliches Abenteuer, das ahne ich am Morgen noch nicht, wird an diesem Tag nicht lange auf sich warten lassen.P2170252P2170798P2170833image33Kurz zur Einordnung: Sansibar (bestehend aus den beiden Nachbarinseln Unguja und Pemba) gehört zwar zur Republik Tansania, agiert jedoch halb autonom. Man wählt hier einen eigenen Präsidenten und schafft eigene Gesetze. 99 Prozent der Bevölkerung sind hier muslimisch (auf dem Festland nur 35 Prozent). Außerdem gehört Sansibar, anders als das Festland, zur Swahili-Kultur.P2170207image4Die meisten Touristen kommen im Anschluss an eine Tansania-Safari hierher oder schätzen Sansibar als exotischere und ursprüngliche Alternative zu den anderen Inseln im Indischen Ozean (wie den Malediven oder Mauritius). Und die Resorts sind hier tatsächlich sehr darum bemüht, die einheimische Kultur zu integrieren – wie das Boutique-Hotel Essque Zalu Zanzibar, direkt am Indischen Ozean an der nordöstlichen Küste der Hauptinsel Unguja gelegen. Hier bleibe ich auch vier Tage. Safari ist ein andermal dran.P2170858P2170861 In der ganzen Anlage spürt man den Afrika-Geist: Das Haupthaus sowie die 40 Suiten und acht Villen haben traditionelle Makuti-Dächer aus getrockneten Palmblättern, bei der Innengestaltung wurden afrikanische Stoffe verwendet. Und im Spa wird ein einzigartiges Maasai-Ritual durchgeführt – draußen, in typischen Zelten, begleitet von den Klängen der ostafrikanischen Volksgruppe Maasai (Fotos oben). Auch toll: Auf der Speisekarte der Restaurants stehen viele einheimische Gerichte. Alles andere wäre auch eine Verschwendung. Nichts gegen Steaks und Club Sandwiches, aber Sansibar gilt als DIE Gewürzinsel. Am liebsten würde ich zu Hause gleich das alles weiteressen. Und das geht sogar.P2170183Im resorteigenen Mosha-Kochstudio mit der größten Gewürzsammlung der Welt (über 500 Fläschchen) buche ich einen Kochkurs. Hier ist es also: Mein ganz persönliches Sansibar-Abenteuer. Denn es birgt deutlich mehr Gefahren in sich als eine Seereise nach einem Flaschenpost-Fund. Kochlehrerin Rose lächelt zwar immer nett, erkennt bei mir aber gleich einen höheren Betreuungsaufwand.image2P2170193Und Tadaa, in nur einer Stunde ist unser selbstgekochtes Sansibar-Menü fertig. Alle haben es überlebt, trotz meiner Beteiligung. Mein Lieblingsgericht war mit Abstand das Oktopus-Curry (links unten). Am Ende des Post schreibe ich Euch das Rezept dafür auf. Wirklich einfach nachzukochen (wenn ich das schon sage!).image44Ich musste mich allerdings nach dem anstrengenden Schnippeln etwas länger ausruhen…P2170977P2170287Abends gab es dann im Market Kitchen Restaurant die “Seafood Feast”-Platte und Ingwer-Limetten-Cocktails. Dieses Mal hatte ich nichts damit zu tun. Das wäre auch zu viel Adrenalin für einen Tag…P2170273Verantwortlich für die Gewürzexplosion auf Sansibar sind übrigens die Omaner, die einst Nelken, Muskatnuss und Zimt importierten und sie dann zum größten Exportschlager machten. Der Sultan verlegte 1840 sogar seine Hauptstadt von Muskat nach Sansibar, nachdem zuvor, im Jahr 1811, der zentrale Sklavenmarkt für Ostafrika gegründet wurde – das dunkelste Kapitel der Sansibar-Geschichte. P2170392P2170408Die Gewinne aus Gewürzexporten und Sklavenhandel machten aus der Altstadt, die bis dahin nur aus Hütten bestand, das prachtvolle Stone Town mit den wohl eindrucksvollsten Holztüren der Welt. Der Sultan ließ an der Uferpromenade auch das damals modernste Gebäude Ostafrikas errichten, mit Strom und einem elektrischen Fahrstuhl. Das House of Wonders ist noch heute ein Touristenmagnet, genauso wie das Geburtshaus von Freddie Mercury, der hier am 5. September 1946 unter dem Namen Farrokh Bulsara auf die Welt kam. image21P2170398Ansonsten: Einfach durch die Gässchen laufen, die Kunst und die Türen bewundern und unbedingt in einem der vielen kunstvoll verzierten Dachterrassen einen Kaffee trinken.image22P2170366P2170450image23P2170428P2170299Ohne einen Gewürzfarm-Besuch war man nicht auf Sansibar. Denn obwohl man viele der Gewürze in getrockneter Form kennt, ist man dann doch überrascht zu sehen, wie sie wachsen. Der Nelkenbaum hat z.B. rote Früchte, Ingwerblätter sehen aus wie Bambus, Sternfrucht wächst aus kleinen pinken Blumen, Vanillepflanzen schlängeln sich den Baum hoch und Zimt ist eigentlich eine Baumrinde. Irgendwann rieche ich – ähnlich wie nach einer Stunde Douglas-Besuch in der Vorweihnachtszeit – gar nichts mehr.P2170312P2170306Am meisten überrascht hat mich allerdings die Muskatnuss. Sie wächst in einer Frucht, die von außen wie eine Aprikose aussieht.P2170597image3Mein Frühstück jeden Tag: Bohnen mit Kokosmilch und Samosa im Market Kitchen Restaurant. Dafür gab es leider keinen Kochkurs. Also musste ich zu Hause wieder auf Wurststullen umsteigen.P2180082Am letzten Tag meiner Reise habe ich mich mit Nachdruck geweigert, einen bestimmten Ort im Essque Zalu zu verlassen: und zwar den hoteleigenen Holzsteg, der 200 Meter in den türkisfarbenen Ozean hineinragt. Die Plattform ist der einzige Ort auf ganz Sansibar, von dem aus man sowohl den Sonnenauf- als auch den Sonnenuntergang beobachten kann. Warum sollte man daher weg?image25P2170611P2170641image32P2170665P2170737P2170731Am Ende des Stegs befindet sich das Jetty-Restaurant, Liegen und… P2170698P2170732P2170716… natürlich eine Bar vor der wohl schönsten Kulisse überhaupt.P2170733image43P2170781Eine Treppe am Ende des Stegs führt direkt zum Unterwasserparadies des Indischen Ozeans hinunter. Besonders schön wird es während der Ebbe, wenn das Meer den Blick auf den Meeresboden freilegt und der Kellner den Blick auf den Flaschenboden.P2170794P2170909Sieht man auf Sansibar überall: die traditionellen Holz-Segelschiffe, die Daus.P2170813P2180016Am Abend habe ich meinen Lieblingsort dann doch für eine Stunde verlassen – um mit einem Dau in das Nachtlila zu segeln. Dann aber schnell wieder zurück zu meinem geliebten Steg. image45Denn es gab Cocktails (der linke heißt “Pornstar Martini”, sehr zu empfehlen)… P2180029P2170518image51…und Sushi und Sashimi, das auf einem Boot direkt aus dem frischen Fisch herausgeschnitten wurde. Wellenrauschen dazu. Ganz schön wunderbar, dieses Sansibar! Auch wenn Sinbad nie aufgetaucht ist.image53Und das braucht Ihr für das Oktopus-Curry: 200 g gekochten Oktopus (etwa 30 min kochen, bis das Fleisch weich wird), 1 EL gehackte Zwiebeln, 1 EL gehackten Knoblauch, 1 EL Curry-Pulver, 1/2 TL Kurkuma (gemahlen), 4 EL gewürfelte Tomaten, 250 ml Kokosmilch, 2 EL Öl, Salz, Pfeffer. So geht’s: Zwiebeln und Knoblauch in Öl andünsten, Gewürze hinzufügen und weiter kurz zusammen andünsten. Tomaten, Oktopus-Stückchen und Kokosmilch dazugeben, bei schwacher Hitze 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken!

Hier ein paar nützliche Infos für die Sansibar-Reise:

Flug: Mit Ethiopian Airlines nach Sansibar ab 743 Euro/hin und zurück. Einreise: Ein Visum kann bei der Ankunft am Flughafen erworben werden (50 US-Dollar). Gelbfieber-Impfung ist vorgeschrieben. Auf keinen Fall den Impfpass vergessen, sonst kommt man nicht rein. Zeitverschiebung: Während der Winterzeit plus zwei, während der Sommerzeit plus eine Stunde. Währung: 1 Euro = 2652 Tansania-Schilling. Übernachten: Boutique-Hotel Essque Zalu Zanzibar ab 180 Euro p. P. inkl. Halbpension. Reisezeit: Es gibt eine kleine Regenzeit von November bis Dezember und eine große von März bis Mai. Die Wassertemperaturen fallen nie unter 25 Grad.

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Gambia: Tanji Fischmarkt

Ich bin ein Küstenmädchen. Und wie es sich für ein ordentliches Küstenmädchen gehört, liebe ich den Fischgeruch. Ich meine nicht den nach gratinierten Austern in Paris oder nach einem sterilen Safran-Fischmarkt in der Bretagne, ich meine den echten Fischgeruch. Ich liebe es, wenn die Haare von Männern nach geräucherter Makrele riechen und Fischschuppen unter den Fingernägeln von Frauen glitzern. Manche werden diese Bilder nicht gerade einladend finden, aber für mich war es die beste Erfahrung in Gambia (Westafrika), durch das Fischerdörfchen Tanji zu laufen. Zuerst durch die Gassen und Häuser, wo der Fang sauber gemacht und geräuchert wurde und dann am Strand entlang, wo die Boote gegen Nachmittag zurückkehrten – mit glücklichen und traurigen Gesichtern. Und ich wünschte, ich könnte nicht nur die Farben, sondern auch diesen Geruch einfangen – und ihr würdet mich dafür hassen…P1500446P1500461P1500490P1500493P1500477P1500515P1500506P1500554P1500595P1500768P1500826P1500589P1500604P1500633P1500810P1500613P1500620P1500597P1500778P1500661P1500701P1500641P1500753Lest hier meine Geschichte über Gambia in der BZ am Sonntag.

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Gambia: Beach Life

Wenn ich zum ersten Mal in einem ganz neuen Land bin, versuche ich zumindest am Ankunftstag mich nicht mit irgendwelchen Volkshelden-Statuen und Kunstmuseen zu verabreden, sondern einfach nur rumzulaufen und alles auf mich wirken zu lassen – Natur, Menschen, Bier… Ich war vor Gambia noch nie in Afrika (außer in Ägypten und Marokko – aber, ich schätze, das zählt nicht) und hatte nicht wirklich Ahnung, was mich erwartet. Im Westen am Atlantik gelegen, das kleinste Land des Kontinents, komplett von Senegal umgeben und vom Gambia-Fluss durchzogen, das lokale Bier heißt JulBrew – mehr wusste ich nicht… P1480021Um noch genug Zeit für das “Nichtstun” zu haben, sind wir nach unserem 6-Stunden Flug in die Hauptstadt Banjul (auf einer Insel gelegen, nur zwei Stunden Zeitverschiebung = kein Jetlag) via Brüssel (brusselsairlines.com, Flüge ab Europa ca. 700 Euro), sofort mit einem Mini-Bus ins Hotel gebracht worden. P1480024P1480066P1480026Meistens sind es negative Sachen, die ich übersehe… Dieses Mal habe ich aber das Wort “BEACH” im Hotelnamen nicht bemerkt (The Kairaba Beach Hotel)! Alle, die den diesjährigen Sommer in Europa verbracht haben, wissen, warum ich mich davon gleich doppelt so stark angezogen gefühlt habe als sonst. Also schnappte ich meine Kamera, meine Ich-bin-noch-nicht-braun-genug-fast-ganzkörper-Tunika und rannte durch die Hotelanlage zum Wasser, noch schnell bevor die Sonne untergeht.P1480064P1480053P1480058Auf dem Weg zum Strand entdeckte ich: 1. Bäume in Herzform…P14800842. Die lokalen Backstreet Boys…P14800313. Einen Pool, falls mir der Strand nicht gefällt…P14905314. Meine neuen Lieblingsbumen: Frangipani (riechen nach Cocos)…P14909105. Und einen Vogel, der mir den Weg zeigte.P1490311P1490318P1490320P1490306Ich fand den Strand sofort cool. Nicht nur, weil Quallen die Durchblutung fördern, sondern weil man auf richtige gambische Beachlife traf. Normalerweise sieht man ja an Hotelstränden meistens fast nur Hotelgäste.P1490295P1490298P1490326P1490299P1490348Als Annette und ich am Strand spazierten, lernten wir von zwei gambischen Romeos gleich die wichtigste Weisheit des Landes: “It´s nice to be nice”. Ach so.P1490336P1490601 P1490605P1490300P1490587P1480088P1480099Das Hotel ist bekannt für seine weitläufigen Gartenanlagen, auf denen Vögel anzutreffen sind, die sonst auf Bier-Covern posieren (Bild ganz unten)…P1480106… und für das Self-Catering (es war gerade Mango-Zeit).P1480110P1480093P1490372P1480150Spaß, es gab hier auch drei Restaurants, mein Lieblings davon war natürlich das Bunteste und mit Seafood.P1480148P1480159P1480154 KopieAlle Infos über Gambia hier. Pauschalreisen nach Gambia gibt´s seit der letzten Saison bei Thomas Cook. Auch zu empfehlen: Afrika-Spezialist Thürmer Tours und Studienreisen-Anbieter Studiosus.

Da mein Blog noch sehr neu ist, freue ich mich sehr über einen Like auf Facebook und über einen Follow auf Instagram oder Twitter. Und natürlich auch über einen Kommentar, der nicht die Wörter “Viagra” oder “Cheap Louis Vuitton” enthält…

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Im Streichelzoo von Gambia

Bevor ich anfange euch ausführlich über meine gesamte Reise nach Gambia, Westafrika zu erzählen, wollte ich im ersten Post erst einmal meinen Lieblingspool dort zeigen. Schließlich gehören gute Pools für viele mit zum perfekten Urlaub und man kann gar nicht genug davon empfehlen.P1490627P1490630Um zum Pool zu gelangen, muss man aber erst durch ein Museum, um sich über die aktuelle Bademode in Gambia zu informieren. Cut outs sind angesagt. Vor allem an den Augen. P1490648P1490639P1490657Nach einem Spaziergang durch einen Wald kommt man an der Lifeguard-Stelle vorbei. Viel zu tun hat der gambianische Hasselhoff aber nicht, der Pool ist eher überschaubar. Aber wo ist das Wasser?P1490723Das Wasser im Pool ist komplett unter einem grünen Pflanzenteppich versteckt. Was darunter ist, wissen nur die etwa 100 heiligen Krokodile von Kachikally, die sich gemütlich daneben sonnen.P1490733P1490720Die heiligen Krokodile faulenzen nicht nur rum, sondern übernehmen auch wichtige Animateuraufgaben. Sie lassen sich zum Beispiel streicheln. Ich hatte (trotz des kurzen Lächelns in die Kamera) panische Angst. Denn: Die Krokodile von Kachikally bewirken, dass man ganz viele Kinder bekommt.P1490737Für alle, die denken, der war jetzt eh nicht echt – hier der Schuhwerftest! Mich fanden sie anscheinend weniger lecker. Jetzt im ernst: Krokodile sind fast blind und reagieren vor allem auf Vibrationen. Wenn man sich langsam einem (satten!) Krokodil nähert und nicht stampft, bekommt er nichts davon mit.P1490681Die Heiligen Krokodile von Kachikally in Bacau sind eine der größten Sehenswürdigkeiten von Gambia und was für Touristen zu einem Streichelzoo geworden ist, hat für Gambier eine große Bedeutung. Hierher pilgern Frauen, die keine Kinder bekommen können. Einer Legende nach lebte im 16. Jahrhundert ein Häuptling vom Mandinka-Stamm (mit 43 Prozent heute noch der größte Gambias) namens Ngaga Ceesay. Keine seiner 15 Frauen konnte ihm ein Kind schenken (seiner Meinung nach eindeutig die Schuld der Frauen). Frau Nummer sieben erschien im Traum ein dicht besiedelter Wald und ihr kugelrunder Bauch. Sie schnappte sich Ngaga, ging mit ihm in diesen Wald und entdeckte an einem Teich (heute der Krokodilpool) zwei Albinokrokodile. Nach ein Mal streicheln war sie schwanger. Äähmmm….Hoffentlich funktioniert das nur bei Gambiern…P1490777P1490702Lest hier meine Reisegeschichte über Gambia in der BZ. Allgemeine Infos über Gambia hier.