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Kopenhagen zum Relaxen

Alle sagen man muss im Sommer nach Kopenhagen. Dann sitzen die Dänen total entspannt am Wasser, sehen ohne ihre Winterjacken noch viel hübscher aus als sonst und die Auswahl an getrockneten Substanzen im Freistaat Christiania ist noch größer. Ich war vor zwei Wochen zum ersten Mal in Kopenhagen. Um festzustellen: Keine Parka und kein Sturm hält einen Dänen davon ab, gut auszusehen. Und gut gelaunt zu sein. Dänemark gilt ja als das Land mit den glücklichsten Menschen der Welt. Das ergab die aktuelle Map of Happiness. Ich dachte immer die glücklichsten Fleckchen der Erde wären entweder Monaco wegen der ganzen Millionäre, Mexiko wegen des Tequilas oder Amsterdam wegen … na ja, Ihr wisst schon. Aber nein, das sind die Dänen, angeblich weil sie immer so entspannt sind.
Deshalb sah mein Plan für Kopenhagen so aus: An kalten Tagen nach Orten suchen, die die Leute hier so relaxed machen, an SEHR kalten Tagen zu Orten und Museen gehen, die in meinem Reiseführer mit diesem komischen roten Stern markiert sind (steht wohl für Highlights) und man sich sofort schlecht fühlt, wenn man auch nur eins davon verpasst. In diesem Post geht´s um meine Kopenhagen-Lieblinge zum Relaxen und im nächsten dann um Stadt-Highlights, die jeder gesehen haben sollte. Und wer noch nicht genug von Kopenhagen hat: Hier meine Reisegeschichte in der BZ.P1440914

Eine enstpannte Reise beginnt immer mit einem entspannten Hotel. Die Zimmer in Kopenhagen sind entweder zu klein oder zu teuer – meins war beides. Aber dafür zentral am Hauptbahnhof gelegen, cool eingerichtet und Trip-Advisor-Gewinner vom letzten Jahr. Das lag bestimmt an der Tee- und Kaffeflatrate, über die ich mich bei dem 50-Studenkilometer-Wind und gefühlten 20 Grad Minus (habe ich mir nicht ausgedacht, hat der dänische Nachrichtensprecher gesagt) auch sehr gefreut habe.P1440415P1440418P1440425

Der beste Weg, eine Kopenhagen-Reise relaxed anzugehen, ist eine Bootstour zu machen. So bekommt man den ersten Überblick über diese verwinkelte und von Häfen und Kanälen übersäte Stadt. Das Hop-On-Hop-Off-Boot stoppt im 1Std. und 15 Min.-Takt immer am Gammelstrand, Nyhavn, bei der kleinen Meerjungfrau und am Christianshavn. Und fährt vorbei an der Börse mit ihrem Dach aus ineinander verschlungenen Drachenschwänzen (erstes Bild), an der modern gebauten Oper, am besten Restaurant der Welt Noma und am Schloss Amalienborg – der Stadtresidenz der dänischen Königin Margrethe II. Man kann so oft wie man möchte aussteigen und dann wieder weiterfahren. Diese Quatsch-Mütze habe ich mir übrigens in einem Touri-Shop gekauft, weil es so kalt war und die Geschäfte nur noch die Frühjahrs-/Sommerkollektion hatten. Jetzt sind wir unzertrennlich :-) .P1440998P1440584P1440557 P1440568 P1440589P1450243 P1440604 P1440609 P1440633

Es gibt ein paar Viertel in Kopenhagen abseits des Zentrums, die für das dänische Dolce Vita wie geschaffen sind. Ich fand Vesterbro cool, das alte Arbeiterviertel Kopenhagens, wo jetzt überwiegend Studenten und junge Familien wohnen. Hier sind auf dem Gelände von einem Schlachthof, wo morgens übrigens immer noch Fleisch auseinander genommen wird, ein paar hippe Bars und Restaurants enstanden wie die Karrierebar, das Paté Paté (für Leberpasteten bekannt) oder die Fiskebar (Fisch und Austern). Die roughe Einrichtung haben die meisten beibehalten: z.B. die Fiskebar mit Hacken, die von der Decke hängen, weißen Fliesen und Stahltischen. Wenn man aber an den von außen unspektakulär aussehenden Hallen tagsüber vorbeigeht, kann man noch nicht mal erahnen, was hier abgeht, wenn es Nacht und Wochenende wird in Kopenhagen.P1440731P1440725P1440715P1440711

Nicht verpassen sollte man auch den Freistaat Christiania – den Inbegriff vom Relaxen. Anfang der 70er Jahre wurde das Gelände von Jugendlichen besetzt und obwohl es schon öfter Streit mit der Regierung gab, zahlt man in diesem selbstverwalteten Mini-Stadtteil immer noch keine Steuern. Heute ist Christiania eher zu einer Touristenattraktion geworden, die Bewohner verdienen ihr Geld mit Restaurants, Kneipen, Kunst … und Gras. Und irgendwie sieht es vor allem abends dort aus wie im Disneyland für Hippies – mit fantasievoll bemalten Wänden, Handwerk, bunten Strahlern und brennenden Mülltonnen, an denen man sich bei einer Suppe oder einem Schnaps aufwärmt. Nur Fotos darf man dort nicht machen – deshalb hier nur ein Bild vom Eingang.

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Und zum Schluss mein absoluter Lieblingstipp. In nur vier Stationen vom Stadzentrum entfernt kommt man mit der spektakulären Metro, die ohne Lokführer fährt und vorne verglast ist (unbedingt ganz vorne einsteigen!), zum wunderschönen Amager Strand. Im Sommer wird dieser Ostseestrand im wahrsten Sinne des Wortes zum Hot(tie)spot, aber auch sonst kriegt man nirgendwo in Kopenhagen so viele Sonnenstrahlen ab wie dort – mit dem Blick auf die Brücke nach Malmö und die darüber abhebenden Flieger.P1450144P1450159P1450181P1450205P1450230