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Ilha Grande: Das schönste Gefängnis der Welt

Jahrhundertelang fest in der Hand von Piraten, zwischendurch eine Zwangskolonie für Leprakranke, danach 90 Jahre lang Gefängnisinsel für Drogenbosse und Schwerkriminelle – ach, eine Badass-Geschichte endete selten so schön wie auf Ilha Grande! Die 150 Kilometer lange Insel in Brasilien, gelegen zwischen Rio de Janeiro und São Paolo, wurde erst Ende der 90-er für den Tourismus freigegeben und hat immer noch keine Straßen, keine Bankautomaten, keine Zeugen (was auch immer Ihr vorhabt). Dafür aber dichten Urwald, 86 Strände, die wohl schönsten Pousadas (Ferienhäuser) Brasiliens und Helikopter- und Schiffswracks aus den Gangster-Zeiten zum Abtauchen. Man sagt, die Insel wäre verflucht, weil sie sich innerhalb von Sekunden in einen dichten Nebel hüllen kann – dann sieht man sie noch nicht einmal aus zehn Metern Entfernung. Wohl auch der Grund für die vielen Wracks vor ihrer Küste und die unzähligen gescheiterten Fluchtversuche. Mein Fluchtversuch nach zwei Tagen Aufenthalt ist leider nicht gescheitert, wir mussten weiter nach São Paolo, aber Ilha Grande ist für mich heute noch eines der magischsten Orte, die ich je gesehen habe.
P1210629P1210669Die meisten reisen von Rio de Janeiro an. Die 160 Kilometer bis Angra dos Reis kann man mit einem Bus (fährt alle zwei Stunden, ca. 15 Euro) zurücklegen oder auch mit einem Mietwagen (viel schöner, weil man dann an der Küstenstraße immer ausssteigen kann) . Danach fährt man eine weitere Stunde mit der Fähre auf die Ilha Grande (ca. 5 Euro). Im Hauptort Vila do Abraão bleiben die meisten Touristen, hauptsächlich Backpacker. Hier gibt’s günstige Hotels, ein paar Lebensmittel-Shops und Bars.P1220417P1210844Unser Glück im Unglück war, dass wir zur Karnevalszeit reisten und alle Hotels im Hauptort ausgebucht waren. Wir wollten aber unbedingt auf die Insel, also haben wir im Internet noch das letzte freie Zimmer in der Pousada Atlantica Jungle Lodge reserviert, irgendwo mitten im Dschungel auf der anderen Seite der Insel. Für die lange Reise, die wir machten, war das Zimmer überirdisch teuer (270 Euro/Nacht). Karnevalszeit eben, da verdreifachen sich die Preise. Als wir mit dem Boot im Hauptort abgeholt wurden und nach einer weiteren halben Stunde immer näher an unsere Pousada kamen, dachte ich nur: Ok, das Geld hätte man nicht besser investieren können. Oben auf dem Bild ist das Häuschen: Mitten im Urwald, nur drei Zimmer, ein Privatstrand in einer einsamen Bucht und die Köchin war nur für uns da (was sowieso mein Lebenstraum ist). P1210802P1210699P1210812 KopieTarnfarben angezogen, etwas rumposiert, ab an den Tisch. Die Köchin meinte, sie hätte gerade einen frischen Tintenfisch bekommen und solche Ansagen machen mich immer besonders schnell.P1210714P1210709P1210737P1210742P1210738Vor der Küste gab es eine schwimmende Bar, auf die man vom Essbereich aus geschaut hat und die auch zu unserer Pousada gehörte. Man konnte auch dort essen oder trinken. Zuerst musste man aber hinschwimmen oder hinpaddeln. Nach den vielen Bohnen keine Option mehr…P1220332P1220405P1220366Kurze Geschichte zu diesem Foto und vielen vielleicht merkwürdig erscheinendem Outfit: Vor der Reise hat mir jeder gesagt, ich soll bloß keine schönen Sachen und auf keinen Fall Schmuck nach Brasilien mitnehmen. Ein paar ausgewaschene Tops und eine Jeans-Shorts würden reichen. Mädels, es ist eine miese FALLE! In Rio angekommen, fiel ich sofort als Touri auf, weil ich einfach wie ein Zottel aussah. Und die ganzen hübschen Brasilianerinnen in ihren Kleidchen und mit Ohrringen und Ketten behangen – selbst im Wasser  – zwinkerten ununterbrochen meinem Freund zu. Da habe ich gesagt, ich verlasse nicht mehr das Hotel, bevor wir nicht einkaufen gehen. Das sind sie also: meine brasilianischen Shopping-Schätze. Aber ein richtiges Outfit kommt selten zur richtigen Zeit. Denn auf diesem Strand vor unserer Pousada waren wir alleine, keine Konkurrenz weit und breit. Und die Ohrringe daher etwas zu dick aufgetragen. Na ja, wenigstens ein Foto gemacht.P1220413P1220300Etwa 30 Gehminuten von unserer Pousada entfernt, war auch der berühmte Strand Lopes Mendes (auf dem Foto oben). Nett zu sehen, weil er regelmäßig unter die besten 20 der Welt gewählt wird, aber unsere Bucht war irgendwie netter – also sind wir noch rechtzeitig wieder zurück. Es dämmert auf der Insel nämlich schlagartig und man muss ja durch den Dschungel. Und der ist irgendwann voll mit Fledermäusen.P1220255P1210771P1220240P1210848Am nächsten Tag holte uns ein Boot ab (ca. 50 Euro/p.P., direkt in der Pousada buchbar). Das ist eine gute Gelegenheit für alle, die nur einen Tag bleiben, die gesamte Insel und ihre schönsten Strände zu sehen. Wir waren mit einer Gruppe von Kolumbianern an Board, was den Ausflug auch gleich viel lustiger machte. Vor allem, nachdem sie Ihre Flasche Pisco rausgeholt haben. P1210877P1210866P1220010 KopieP1220150P1220027P1220140Auf dem Weg schwammen noch ein paar Bars, die wir angefahren haben (denn der Pisco blieb nicht lange kalt) und ich hatte das Gefühl, noch nie in meinem Leben so viel saftiges Grün gesehen zu haben. Wasser, Dschungel, selbst das Licht war irgendwie grün.P1220177P1220211P1220182P1220217P1220076P1220104P1220063Die berühmteste Palme von Ilha Grande wächst auf der Praia do Aventureiro. Sie ist wohl der beste Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, seine Meinung zu ändern und nach oben zu wachsen.P1220125P1220113 KopieP1220425Auf Ilha Grande könnte man eigentlich eine Woche lang Urlaub machen. Es gibt Gefängnis-Ruinen, Berge, Taucher-Höhlen, Wasserfälle, einen Leuchtturm… Hier ein Travelbook-Artikel, der die Insel, ihre Geschichte und Sehenswürdigkeiten sehr detailliert beschreibt. Wir mussten nach zwei Tagen wieder weg und lustigerweise kam ein dichter Nebel auf, als unser Boot langsam wegfuhr  –  so, dass man nach einer Minute die Insel überhaupt nicht mehr sah.

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Ratatouille im Disneyland Paris

Zuerst knallt Ihr durch ein Pariser Dachfenster auf den Küchenboden, jemand wischt eine Tomate weg und der Saft fliegt Euch ins Gesicht, dann versteckt Ihr Euch in einem überdimensionalen Kühlschrank hinter dem Erbsenglas. Und am Ende kommt auch noch die Mausefalle! So fühlt sich das an, auf die Größe eine Ratte zu schrumpfen und durch eine Küche fliehen zu müssen. Das Gefühl kann jetzt jeder in der kürzlich im Disneyland Paris eröffneten 4-D-Attraktion “Ratatouille: Das Abenteuer” nachempfinden – angelehnt an den mit dem Oscar ausgezeichneten Animationsfilm von Disney und Pixar. Die Geschichte kennen wir ja alle: die Ratte Rémy will unbedingt ein Starkoch werden und wird schließlich durch ihr kreatives Ratatouille-Gericht berühmt. Das Entwicklungsteam von Walt Disney Imagineering (sind für die Umsetzung von Attraktionen verantwortlich) arbeitete sechs Jahre an der bisher modernsten Attraktion von Disney, die im Sommer mit einer großen Party eröffnet wurde. Und ich durfte als eine der ersten damit fahren! Die Eröffnungs-Veranstaltung fing mit einer Bootsfahrt durch Paris an – der Heimat von Rémy. Und natürlich mit riesigen Macarons…P2070163P2070256P2070255P2070227P2070273P2070309Ich habe Paris noch nie zuvor von einem Boot aus gesehen. Und wie sehr ich es auch versucht habe, nicht der kitschigen Szenerie aus dem funkelnden Eiffelturm und dem Sonnenuntergang an der Notre Dame zu verfallen – ich habe mich trotzdem viel mehr wie eine Disney-Prinzessin als die Ratte Rémy gefühlt. Das änderte sich schnell am nächsten Tag, als wir zuerst etwas Zeit hatten, den Walt Disney Studios Park kennen zu lernen und dann bei der Eröffnungszeremonie von Ratatouille zum ersten Mal Probe fahren durften. P2070401P2070578P2070574Ganz praktisch: Es regnet nur, wenn man sich unter den Regenschirm stellt. Nach einem freien Fall im Hollywood Tower Hotel (auf dem oberen Foto) brauchte ich diese Erfrischung.P2070577P2070564P2070513Nicht nur die neue Attraktion, sondern auch ihre ganze Umgebung wurde Paris nachempfunden, denn hier spielte auch der Film. Ein lustiger Zufall also, dass die Macher von Ratatouille eine Art Mini-Paris im Disneyland Paris kreieren mussten: mit typischen Häusern, Dächern, Brunnen, Künstlern und Zeitungsverkäufern, selbst die Mülltonnen waren identisch. Und es gab sogar einen Koch, der das Ratatouille so zubereitet hat wie Rémy im Film – nämlich das Gemüse in mehrere Schichten gelegt. Und ratet, wer vorbeigeschaut hat? Natürlich Rémy höchstpersönlich mit seiner Küchen-Crew. Und ein paar Managern…P2070500P2070499P2070457P2070509P2070512P2070462P2070519P2070503P2070468Nach der Fahrt im Ratmobil (drin konnte man keine Bilder machen), steigt man im Restaurant der Attraktion aus. Hier fühlt man sich weiterhin winzig, denn im Bistrot Chez Rémy dienen Champagner-Korken als Stühle, Kochtöpfe als Lampen und riesige Teller als Raumtrenner. Und natürlich wird als Hauptgericht Ratatatouille serviert (zum Glück nicht allein, sondern in freundlicher Begleitung von Steak und Pommes). P2070536P2070551P2070534P2070558P2070559Das war die Botschaft des Films, falls Ihr Euch erinnern könnt. Ich kenne da aber mindestens eine Ausnahme.P2070979P2070941Aerosmith Rollercoaster was meine Lieblingsattraktion im Park (nach Ratatouille, versteht sich). Der Grund, warum es so leer aussieht: Sie haben für die Abendparty das ganze Gelände ausschließlich für uns geschlossen. Kann es einen bitte noch besser treffen? Fast allein im Disneyland Paris und man kann immer und immer wieder und auch noch ohne Schlange mit den ganzen Attraktionen fahren! P2070992P2070933Weiterer Grund, glücklich zu sein: Ich konnte ganz viele Bilder mit Donald machen, meiner Lieblings-Disney-Figur (wir haben dieselbe Nase). Dickarsch Daisy hat unsere Romanze allerdings etwas gestört… P2080021P2080007Danke Disneyland Paris für dieses unvergessliche Abenteuer!

Lest hier meine Geschichte über die Ratatouille-Eröffnung in der BZ am Sonntag und hier bei bild.de!

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Über den Malediven

Manche Sehenswürdigkeiten beginnen, bevor man überhaupt am Urlaubsort angekommen ist. Bei meinem Flug auf die Malediven (1196 Inseln) letzte Woche dachte ich nur: Wow, alleine für diese Aussicht hat sich der Tomatensaft von Turkish Airlines schon gelohnt. Zum Glück waren die Stewardessen nicht so streng und ich durfte selbst bei Landung von Fenster zu Fenster hüpfen und Fotos machen.P1900751P1900772P1900796P1900815P1900837P1900827P1900860 - Arbeitskopie 2P1900860P1900887P1900892P1900869P1900897Man landet neben Malé und wie es schon aus dem Flieger schnell deutlich wird, ist sie die am dichtesten besiedelte Hauptstadt der Welt (75000 Einwohner auf 5,8 Quadratkilometern). Gegenüber dem Flughafen-Ausgang ist auch gleich der Bootssteg für Fahrten nach Malé und die benachbarten Urlaubs-Inseln. Ich musste aber noch einen Inlandsflug nach Kaadedhdhoo nehmen. “Meine Insel”, der Robinson Club Malediven, ist nämlich weiter von Malé entfernt (ca. 400 Kilometer) als Sri Lanka. Der nette Nebeneffekt: mehr Fotos. Und eine zusätzliche Sightseeing-Tour, die mit dem Helikopter sonst viel Geld kostet. P1900918P1900931P1910069P1900943P1900987P1910019P1910063P1910060P1910070P1910074P1910079Nach weiteren 30 Minuten Bootsfahrt war ich endlich da: In meinem Strand-Bungalow mit meinem Prinzessinnen-Bett und meinem Prinzessinnen-Bad mitten im Garten. P1910109P1910115P1910118P1910117P1910124P1910128Noch schnell den hundertsten Sonnenuntergang fotografieren (was soll ich machen…) und dann unter dem Sternehimmel duschen. So fühlt sich also Liebe an, die an einem beschlagenen Flugzeug-Fenster beginnt…

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Rock the Boat

Wenn Ihr in einem Hotel im Süden von Mauritius bleibt, gehört eine Katamaran-Tour (ca. 60 Euro pro Person) zu den schönsten Ausflügen, die Ihr machen könnt. Es gibt zwar an jeder Küste eine, die südliche Tour ist aber am beliebtesten. Angeworben wird sie mit Delfinen (was ungefähr auf 90 Prozent der Katamaran-Touren weltweit zutrifft), schönen Schnorchelplätzen (den einen Fisch würde man wo anders übersehen) und mit dem lustigen Korallenpilz (das ist wirklich ein nettes Foto). Warum sie trotzdem so beliebt ist? Ich würde sagen, die Tour ist deshalb so besonders, weil man vom Wasser aus die beeindruckenden Bergketten der Insel sehen kann, die man im Süden der Insel sonst nie zu Gesicht bekommt. Und weil man von hier aus beobachten kann, wie schnell die Wolken an den Bergspitzen vorbeiziehen und sich das Wetter im Minutentakt ändert – eine weitere Besonderheit von Mauritius. Dieser Umstand wird beim Verkaufen leider nie erwähnt. Außerdem gibt es natürlich Schlimmeres, als den ganzen Tag mit Drinks, Bananen-Barbecue und Musik auf einem Boot abzuhängen und die Hälfte des Bikinis bei einer Arschbombe in den Indischen Ozean zu verlieren. Also war das Erste, was wir bei unserer Ankunft im Shanti Maurice gemacht haben, eine Katamaran-Tour zu buchen. Nach dem Frühstück natürlich…P1810906P1810909P1810897P1810914Indischer Pfannkuchen auf der Frühstücksterrasse von Shanti Maurice. P1810943P1810971P1810956Es fing bewölkt an und wechselte sich im Minutentakt. Dazwischen kamen: die Delfine!P1810975P1810979P1820011P1820030P1820003So funktioniert eine Katamaran-Drinkbestellung.P1820028P1820067P1820041Bananen-Steaks.P1820039P1820044Ein beliebter Schnorchelspot, wie man sieht…Danach kam doch noch Fleisch auf den Grill.P1820055P1820122P1820020P1820134Ein Korallenpilz? Nach drei Regenbogen-Cocktails hätte er für mich aber alles sein können…

Lest hier meine Geschichte über Mauritius in der BZ am Sonntag.

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Rehab-Weekend

Wer in Berlin wohnt und eine lange Nacht hatte (also immer), findet im A-ROSA Scharmützelsee eine angemessene Entspannung. Nah genug, um eben mal hinzufahren aber weit genug von jeglicher Versuchung (ca. 1 Std. mit dem Auto), ist das Sport & SPA Resort eigentlich mehr als Golfer-Adresse bekannt. Ich finde es aber voll allem im Frühherbst perfekt zum Spazieren, Tennis spielen, Boot fahren oder einfach nur für ein bisschen Wellness (am besten eine Gesichtsmassage buchen, die Füße und den Rücken sieht jetzt eh keiner mehr). Es gibt übrigens auch Kochkurse, sicherlich sehr nützlich für alle Menschen wie mich, die jedes Essen mit Käse überbacken damit es gut schmeckt. Und (falls es gar nicht mehr geht): es gibt auch eine Bar!P1330365P1330401P1330368P1330566P1330428P1330564P1330558P1330610P1330521P1330516Das Resort ist auch als Pauschalangebot buchbar im Wellness-Katalog von Thomas Cook.

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Bootstour in Riga

Ist es euch schon mal passiert, dass ihr in der eigenen Stadt Touristen etwas machen seht und dann das Gleiche tun wollt? Ich habe in Riga 14 Jahre gelebt und bin jedes Jahr mindestens einmal dort, aber ich habe noch nie eine Bootstour gemacht! Bei meinem letzten Besuch in diesem Sommer sah ich wie Touristen unter den Regenbögen von Fontänen durchfahren und wollte auch! Eigentlich dachte ich immer, dass Riga nicht die geeignetste Stadt für eine Bootstour ist und war überrascht wie viele kleine Kanäle und vesteckte Brücken es hier gibt. Die Boote warten am Basteiberg in der Altstadt und eine einstündige Fahrt kostet 10 Ls (ca. 13 Euro). Ich habe es aber für die Hälfte bekommen, weil ich dem Kapitän ein Eis geschenkt habe.P1670228P1670276P1670290Zuerst schippert man am Opernhaus vorbei, dann durch winzige Kanäle und Regenbögen P1670246P1670265P1670250P1670361P1670347P1670371Nach ein paar Minuten fährt man raus auf den Daugava Fluss, vorbei an alten Zeppelinhallen, die heute den Zentralmarkt beherbergen (jeweils eine Halle für Fleisch, Fisch und Milchprodukte)P1670380P1670391Auf dem Fluss sieht man auf der einen Seite den Fernsehturm und auf der anderen Seite die Altstadt mit der Petrikirche (rechts) und dem Rigaer Dom (links)P1670424P1670401P1670395P1670443Von außen sehen sie zwar nicht wirklich einladend aus, aber es gibt zwei neue coole Bars im alten Industriehafen: Aqua Luna und Koya (mehr darüber in den nächsten Posts). Beide sind eine entspanntere Alternative zu den Bars in der Altstadt. Eine andere neue Sache, die ich entdeckt habe: Riga hat einen kleinen Yachthafen (Bild unten). Wenn man in einer der beiden Bars abends sitzt, sieht man wie die Boote wieder einkehrenP1670456P1670460P1670493Vor allem die Brücken in der Altstadt sind richtig niedrig und voll mit Schlössern. DAS ist aber eine der Touristensachen in Riga, die ich niemals machen würde. Ich habe sogar überlegt mal nachts überall einen dritten Namen dazu zu schreiben. Ich glaube, ich bin ein richtiger Liebesschloss-Grinch!P1670515

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Glénan-Inseln: Karibik who?

Als wir in Fouesnant angekommen sind, um eine Fähre auf die Glénan-Inseln zu nehmen (zweite Station auf unserer Insel-Hopping Tour durch die Bretagne) dachte ich noch: Ok, genau so stelle ich mir Frankreich vor. Romantische Puppenhäuschen, Blümchen und Gärten, als ob Yves Rocher (übrigens ein Bretone) hier gerade seinen letzten Comercial abgedreht hätte…P1460617P1470089P1460569P1470092P1470083P1460676An der Anlegestelle zu den Inseln und 20 Häuserfotos später sah die Welt wieder ganz anders aus. Wir sind an einem Sandstrand mit lauter bunten Boten angekommen. Irgendwie hat mich beides mehr an meinen letzten Kuba-Urlaub erinnert (denkt euch den Mantel weg) und weniger an das Frankreich-Klischee. Andersrum wäre schlimmer… Aber wo ist eigentlich die Fähre?P1460648P1460641P1460695P1460713Die Fähre fuhr nicht. Es war Ende April, Nebensaison, windig und der Seegang ziemlich stark. Warum also nicht ein Mini-Boot nehmen…P1460747P1460760P1460766Als die Küste noch zu sehen war, fand ich das Schaukeln ganz lustig. Auf dem offenen Atlantik habe ich mich dann aber über jeden einzelnen Fixpunkt (Leuchtturm, Boje, andere sinkende Boote) sehr gefreut. Während der 40-minütigen Überfahrt bei 10 Grad wurde mir auch der erste Unterschied zu Kuba deutlich: Das Meerwasser, das an meinem Gesicht und an meinen Füßen runterlief hatte eher die Temperatur einer Minibar.P1460778P1460844Auf der Hauptinsel angekommen, habe ich mich wieder daran erinnert, warum wir überhaupt in dieses Boot gestiegen sind. An der Küste könnte das Wasser nicht friedlicher sein. Und plötzlich war Kuba wieder da!P1460872Îles de Glénan ist eine Inselgruppe aus – je nach Ebbe und Flut – zwischen sieben und zwölf Inseln. Darüber scheiden sich die Geister. Wenn man froh ist, befindet man sich während der Flut nicht gerade auf DER Insel, über die sich die Geister scheiden… Die Fähre bringt die Touristen aber nur auf die Hauptinsel Saint-Nicolas. Hier hat man die besten Strände, ein Restaurant und eine Jugendherberge für die Tauch- und Segelschüler.P1460822P1460826P1460857Auch wenn man es auf dem Bild nicht erkennt: Ich bin nass von Kopf bis Balerina. Zum Glück haben meine anderen zwei Heiligtümer überlebt: 1. Meine Kamera. 2. Mein Lunchpaket. Hier auf dem Segelschul-Gelände.P1460861P1460828P1460889Ich weiß, ihr denkt jetzt: Was sollen die ganzen Blümchen, wo sind die süßen Segelschüler? Aber das ist die Glénan-Narzisse und die wächst nur hier auf den Glénan-Inseln. Ihr Bestand (60.000 Stück) wurde 2008 zwei Wochen lang von 10 Leuten gezählt. Manche kommen nur hierher, um die Glénan-Narzisse zu sehen.P1460882Das Schönste zum Schluss: Die Strände von der Inselgruppe werden auch die Karibik der Bretagne genannt. Ich dachte zuerst: ja ja… Als ich davor stand dachte ich nur noch: Karibik who? DAS hier ist mindestens genau so türkis! Ab Juni geht die Saison los, dann kommen die meisten Touristen. Das Gute an Saint-Nicolas: Da die ganze Insel von solchen Stränden umgeben ist, verläuft sich die Menschenmenge ziemlich schnell.P1460923Und der beste Tipp (abgesehen von “bitte die Fähre nehmen”) ganz zum Schluss: links ist das Wasser zur Hochsaison 16 Grad warm (offener Atlantik), rechts nur drei Strandmeter weiter im geschützen Binnengewässer 20!P1460921P1460956P1460917P1460970P1470072P1460940P1470080Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Kopenhagen zum Relaxen

Alle sagen man muss im Sommer nach Kopenhagen. Dann sitzen die Dänen total entspannt am Wasser, sehen ohne ihre Winterjacken noch viel hübscher aus als sonst und die Auswahl an getrockneten Substanzen im Freistaat Christiania ist noch größer. Ich war vor zwei Wochen zum ersten Mal in Kopenhagen. Um festzustellen: Keine Parka und kein Sturm hält einen Dänen davon ab, gut auszusehen. Und gut gelaunt zu sein. Dänemark gilt ja als das Land mit den glücklichsten Menschen der Welt. Das ergab die aktuelle Map of Happiness. Ich dachte immer die glücklichsten Fleckchen der Erde wären entweder Monaco wegen der ganzen Millionäre, Mexiko wegen des Tequilas oder Amsterdam wegen … na ja, Ihr wisst schon. Aber nein, das sind die Dänen, angeblich weil sie immer so entspannt sind.
Deshalb sah mein Plan für Kopenhagen so aus: An kalten Tagen nach Orten suchen, die die Leute hier so relaxed machen, an SEHR kalten Tagen zu Orten und Museen gehen, die in meinem Reiseführer mit diesem komischen roten Stern markiert sind (steht wohl für Highlights) und man sich sofort schlecht fühlt, wenn man auch nur eins davon verpasst. In diesem Post geht´s um meine Kopenhagen-Lieblinge zum Relaxen und im nächsten dann um Stadt-Highlights, die jeder gesehen haben sollte. Und wer noch nicht genug von Kopenhagen hat: Hier meine Reisegeschichte in der BZ.P1440914

Eine enstpannte Reise beginnt immer mit einem entspannten Hotel. Die Zimmer in Kopenhagen sind entweder zu klein oder zu teuer – meins war beides. Aber dafür zentral am Hauptbahnhof gelegen, cool eingerichtet und Trip-Advisor-Gewinner vom letzten Jahr. Das lag bestimmt an der Tee- und Kaffeflatrate, über die ich mich bei dem 50-Studenkilometer-Wind und gefühlten 20 Grad Minus (habe ich mir nicht ausgedacht, hat der dänische Nachrichtensprecher gesagt) auch sehr gefreut habe.P1440415P1440418P1440425

Der beste Weg, eine Kopenhagen-Reise relaxed anzugehen, ist eine Bootstour zu machen. So bekommt man den ersten Überblick über diese verwinkelte und von Häfen und Kanälen übersäte Stadt. Das Hop-On-Hop-Off-Boot stoppt im 1Std. und 15 Min.-Takt immer am Gammelstrand, Nyhavn, bei der kleinen Meerjungfrau und am Christianshavn. Und fährt vorbei an der Börse mit ihrem Dach aus ineinander verschlungenen Drachenschwänzen (erstes Bild), an der modern gebauten Oper, am besten Restaurant der Welt Noma und am Schloss Amalienborg – der Stadtresidenz der dänischen Königin Margrethe II. Man kann so oft wie man möchte aussteigen und dann wieder weiterfahren. Diese Quatsch-Mütze habe ich mir übrigens in einem Touri-Shop gekauft, weil es so kalt war und die Geschäfte nur noch die Frühjahrs-/Sommerkollektion hatten. Jetzt sind wir unzertrennlich :-) .P1440998P1440584P1440557 P1440568 P1440589P1450243 P1440604 P1440609 P1440633

Es gibt ein paar Viertel in Kopenhagen abseits des Zentrums, die für das dänische Dolce Vita wie geschaffen sind. Ich fand Vesterbro cool, das alte Arbeiterviertel Kopenhagens, wo jetzt überwiegend Studenten und junge Familien wohnen. Hier sind auf dem Gelände von einem Schlachthof, wo morgens übrigens immer noch Fleisch auseinander genommen wird, ein paar hippe Bars und Restaurants enstanden wie die Karrierebar, das Paté Paté (für Leberpasteten bekannt) oder die Fiskebar (Fisch und Austern). Die roughe Einrichtung haben die meisten beibehalten: z.B. die Fiskebar mit Hacken, die von der Decke hängen, weißen Fliesen und Stahltischen. Wenn man aber an den von außen unspektakulär aussehenden Hallen tagsüber vorbeigeht, kann man noch nicht mal erahnen, was hier abgeht, wenn es Nacht und Wochenende wird in Kopenhagen.P1440731P1440725P1440715P1440711

Nicht verpassen sollte man auch den Freistaat Christiania – den Inbegriff vom Relaxen. Anfang der 70er Jahre wurde das Gelände von Jugendlichen besetzt und obwohl es schon öfter Streit mit der Regierung gab, zahlt man in diesem selbstverwalteten Mini-Stadtteil immer noch keine Steuern. Heute ist Christiania eher zu einer Touristenattraktion geworden, die Bewohner verdienen ihr Geld mit Restaurants, Kneipen, Kunst … und Gras. Und irgendwie sieht es vor allem abends dort aus wie im Disneyland für Hippies – mit fantasievoll bemalten Wänden, Handwerk, bunten Strahlern und brennenden Mülltonnen, an denen man sich bei einer Suppe oder einem Schnaps aufwärmt. Nur Fotos darf man dort nicht machen – deshalb hier nur ein Bild vom Eingang.

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Und zum Schluss mein absoluter Lieblingstipp. In nur vier Stationen vom Stadzentrum entfernt kommt man mit der spektakulären Metro, die ohne Lokführer fährt und vorne verglast ist (unbedingt ganz vorne einsteigen!), zum wunderschönen Amager Strand. Im Sommer wird dieser Ostseestrand im wahrsten Sinne des Wortes zum Hot(tie)spot, aber auch sonst kriegt man nirgendwo in Kopenhagen so viele Sonnenstrahlen ab wie dort – mit dem Blick auf die Brücke nach Malmö und die darüber abhebenden Flieger.P1450144P1450159P1450181P1450205P1450230