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Île de Sein: die beste Insel, um betrunken zu werden

Für den letzten Post über unsere Insel-Hopping Tour in der Bretagne (Frankreich) habe ich mein Highlight aufgehoben: Île de Sein – die beste Insel, um betrunken zu werden. Ihr werden denken: “Warum? Man kann sich auf jeder Insel gleich gut betrinken!” Nein, hier kann man es noch besser. Unten die sieben Gründe dafür:P1470241 P1470343P14703631. Selbst wenn an der Ablegestelle und auf der Fahrt zu der Insel die Welt unter geht, klärt sich der Himmel auf Île de Sein – als ob hinter einem Vorhang gelegen – immer auf. Das sagen die Fischer und die Segler, die ständig rüberfahren. So viel Glück muss gefeiert werden. P1470388P14705222. In den 60-er Jahren haben auf der 60 ha großen Insel 1000 Leute gelebt und es gab 28 Bars. Heute sind es 150 Leute und 6 Bars. Macht aber nichts, denn fast um die gesamte Insel verläuft eine lange Steinmauer. Beim guten Wetter nehmen alle ihr Glas einfach an die frische Luft und machen daraus die längste Bar der Welt.P1470517Ich trinke übrigens Kir Breton (bretonischer Kir Royal). Das Rezept ist sehr aufwendig: Cidre, Cassis, Fertig.P1470461 P1470471P14704873. Die meisten Häuser auf Île de Sein sind bunt (auch wenn man nur die Fenster anmalt) – für die Bretagne ziemlich ungewöhnlich.  So findet immer jeder in jedem Zustand nach Hause. Pink oder blau kann man sich schließlich besser merken als Straßennamen auf Französisch.P1470480Als ich die Insel Ende April besucht habe, war gerade Springflut. Das Meer ging besonders stark zurück und legte die Algen frei. Aber auch Seespinnen, Austern, Krebse und alle möglichen Meerestiere, die man sonst aufwendig aus dem Wasser holen muss. An diesem Tag konnte man sie einfach vom Boden aufsammeln.P14705004. Die Gassen auf Île de Sein wurde alle so schmal gebaut, dass ein Bierfass durchgerollt werden kann, man aber betrunken nicht umkippt. Denn man wird von beiden Seiten von einer Wand aufgefangen.P1470502P1470519P1470531P1470548P14705595. Île de Sein liegt im Vergleich zu den anderen Inseln ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten. Französische Vergrößerungslupen-Gerichte haben hier noch nicht ihren Einzug gefunden. Es gibt deftige Traditionsküche wie Rochen mit Granatapfelsoße und Kartoffeln. Beste Grundlage für die nächsten 3 Kir Breton.P1470621P1470631P1470636P1470652Keiner zeigt Bretagne (und ihre Drinks) besser als Christine. Findet hier alle ihre Posts.P1470600P1470657P14706746. Île de Sein ist die perfekte Insel, um seinen durch Alkohol entstandenen Übermut auszuleben.P1470683P1470692P1470735Und hier nochmal eine von den “Bierfass-Gassen”. Als die Fähre um 16 Uhr zurückfuhr, kam auch das Wasser wieder. Wer bis dahin sein Abendessen nicht gesammelt hat, war selber Schuld.P1470724P1470760P1470781P1470815P1470844P1470865P14708487. Wenn mal etwas am Glas schief geht, wird man spätestens bei der Ankunft in Audierne von Sauvetage en Mer gerettet. Ok, das ist ein mieser Grund. Aber die anderen 6 stimmern wirklich!

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Lieblingskloster in der Bretagne

Für unsere Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne (3 Tage, 3 Inseln) brauchten wir ein Hotel, dass genau zwischen den Inseln Ouessant, Glénan und Ile de Sein (im nächsten Post) liegt. Das Örtchen Douarnenez sollte deshalb eigentlich nur zu einer Übernachtungsstation werden. Schließlich fuhren die Fähren zu den Inseln sehr früh und der Wein war jeden Abend zu gut, um sich schon um 12 davon zu verabschieden. Jetzt würde ich aber sogar sagen: Kein Bretagne-Urlaub, ohne zumindest für ein paar Studen durch das verwunschene Douarnenez mit seinem beeinduckenden Jachthafen (geht ins offene Meer heraus) zu laufen. P1470887P1470960P1470906P1470903P1470905Unser Hotel Ty Mad (ab 110 Euro/Nacht) liegt direkt an einer kleinen Kirche und war früher eine Unterkunft für Mönche. Der neue Wirt machte daraus einen Lifestyle-Tempel mit Pool, Sauna, einem Gourmetrestaurant und einer Bar. Und mit einem Blick aus dem Fenster, für den ich jeden Abend fast meinen Aperitif verpasst habe. P1470095P1470233P1470922P1470237P1470111P1470132P1470158P1470169P1470180P1470188P1470211Und als ich dann noch zum Dessert Caramel au beurre salé bekommen habe (DIE bretonische Spezialität Salzbutterkaramell gibt´s in allen Möglichen Variationen: als Praline, als Aufstrich, als Eis, als Crème Brûlée), habe ich sogar kurz überlegt hier zu bleiben. Aber am nächsten morgen mussten wir weiter- auf die Ile de Sein, die letzte Station auf unserer Insel-Hopping Tour und gleichzeitig die beste Insel, um betrunken zu werden…P1470148P1470136P1470202Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Glénan-Inseln: Karibik who?

Als wir in Fouesnant angekommen sind, um eine Fähre auf die Glénan-Inseln zu nehmen (zweite Station auf unserer Insel-Hopping Tour durch die Bretagne) dachte ich noch: Ok, genau so stelle ich mir Frankreich vor. Romantische Puppenhäuschen, Blümchen und Gärten, als ob Yves Rocher (übrigens ein Bretone) hier gerade seinen letzten Comercial abgedreht hätte…P1460617P1470089P1460569P1470092P1470083P1460676An der Anlegestelle zu den Inseln und 20 Häuserfotos später sah die Welt wieder ganz anders aus. Wir sind an einem Sandstrand mit lauter bunten Boten angekommen. Irgendwie hat mich beides mehr an meinen letzten Kuba-Urlaub erinnert (denkt euch den Mantel weg) und weniger an das Frankreich-Klischee. Andersrum wäre schlimmer… Aber wo ist eigentlich die Fähre?P1460648P1460641P1460695P1460713Die Fähre fuhr nicht. Es war Ende April, Nebensaison, windig und der Seegang ziemlich stark. Warum also nicht ein Mini-Boot nehmen…P1460747P1460760P1460766Als die Küste noch zu sehen war, fand ich das Schaukeln ganz lustig. Auf dem offenen Atlantik habe ich mich dann aber über jeden einzelnen Fixpunkt (Leuchtturm, Boje, andere sinkende Boote) sehr gefreut. Während der 40-minütigen Überfahrt bei 10 Grad wurde mir auch der erste Unterschied zu Kuba deutlich: Das Meerwasser, das an meinem Gesicht und an meinen Füßen runterlief hatte eher die Temperatur einer Minibar.P1460778P1460844Auf der Hauptinsel angekommen, habe ich mich wieder daran erinnert, warum wir überhaupt in dieses Boot gestiegen sind. An der Küste könnte das Wasser nicht friedlicher sein. Und plötzlich war Kuba wieder da!P1460872Îles de Glénan ist eine Inselgruppe aus – je nach Ebbe und Flut – zwischen sieben und zwölf Inseln. Darüber scheiden sich die Geister. Wenn man froh ist, befindet man sich während der Flut nicht gerade auf DER Insel, über die sich die Geister scheiden… Die Fähre bringt die Touristen aber nur auf die Hauptinsel Saint-Nicolas. Hier hat man die besten Strände, ein Restaurant und eine Jugendherberge für die Tauch- und Segelschüler.P1460822P1460826P1460857Auch wenn man es auf dem Bild nicht erkennt: Ich bin nass von Kopf bis Balerina. Zum Glück haben meine anderen zwei Heiligtümer überlebt: 1. Meine Kamera. 2. Mein Lunchpaket. Hier auf dem Segelschul-Gelände.P1460861P1460828P1460889Ich weiß, ihr denkt jetzt: Was sollen die ganzen Blümchen, wo sind die süßen Segelschüler? Aber das ist die Glénan-Narzisse und die wächst nur hier auf den Glénan-Inseln. Ihr Bestand (60.000 Stück) wurde 2008 zwei Wochen lang von 10 Leuten gezählt. Manche kommen nur hierher, um die Glénan-Narzisse zu sehen.P1460882Das Schönste zum Schluss: Die Strände von der Inselgruppe werden auch die Karibik der Bretagne genannt. Ich dachte zuerst: ja ja… Als ich davor stand dachte ich nur noch: Karibik who? DAS hier ist mindestens genau so türkis! Ab Juni geht die Saison los, dann kommen die meisten Touristen. Das Gute an Saint-Nicolas: Da die ganze Insel von solchen Stränden umgeben ist, verläuft sich die Menschenmenge ziemlich schnell.P1460923Und der beste Tipp (abgesehen von “bitte die Fähre nehmen”) ganz zum Schluss: links ist das Wasser zur Hochsaison 16 Grad warm (offener Atlantik), rechts nur drei Strandmeter weiter im geschützen Binnengewässer 20!P1460921P1460956P1460917P1460970P1470072P1460940P1470080Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Ouessant: wo Frankreich zu Ende ist

800 Einwohner, 1000 Touristenbetten, vier Bars, sieben Fischerboote, aber kein einziger Polizist und kein einziger Baum (beides perfekt für Autofahrer): Ouessant war die erste Insel auf unserer Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne und gleichzeitig auch der äußerste Westen Frankreichs. Und ein bisschen wie das Ende der Welt fühlt es sich hier tatsächlich an.P1460342P1460339P1460331P1460274Die hohe Leuchtturmdichte auf Ouessant (5 direkt auf der Insel, 20 weitere bei guter Sicht erkennbar) ist gleichzeitig auch der Grund für die Besonderheit der Insel: Die gesamte Küste ist von beeindruckenden Felstransformationen umgeben. Zum Schwimmen ist Ouessant deshalb etwas zu abenteuerlich. Dafür aber unter Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Auch unter 70. Ehrlich!P1460291P1460352P1460363P1460262Da es auf Ouessant keine Bäume und dementsprechend kein Holz gibt, wurde traditionell auf Grasnarben gekocht (ein Lammgericht z.B. 6 Stunden lang). Wegen des starken Windes wächst das Gras hier nicht hoch und aufgrund von langjährig milden Temperaturen frieren die Wurzeln nicht ein. So entsteht der wohl weichste Grasteppich der Welt.P1460209Alles, was auf der Insel aus Holz ist (unter anderem auch die kleinste Windmühle Europas) wurde von Schiffsbrüchen angespült. Wie ihr es euch vielleicht vorstellen könnt, passiert auf Ouessant nicht sonderlich viel, dafür gibt es um so lustigere Geschichten von angespülten Sachen. Einmal sank ein Containerschiff mit Badeenten und die ganze Küste war eines morgens voll mit gelben Enten. Ein anderes Mal wurden Schuhe angespült und das gesamte Dorf musste sich am Ende zusammensetzen, um die passenden Paare zu finden.P1460412TY Korn ist das beste Pub-Restaurant der Insel. Sechs Stunden Zeit für ein Lamm auf Grasnarben hatte ich nicht, dafür aber viel Spaß beim Knacken von Krebsscheren. Meine Tischnachbarn nicht so…P1460410DSCN1055P1460391P1460396P1460425P1460441Es gibt etwas, was ich seit meiner letzten Klassenfahrt nicht mehr gemacht habe: eine Nachtwanderung (dieses Mal hat keiner geknutscht). Nur auf Ouessant macht so ein Teeniezeit-Ausflug auch wirklich Sinn, da man so alle Leuchttürme in Aktion erlebt. Und an unheimlich aussehende Häuser am steilen Abhang vorbeigeht, die tagsüber wahrscheinlich nur halb so unheimlich aussehen würden.P1460456Tataaa! Und hier ist er: Creach, der stärkste Leuchtturm Europas. Als ich um 12 Uhr Abends nach diesem langen Tag endlich im Hotelbett lag, sah ich seine drei grünen Strahlen im Kreis an den Zimmerwänden laufen. Die acht Strahlen auf dem Foto sieht man nämlich nur aus einer Position: wenn man unmittelbar darunter steht. Allein schon deswegen hat sich die Überfahrt auf Ouessant gelohnt.P1460485P1460517Am nächsten ging beim Sonnenaufgang bereits die erste Fähre zurück nach Le Conquet. Es war der zweite Tag und Zeit für die Insel Nummer zwei. Le Glenán- knapp zwei Autostunden entfernt, aber das genaue Gegenteil von Ouessant: Keine Felsen, dafür aber ein Badetrand, der wie die Karibik aussieht…

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.