Tag Archives: frankreich

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Endlich

30 Jahre lang habe ich darauf gewartet, endlich ins Disneyland zu kommen! Und wenn man auf etwas zu lange wartet, wird es bekanntlich nie gut. Deshalb habe ich mir davor auch immer wieder eingeredet, dass es bestimmt doch nur ein paar Studenten sind, die unter dem Mickey-Kostüm schwitzen, die dann abends auch noch mit Aschenputtel rumknutschen… Aber sobald Mickey vor mir stand, war er für mich einfach nur DER Mickey. Und das coolste: Alles hatte Ohren! Das Shampoo auf meinem Hotelzimmer hatte Ohren, Blumen im Park hatten Ohren, selbst Kekse in der Disney-Bäckerei hatten Ohren  – und auch ich hatte Ohren! Hier sind ein paar Dinge, die einen Tag im Disneyland Paris besser planen lassen, wenn Ihr sie vorher wisst:
1. Erst einmal solltet Ihr überlegen, in welchen Park Ihr gehen möchtet. Es gibt den Disneyland Park (wo alle Disney-Figuren rumlaufen – in diesem Post) und den Walt Disney Studios Park (die Filmstudios mit mehr Fahrgeschäften für Erwachsene – im letzten Post). Ich würde Euch empfehlen, nur einen Park pro Tag zu machen (aktuell kostet ein Ticket 65 Euro), weil Ihr sonst zu viele Attraktionen verpasst. Fast Pass ist immer eine gute Idee – damit wartet man oft nur zehn Minuten anstatt von einer Stunden. Aber auch bei dem regulären Ticket gibt es bestimmte Zeitfenster, in denen man die schnelle Schlange nutzen kann (fragt an der Kasse nach).
2. Es gibt zwei Shows, die Ihr nicht verpassen dürft: Disney Magic on Parade (immer nachmittags ziehen alle Figuren durch die Main Street) und Disney Dreams (Lichter- und Feuerwerksshow am Dornröschen-Schloss am Ende der Main Street). Die genauen Uhrzeiten variieren je nach Jahreszeit.
3. Manche Attraktionen sind besonders beliebt (so wie Pirates of the Caribbean, Space Mountain und Big Thunder Mountain). Wenn Ihr keinen Fast Pass habt, versucht damit gleich am Anfang zu fahren und erst danach rumzulaufen und Ohren zu zählen.
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Ratatouille im Disneyland Paris

Zuerst knallt Ihr durch ein Pariser Dachfenster auf den Küchenboden, jemand wischt eine Tomate weg und der Saft fliegt Euch ins Gesicht, dann versteckt Ihr Euch in einem überdimensionalen Kühlschrank hinter dem Erbsenglas. Und am Ende kommt auch noch die Mausefalle! So fühlt sich das an, auf die Größe eine Ratte zu schrumpfen und durch eine Küche fliehen zu müssen. Das Gefühl kann jetzt jeder in der kürzlich im Disneyland Paris eröffneten 4-D-Attraktion “Ratatouille: Das Abenteuer” nachempfinden – angelehnt an den mit dem Oscar ausgezeichneten Animationsfilm von Disney und Pixar. Die Geschichte kennen wir ja alle: die Ratte Rémy will unbedingt ein Starkoch werden und wird schließlich durch ihr kreatives Ratatouille-Gericht berühmt. Das Entwicklungsteam von Walt Disney Imagineering (sind für die Umsetzung von Attraktionen verantwortlich) arbeitete sechs Jahre an der bisher modernsten Attraktion von Disney, die im Sommer mit einer großen Party eröffnet wurde. Und ich durfte als eine der ersten damit fahren! Die Eröffnungs-Veranstaltung fing mit einer Bootsfahrt durch Paris an – der Heimat von Rémy. Und natürlich mit riesigen Macarons…P2070163P2070256P2070255P2070227P2070273P2070309Ich habe Paris noch nie zuvor von einem Boot aus gesehen. Und wie sehr ich es auch versucht habe, nicht der kitschigen Szenerie aus dem funkelnden Eiffelturm und dem Sonnenuntergang an der Notre Dame zu verfallen – ich habe mich trotzdem viel mehr wie eine Disney-Prinzessin als die Ratte Rémy gefühlt. Das änderte sich schnell am nächsten Tag, als wir zuerst etwas Zeit hatten, den Walt Disney Studios Park kennen zu lernen und dann bei der Eröffnungszeremonie von Ratatouille zum ersten Mal Probe fahren durften. P2070401P2070578P2070574Ganz praktisch: Es regnet nur, wenn man sich unter den Regenschirm stellt. Nach einem freien Fall im Hollywood Tower Hotel (auf dem oberen Foto) brauchte ich diese Erfrischung.P2070577P2070564P2070513Nicht nur die neue Attraktion, sondern auch ihre ganze Umgebung wurde Paris nachempfunden, denn hier spielte auch der Film. Ein lustiger Zufall also, dass die Macher von Ratatouille eine Art Mini-Paris im Disneyland Paris kreieren mussten: mit typischen Häusern, Dächern, Brunnen, Künstlern und Zeitungsverkäufern, selbst die Mülltonnen waren identisch. Und es gab sogar einen Koch, der das Ratatouille so zubereitet hat wie Rémy im Film – nämlich das Gemüse in mehrere Schichten gelegt. Und ratet, wer vorbeigeschaut hat? Natürlich Rémy höchstpersönlich mit seiner Küchen-Crew. Und ein paar Managern…P2070500P2070499P2070457P2070509P2070512P2070462P2070519P2070503P2070468Nach der Fahrt im Ratmobil (drin konnte man keine Bilder machen), steigt man im Restaurant der Attraktion aus. Hier fühlt man sich weiterhin winzig, denn im Bistrot Chez Rémy dienen Champagner-Korken als Stühle, Kochtöpfe als Lampen und riesige Teller als Raumtrenner. Und natürlich wird als Hauptgericht Ratatatouille serviert (zum Glück nicht allein, sondern in freundlicher Begleitung von Steak und Pommes). P2070536P2070551P2070534P2070558P2070559Das war die Botschaft des Films, falls Ihr Euch erinnern könnt. Ich kenne da aber mindestens eine Ausnahme.P2070979P2070941Aerosmith Rollercoaster was meine Lieblingsattraktion im Park (nach Ratatouille, versteht sich). Der Grund, warum es so leer aussieht: Sie haben für die Abendparty das ganze Gelände ausschließlich für uns geschlossen. Kann es einen bitte noch besser treffen? Fast allein im Disneyland Paris und man kann immer und immer wieder und auch noch ohne Schlange mit den ganzen Attraktionen fahren! P2070992P2070933Weiterer Grund, glücklich zu sein: Ich konnte ganz viele Bilder mit Donald machen, meiner Lieblings-Disney-Figur (wir haben dieselbe Nase). Dickarsch Daisy hat unsere Romanze allerdings etwas gestört… P2080021P2080007Danke Disneyland Paris für dieses unvergessliche Abenteuer!

Lest hier meine Geschichte über die Ratatouille-Eröffnung in der BZ am Sonntag und hier bei bild.de!

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Lieblingskloster in der Bretagne

Für unsere Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne (3 Tage, 3 Inseln) brauchten wir ein Hotel, dass genau zwischen den Inseln Ouessant, Glénan und Ile de Sein (im nächsten Post) liegt. Das Örtchen Douarnenez sollte deshalb eigentlich nur zu einer Übernachtungsstation werden. Schließlich fuhren die Fähren zu den Inseln sehr früh und der Wein war jeden Abend zu gut, um sich schon um 12 davon zu verabschieden. Jetzt würde ich aber sogar sagen: Kein Bretagne-Urlaub, ohne zumindest für ein paar Studen durch das verwunschene Douarnenez mit seinem beeinduckenden Jachthafen (geht ins offene Meer heraus) zu laufen. P1470887P1470960P1470906P1470903P1470905Unser Hotel Ty Mad (ab 110 Euro/Nacht) liegt direkt an einer kleinen Kirche und war früher eine Unterkunft für Mönche. Der neue Wirt machte daraus einen Lifestyle-Tempel mit Pool, Sauna, einem Gourmetrestaurant und einer Bar. Und mit einem Blick aus dem Fenster, für den ich jeden Abend fast meinen Aperitif verpasst habe. P1470095P1470233P1470922P1470237P1470111P1470132P1470158P1470169P1470180P1470188P1470211Und als ich dann noch zum Dessert Caramel au beurre salé bekommen habe (DIE bretonische Spezialität Salzbutterkaramell gibt´s in allen Möglichen Variationen: als Praline, als Aufstrich, als Eis, als Crème Brûlée), habe ich sogar kurz überlegt hier zu bleiben. Aber am nächsten morgen mussten wir weiter- auf die Ile de Sein, die letzte Station auf unserer Insel-Hopping Tour und gleichzeitig die beste Insel, um betrunken zu werden…P1470148P1470136P1470202Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Glénan-Inseln: Karibik who?

Als wir in Fouesnant angekommen sind, um eine Fähre auf die Glénan-Inseln zu nehmen (zweite Station auf unserer Insel-Hopping Tour durch die Bretagne) dachte ich noch: Ok, genau so stelle ich mir Frankreich vor. Romantische Puppenhäuschen, Blümchen und Gärten, als ob Yves Rocher (übrigens ein Bretone) hier gerade seinen letzten Comercial abgedreht hätte…P1460617P1470089P1460569P1470092P1470083P1460676An der Anlegestelle zu den Inseln und 20 Häuserfotos später sah die Welt wieder ganz anders aus. Wir sind an einem Sandstrand mit lauter bunten Boten angekommen. Irgendwie hat mich beides mehr an meinen letzten Kuba-Urlaub erinnert (denkt euch den Mantel weg) und weniger an das Frankreich-Klischee. Andersrum wäre schlimmer… Aber wo ist eigentlich die Fähre?P1460648P1460641P1460695P1460713Die Fähre fuhr nicht. Es war Ende April, Nebensaison, windig und der Seegang ziemlich stark. Warum also nicht ein Mini-Boot nehmen…P1460747P1460760P1460766Als die Küste noch zu sehen war, fand ich das Schaukeln ganz lustig. Auf dem offenen Atlantik habe ich mich dann aber über jeden einzelnen Fixpunkt (Leuchtturm, Boje, andere sinkende Boote) sehr gefreut. Während der 40-minütigen Überfahrt bei 10 Grad wurde mir auch der erste Unterschied zu Kuba deutlich: Das Meerwasser, das an meinem Gesicht und an meinen Füßen runterlief hatte eher die Temperatur einer Minibar.P1460778P1460844Auf der Hauptinsel angekommen, habe ich mich wieder daran erinnert, warum wir überhaupt in dieses Boot gestiegen sind. An der Küste könnte das Wasser nicht friedlicher sein. Und plötzlich war Kuba wieder da!P1460872Îles de Glénan ist eine Inselgruppe aus – je nach Ebbe und Flut – zwischen sieben und zwölf Inseln. Darüber scheiden sich die Geister. Wenn man froh ist, befindet man sich während der Flut nicht gerade auf DER Insel, über die sich die Geister scheiden… Die Fähre bringt die Touristen aber nur auf die Hauptinsel Saint-Nicolas. Hier hat man die besten Strände, ein Restaurant und eine Jugendherberge für die Tauch- und Segelschüler.P1460822P1460826P1460857Auch wenn man es auf dem Bild nicht erkennt: Ich bin nass von Kopf bis Balerina. Zum Glück haben meine anderen zwei Heiligtümer überlebt: 1. Meine Kamera. 2. Mein Lunchpaket. Hier auf dem Segelschul-Gelände.P1460861P1460828P1460889Ich weiß, ihr denkt jetzt: Was sollen die ganzen Blümchen, wo sind die süßen Segelschüler? Aber das ist die Glénan-Narzisse und die wächst nur hier auf den Glénan-Inseln. Ihr Bestand (60.000 Stück) wurde 2008 zwei Wochen lang von 10 Leuten gezählt. Manche kommen nur hierher, um die Glénan-Narzisse zu sehen.P1460882Das Schönste zum Schluss: Die Strände von der Inselgruppe werden auch die Karibik der Bretagne genannt. Ich dachte zuerst: ja ja… Als ich davor stand dachte ich nur noch: Karibik who? DAS hier ist mindestens genau so türkis! Ab Juni geht die Saison los, dann kommen die meisten Touristen. Das Gute an Saint-Nicolas: Da die ganze Insel von solchen Stränden umgeben ist, verläuft sich die Menschenmenge ziemlich schnell.P1460923Und der beste Tipp (abgesehen von “bitte die Fähre nehmen”) ganz zum Schluss: links ist das Wasser zur Hochsaison 16 Grad warm (offener Atlantik), rechts nur drei Strandmeter weiter im geschützen Binnengewässer 20!P1460921P1460956P1460917P1460970P1470072P1460940P1470080Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Ouessant: wo Frankreich zu Ende ist

800 Einwohner, 1000 Touristenbetten, vier Bars, sieben Fischerboote, aber kein einziger Polizist und kein einziger Baum (beides perfekt für Autofahrer): Ouessant war die erste Insel auf unserer Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne und gleichzeitig auch der äußerste Westen Frankreichs. Und ein bisschen wie das Ende der Welt fühlt es sich hier tatsächlich an.P1460342P1460339P1460331P1460274Die hohe Leuchtturmdichte auf Ouessant (5 direkt auf der Insel, 20 weitere bei guter Sicht erkennbar) ist gleichzeitig auch der Grund für die Besonderheit der Insel: Die gesamte Küste ist von beeindruckenden Felstransformationen umgeben. Zum Schwimmen ist Ouessant deshalb etwas zu abenteuerlich. Dafür aber unter Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Auch unter 70. Ehrlich!P1460291P1460352P1460363P1460262Da es auf Ouessant keine Bäume und dementsprechend kein Holz gibt, wurde traditionell auf Grasnarben gekocht (ein Lammgericht z.B. 6 Stunden lang). Wegen des starken Windes wächst das Gras hier nicht hoch und aufgrund von langjährig milden Temperaturen frieren die Wurzeln nicht ein. So entsteht der wohl weichste Grasteppich der Welt.P1460209Alles, was auf der Insel aus Holz ist (unter anderem auch die kleinste Windmühle Europas) wurde von Schiffsbrüchen angespült. Wie ihr es euch vielleicht vorstellen könnt, passiert auf Ouessant nicht sonderlich viel, dafür gibt es um so lustigere Geschichten von angespülten Sachen. Einmal sank ein Containerschiff mit Badeenten und die ganze Küste war eines morgens voll mit gelben Enten. Ein anderes Mal wurden Schuhe angespült und das gesamte Dorf musste sich am Ende zusammensetzen, um die passenden Paare zu finden.P1460412TY Korn ist das beste Pub-Restaurant der Insel. Sechs Stunden Zeit für ein Lamm auf Grasnarben hatte ich nicht, dafür aber viel Spaß beim Knacken von Krebsscheren. Meine Tischnachbarn nicht so…P1460410DSCN1055P1460391P1460396P1460425P1460441Es gibt etwas, was ich seit meiner letzten Klassenfahrt nicht mehr gemacht habe: eine Nachtwanderung (dieses Mal hat keiner geknutscht). Nur auf Ouessant macht so ein Teeniezeit-Ausflug auch wirklich Sinn, da man so alle Leuchttürme in Aktion erlebt. Und an unheimlich aussehende Häuser am steilen Abhang vorbeigeht, die tagsüber wahrscheinlich nur halb so unheimlich aussehen würden.P1460456Tataaa! Und hier ist er: Creach, der stärkste Leuchtturm Europas. Als ich um 12 Uhr Abends nach diesem langen Tag endlich im Hotelbett lag, sah ich seine drei grünen Strahlen im Kreis an den Zimmerwänden laufen. Die acht Strahlen auf dem Foto sieht man nämlich nur aus einer Position: wenn man unmittelbar darunter steht. Allein schon deswegen hat sich die Überfahrt auf Ouessant gelohnt.P1460485P1460517Am nächsten ging beim Sonnenaufgang bereits die erste Fähre zurück nach Le Conquet. Es war der zweite Tag und Zeit für die Insel Nummer zwei. Le Glenán- knapp zwei Autostunden entfernt, aber das genaue Gegenteil von Ouessant: Keine Felsen, dafür aber ein Badetrand, der wie die Karibik aussieht…

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.