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Allein im Robinson Club Maldives

Freunde fragen mich oft, ob ich überhaupt noch aufgeregt bin, so oft wie ich verreise. Die Antwort: Jede Sekunde und auf jeder einzelnen Reise. Und wenn ich‘s mal nicht bin, hole ich mir drei Kaffee und schon habe ich wieder Herzklopfen – so einfach ist es. Jedenfalls war ich bei meinem letzten Trip ganz besonders aufgeregt, denn ich war zum ersten Mal in meinem Leben allein verreist. Und das an einen Ort, wo alle in Begleitung von ihren Lieblingsmenschen kommen. Die meisten Gäste im  Robinson Club Maldives sind nämlich Honeymooner oder zumindest Menschen, die vor haben, den ganzen Urlaub lang rumzuknutschen. Ich war nicht so sehr besorgt wegen des (Nicht-)Knutschens, sondern mich viel mehr gefragt, wer denn die ganzen typischen Inna-Posing-Fotos machen soll (zumindest bin ich ehrlich)… Und paradoxerweise hatte ich noch nie sooo viele Posing-Fotos wie am Ende von DIESER Reise!P1910683P1910667P1920389P1910672P1920416P1920148P1920414P1920364P1920404P1910660Man hat die Wahl zwischen einem Wasser-Bungalow (mit Glasboden neben dem Bett, riesiger Terrasse und einer Treppe direkt ins Wasser) oder einem Strand- oder Garten-Bungalow (für alle, die Sand an den Füßen lieben). Ich hatte ein paar Bilder von einem Strand-Bungalow auf meinem letzten Post. Und habe es geliebt wegen des Draußen-Badezimmers.P1910636P1910687P1910713P1910982P1910992P1920004Am ersten Tag wollte ich erstmal die Insel kennenlernen, was bei einer Größe von 450×240 Metern nicht all zu viel Zeit in Anspruch nahm. In 20 Minuten war man einmal rum. Bei den Malediven hatte ich aber immer diese tollen Aufnahmen von oben im Kopf: eine Insel mitten im Nichts und ein paar Wasservillen. Der beste Weg, um auch solche Angeberfotos zu machen, ist mit einem Parasail zu fliegen. Ich habe sogar meine normale Kamera mitnehmen können, denn man startet und landet auf einem Boot und wird nicht nass. Achtet darauf, dass ihr zwischen 10 und 15 Uhr an einem klaren Tag fliegt, dann werden die Farben am schönsten. Und dass die Fußnägeln immer schön lackiert sind. So könnt Ihr beim Fotozeigen immer so tun, als ob Ihr nur den neuen Nagellack präsentieren möchtet und dann ganz beiläufig: “Ach übrigens, das dahinter war unsere Insel”!DSCN0427P1910776DSCN0452P1910898P1910948P1910804P1910921P1910874Beim Fliegen hatte man auch die einzigartige Möglichkeit einen Blick auf die Präsidenten-Suite am Ende der Wasservillen zu werfen. Am liebsten wäre ich gleich in ihrem Pool gelandet. Aber die Drinks waren noch nicht kalt…P1910700Das Restaurant des Robinson Clubs hatte immer ein riesiges internationales Buffet, aber eben auch eine Ecke mit lokalen Spezialitäten und einem einheimischen Koch, der mit Begeisterung in aller Ausführlichkeit erklärte, was das ist und wie man es macht und zu welchem Anlass man es isst und gegen welche Krankheiten es hilft. Die Insel hat einen eigenen Gemüse- und Kräutergarten, eine Bäckerei und eine Filteranlage, um aus Meereswasser Trinkwasser zu machen. So muss der Essenscontainer nur einmal in zwei Wochen kommen und man spart 400.000 Plastikflaschen jährlich. Ich will jetzt nicht wie eine Lehrerin klingen, aber ich fand es beeindruckend, wie sich so eine kleine Insel selbst versorgen kann. Zumal jede Insel der Malediven nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt und der steigt ständig…P1910325P1920303P1910340P1910431Wer in einem Strand-Bungalow wohnt, hat immer einen kleinen eigenen Strandbereich mit zwei Liegen. Kein Gebäude auf der Insel darf höher gebaut sein als die höchste Palme. Das da unten sind ihre Früchte.P1920360P1910516P1920173P1920158P1920199Nach nur einem Tag habe ich mich wie ein Biologe gefühlt und kannte jeden Baum, jede Blume und jede Hängematte der Insel. Und lernte auf meiner Expeditionstour immer mehr Leute und Hobbyfotografen kennen. P1920436P1920441P1920049Auf der Insel gibt es zwei perfekte Orte für den Sonnenuntergang. Einen seht Ihr hier, den zweiten am Ende.P1920056P1910492P1920077P1910258P1910525P1910609P1910600P1910531Partys und ich ziehen uns magisch an und am Abend meines Ankunftstages gab es – Überraschung – eine Party. Und zwar den Captains Dinner, bei dem die ganze Crew sich als Matrosen verkleidet und alle Gäste in Weiß kommen müssen. Am Ende des Tages kannte ich bereits so viele Leute, dass es sich wie eine Feier unter Freunden anfühlte, nur dass keiner am Ende abwaschen musste…P1910554P1910559P1910587Was ich schon als Kind gelernt habe: Freunde dich immer mit den Eiscreme-Jungs an (Jaaa, das Robinson-Schiff war aus Eis!). Ich muss aber etwas außer Übung sein: Sie wollten es mir nicht aufs Zimmer liefern…P1910623Abends sah man immer Baby-Haie, die ganz nah an die Insel kamen. P1910420P1920340Am zweiten Tag konnte ich dann endlich das Wasser testen. Es ist das ganze Jahr über ca. 27 Grad warm und man kann stundenlang drin sitzen. P1920297Warum ich nicht sexy aussehe obwohl ich mir doch so viel Mühe gebe? Der Baum war voller Stacheln und ich fühlte mich eher wie Yogi-Mann ohne Matcha-Tee als ein cooles Strandbabe.P1920162P1920203P1910348P1920219P1920232P1920264Dieser Tag mag vielleicht etwas faul aussehen, aber zwischen all dem Posieren war ich noch schnorcheln und tauchen. Ich habe nämlich eine neue Unterwasserkamera zum Geburtstag bekommen und konnte es kaum abwarten, sie endlich den Haien zu präsentieren. P1910156Das ist der zweite perfekte Sonnenuntergangs-Ort: die Sundowner Bar mit DJ, der jeden Abend Chill Out Musik auflegt. Ich bin jetzt keine Sonnenuntergangs-WOWer, aber dieser Ort war einfach nur WOW.P1910221P1920130P1910232P1910308P1910275Ein besonderes Dankeschön an die verrückte Crew von Robinson Club Maldives für die tolle Zeit! Es gibt so viele Geschichten, die ich gerne erzählen würde, aber was auf einer Robinson-Insel passiert… Lest hier meine Geschichte über die Malediven in der BZ am Sonntag. Eine Woche im Club mit Vollpension inkl. Flug kostet ab 2299 Euro pro Person. Ich bin mit Turkish Airlines geflogen und bin seitdem ein Fan. Economy fühlt sich hier an wie Business. Und es gibt Lipgloss für alle!

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Shanti Maurice: Fish Shack

Tops finde ich blöd, also nicht die zum Anziehen, sondern die mit 1,2,3… Und die Top 1 der blödesten Tops ist immer noch für alle “Bevor-man-stirbt”-Tops reserviert. Das “Fish Shack” im Shanti Maurice Resort (Süden von Mauritius) gehört zwar nicht zu den Orten, die man gesehen haben muss, bevor man stirbt, wurde aber zu den zehn besten Strandbars weltweit gewählt. Aber es ist trotzdem gut dort. Ich wusste zunächst nichts von diesem Ruhm und habe das “Fish Shack” beim morgendlichen Spaziergang eher zufällig entdeckt. P1820955P1820662Nach diesem kleinen Strandfrühstück fand ich, dass eine ausgiebige Resorterkundung in einem weiten Kleid (das Frauen liebevoll “Babydoll” und Männer enttäuscht “Kartoffelsack” nennen) genau das Richtige sei…P1820889P1820897P1830016P1820907P1830025P1820904P1820927P1820961P1820979Tadaaa: So sieht das “Fish Shack” am Tag aus. Etwas unspektakulär, eher wie eine Trauungslocation, für ein paar Blödsinn-Fotos hat´s aber trotzdem gereicht… Am Abend dann ein völlig anderes Bild.P1820969P1820978P1820981P1830043P1830194P1820251Erst wenn die Sonne untergeht, macht die Strandbar (die eigentlich ein Grill-Restaurant ist) auf. Man läuft und läuft auf einem langen Sandweg, rechts und links nur mit Fackeln beleuchtet und fast wenn man schon glaubt, man hätte sich verlaufen, zeichnen sich weiße Betten, Grillflammen und mit Essen belegte Boote ab. Und es fühlt sich an wie eine Oase mitten in der Wüste, wenn nur das Klatschen der Wellen nicht wäre. Da ist der Name “Fish Shack” (heißt übersetzt Fisch-Baracke) leicht untertrieben… Auf den Grill kommt, was die Fischer morgens gefangen haben (aber immer Hummer, Shrimps und Marlin). Das Gute: Selbst wenn man nicht im Shanti Maurice bleibt, kann man dort abends einen Tisch/Bett/Bank buchen. P1820596P1820458P1820397P1820441P1820586P1820431shantibarP1820582

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Über den Malediven

Manche Sehenswürdigkeiten beginnen, bevor man überhaupt am Urlaubsort angekommen ist. Bei meinem Flug auf die Malediven (1196 Inseln) letzte Woche dachte ich nur: Wow, alleine für diese Aussicht hat sich der Tomatensaft von Turkish Airlines schon gelohnt. Zum Glück waren die Stewardessen nicht so streng und ich durfte selbst bei Landung von Fenster zu Fenster hüpfen und Fotos machen.P1900751P1900772P1900796P1900815P1900837P1900827P1900860 - Arbeitskopie 2P1900860P1900887P1900892P1900869P1900897Man landet neben Malé und wie es schon aus dem Flieger schnell deutlich wird, ist sie die am dichtesten besiedelte Hauptstadt der Welt (75000 Einwohner auf 5,8 Quadratkilometern). Gegenüber dem Flughafen-Ausgang ist auch gleich der Bootssteg für Fahrten nach Malé und die benachbarten Urlaubs-Inseln. Ich musste aber noch einen Inlandsflug nach Kaadedhdhoo nehmen. “Meine Insel”, der Robinson Club Malediven, ist nämlich weiter von Malé entfernt (ca. 400 Kilometer) als Sri Lanka. Der nette Nebeneffekt: mehr Fotos. Und eine zusätzliche Sightseeing-Tour, die mit dem Helikopter sonst viel Geld kostet. P1900918P1900931P1910069P1900943P1900987P1910019P1910063P1910060P1910070P1910074P1910079Nach weiteren 30 Minuten Bootsfahrt war ich endlich da: In meinem Strand-Bungalow mit meinem Prinzessinnen-Bett und meinem Prinzessinnen-Bad mitten im Garten. P1910109P1910115P1910118P1910117P1910124P1910128Noch schnell den hundertsten Sonnenuntergang fotografieren (was soll ich machen…) und dann unter dem Sternehimmel duschen. So fühlt sich also Liebe an, die an einem beschlagenen Flugzeug-Fenster beginnt…

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Kitesurfen im St Regis Mauritius

Ein Roadtrip auf Mauritius ist vielleicht nicht das, was einem als Erstes einfällt, wenn man an den Urlaub im Indischen Ozean denkt. Aber im Vergleich zu den beiden anderen klassischen Knutsch-Inselgruppen den Malediven und den Seychellen, sollte man Mauritius auf jeden Fall einmal umfahren haben. Denn zum einen besteht die Insel aus einer großen Hauptinsel und zum anderen sieht´s an jeder Küste total unterschiedlich aus. Der Roadtrip kann (ohne Stopps) einen Tag dauern, bei mir waren es zehn. Die ersten vier Tage verbrachten wir im schroffen bergigen Süden, wegen des stetigen Windes perfekt für Wassersportler und mit dem einzigen Nationalpark der Insel (Black River Gorges) und dem höchsten Berg Black River Peak (828 Meter) auch cool zum Hiken (nicht zu anstrengend und man spart sich bei der Aussicht den 450 Euro teuren Heli-Flug). Für die schöneren windgeschützten Strände ist dagegen eher der Norden und der Osten bekannt, wo es immer ca. vier Grad wärmer ist (auch das Wasser!) und viel weniger regnet. Also war der Plan: Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Aber schon beim Anflug habe ich schnell festgestellt, dass Arbeit irgendwie anders aussieht…P1770721P1770736P1770734P1770744Auch nach über zwölf Stunden Flug (von Berlin via Paris mit Air France) hatte ich noch Kraft genug unseren Fahrer vom Hotel-Pick-Up-Service alle fünf Minuten anzubetteln, für ein Foto anzuhalten. Und dann hat er noch den Fehler gemacht, mir den Tipp zu geben, von wo man einen besseren Ausblick hat…P1770784P1770776P1770790So was wie eine Lobby gibt es im St Regis Mauritius Resort nicht. Die Idee dahinter ist, dass man sich wie zu Hause und nicht wie im Hotel fühlt und sofort vom Buttler auf seine Villa begleitet wird. Und da jeder zu Hause einen Infinity-Brunnen hat, ist das oben so etwas wie der Eingangsbereich.P1770797P1770817P1770930P1770832P1770829P1790452P1770805P1770835Man munkelt, dass das St Regis Mauritus (eröffnet Anfang des Jahres) das zweite Hotel der Welt mit sieben Sternen (nach Burj Al Arab in Dubai) werden soll. Jeder Gast hat seinen eigenen Buttler, es gibt sechs Restaurants, riesiges Spa, eine Bibliothek, ein Privatkino, einen Tennisplatz und DIESES Bad! Die Zimmer sind so geschnitten, dass man selbst beim Zähneputzen oder aus der Dusche aufs Meer guckt. Und ein zweites Waschbecken ist ja auch immer sehr willkommen, wenn man nicht geschieden wieder auschecken möchte…P1790206P1770861P1770867P1790267P1770908P1780493P1770909Obwohl der Süden als windig gilt, steht das St Regis geschützt am Fuße des Le Morne Brabant. Von dort oben sieht man auch die beeindruckende Lagune, die auf jedem Reiseführer abgedruckt ist. Der 556 Meter hohe Berg ist wegen seiner traurigen Geschichte seit 2008 UNESCO-Weltkulturerbe. Während des 18. und frühen 19. Jahrhundert versteckten sich in seinen Klippen viele Sklaven. Als die Sklaverei abgeschafft wurde und sich eine Polizeiexpedition auf den Weg machte, um die gute Nachricht zu verkünden, fühlten sich viele Männer ertappt uns sprangen die Klippen runter. Deshalb ist Le Morne Brabant heute geschichtlich der wichtigste Berg von Mauritius – auch wenn nicht mit so vielen Transformationen wie die anderen… Das Essen oben ist übrigens die Seafood-Platte im Restaurant Nummer 1: The Boathouse Bar & Grill, wo es Mittags immer Lunch gibt.P1780009P1780069P1790349P1770993P1780120P1780043P1780104P1780081Wenn man Halbpension bucht, kann man in drei der sechs Restaurants ohne Zuzahlung zu Abend essen (Floating Market, The Boathouse Bar & Grill und Le Manoir Dining Room). Nach einem obligatorischen Erster-Tag-Strandspaziergang und dem beruhigten Abchecken von Nachbarhotels, landeten wir zuerst im Simply India, dem Signature-Restaurant von St Regis mit dem indischen Promi-Sternekoch Atul Kochhar. P1780140P1780143P1780174P1780131P1780181Da ich aber die einzige bin, die indisch mag, mussten wir ziemlich schnell weiter in Le Manoir Dining Room mit französisch-mauritischen Fusionsküche (hier: mauritian chilli cake, crusted red tuna, fresh coconut, caper, tomato). Auf dem unteren Bild das gleiche Restaurant morgens beim Frühstück.P1780341P1780611P1780738P1790208P1780352P1790431P1780574P1790213P1790440P1780550P1780524P1780553P1780531Am zweiten Tag fing mein Kitesurf-Unterricht an. St Regis hat die erste Luxus-Kitesurfschule der Welt: Club Mistral Prestige.  Der Lehrer fährt einen an einen windigeren ein paar Minuten entfernten Strand. Nach fünf Tagen Einzelunterricht sollte man es können. Bei mir muss man immer weitere fünf drauf rechnen. Da ich aber nur zwei Tage lang Zeit hatte, hat es mir schon gereicht, mich vom Kite einfach durchs Wasser ziehen zu lassen. Es bleibt sehr lange flach und der Wind ist meistens stabil – was perfekt für Anfänger ist. Die Profis gehen eher an die berühmte One-Eye-Wave etwas weiter draußen…P1770799P1790236Die Bibliothek hatte neben den vielen National-Geographic-Bilderbändern eine weitere überlebenswichtige Lektüre: die UK-Grazia!!!P1790254Im Kino La Palme D`Or gibt es drei mal am Tag Vorführungen (mit Popcorn!) oder man mietet es exklusiv. Die Sitze kann man nämlich komplett horizontal stellen…P1780607P1780579Das Schöne an dem The Boathouse Bar&Grill am Abend ist, dass man irgendwann mit seinem Dessert einfach runter an den Strand gehen kann.P1790372P1770960P1790319Damit auch die letzten Krebse wissen, mit wem sie es zu tun haben…P1780243P1780444P1780241Am letzten Tag hatte ich endlich ein bisschen Zeit für Strand&Pool&Posen und ehrlich gesagt konnte mir nicht so recht vostellen, was an den Stränden im Norden besser sein soll…P1780442P1780411P1780356P1780426P1780372P1790447P1790384P1780319P1790414_2P1780203P1780679P1790367P1780674P1780701P1780708P1790442P1780716Am Abend vor der Abreise war dann mein Lieblingsrestaurant (das Dessert bestand aus fünf Teilen) dran: The Floating Market. Was man auf den Fotos nicht sieht: das gesamte Restaurant steht auf dem Wasser und die einzelnen Räume sind durch Brücken verbunden. Auf den Bildern oben: lemongrass crab cake, roasted spiced duck breast mit baby vegetables und mein lolly-pop Nachtisch.

Lest hier meine Geschichte über Mauritius in der BZ am Sonntag.