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Ilha Grande: Das schönste Gefängnis der Welt

Jahrhundertelang fest in der Hand von Piraten, zwischendurch eine Zwangskolonie für Leprakranke, danach 90 Jahre lang Gefängnisinsel für Drogenbosse und Schwerkriminelle – ach, eine Badass-Geschichte endete selten so schön wie auf Ilha Grande! Die 150 Kilometer lange Insel in Brasilien, gelegen zwischen Rio de Janeiro und São Paolo, wurde erst Ende der 90-er für den Tourismus freigegeben und hat immer noch keine Straßen, keine Bankautomaten, keine Zeugen (was auch immer Ihr vorhabt). Dafür aber dichten Urwald, 86 Strände, die wohl schönsten Pousadas (Ferienhäuser) Brasiliens und Helikopter- und Schiffswracks aus den Gangster-Zeiten zum Abtauchen. Man sagt, die Insel wäre verflucht, weil sie sich innerhalb von Sekunden in einen dichten Nebel hüllen kann – dann sieht man sie noch nicht einmal aus zehn Metern Entfernung. Wohl auch der Grund für die vielen Wracks vor ihrer Küste und die unzähligen gescheiterten Fluchtversuche. Mein Fluchtversuch nach zwei Tagen Aufenthalt ist leider nicht gescheitert, wir mussten weiter nach São Paolo, aber Ilha Grande ist für mich heute noch eines der magischsten Orte, die ich je gesehen habe.
P1210629P1210669Die meisten reisen von Rio de Janeiro an. Die 160 Kilometer bis Angra dos Reis kann man mit einem Bus (fährt alle zwei Stunden, ca. 15 Euro) zurücklegen oder auch mit einem Mietwagen (viel schöner, weil man dann an der Küstenstraße immer ausssteigen kann) . Danach fährt man eine weitere Stunde mit der Fähre auf die Ilha Grande (ca. 5 Euro). Im Hauptort Vila do Abraão bleiben die meisten Touristen, hauptsächlich Backpacker. Hier gibt’s günstige Hotels, ein paar Lebensmittel-Shops und Bars.P1220417P1210844Unser Glück im Unglück war, dass wir zur Karnevalszeit reisten und alle Hotels im Hauptort ausgebucht waren. Wir wollten aber unbedingt auf die Insel, also haben wir im Internet noch das letzte freie Zimmer in der Pousada Atlantica Jungle Lodge reserviert, irgendwo mitten im Dschungel auf der anderen Seite der Insel. Für die lange Reise, die wir machten, war das Zimmer überirdisch teuer (270 Euro/Nacht). Karnevalszeit eben, da verdreifachen sich die Preise. Als wir mit dem Boot im Hauptort abgeholt wurden und nach einer weiteren halben Stunde immer näher an unsere Pousada kamen, dachte ich nur: Ok, das Geld hätte man nicht besser investieren können. Oben auf dem Bild ist das Häuschen: Mitten im Urwald, nur drei Zimmer, ein Privatstrand in einer einsamen Bucht und die Köchin war nur für uns da (was sowieso mein Lebenstraum ist). P1210802P1210699P1210812 KopieTarnfarben angezogen, etwas rumposiert, ab an den Tisch. Die Köchin meinte, sie hätte gerade einen frischen Tintenfisch bekommen und solche Ansagen machen mich immer besonders schnell.P1210714P1210709P1210737P1210742P1210738Vor der Küste gab es eine schwimmende Bar, auf die man vom Essbereich aus geschaut hat und die auch zu unserer Pousada gehörte. Man konnte auch dort essen oder trinken. Zuerst musste man aber hinschwimmen oder hinpaddeln. Nach den vielen Bohnen keine Option mehr…P1220332P1220405P1220366Kurze Geschichte zu diesem Foto und vielen vielleicht merkwürdig erscheinendem Outfit: Vor der Reise hat mir jeder gesagt, ich soll bloß keine schönen Sachen und auf keinen Fall Schmuck nach Brasilien mitnehmen. Ein paar ausgewaschene Tops und eine Jeans-Shorts würden reichen. Mädels, es ist eine miese FALLE! In Rio angekommen, fiel ich sofort als Touri auf, weil ich einfach wie ein Zottel aussah. Und die ganzen hübschen Brasilianerinnen in ihren Kleidchen und mit Ohrringen und Ketten behangen – selbst im Wasser  – zwinkerten ununterbrochen meinem Freund zu. Da habe ich gesagt, ich verlasse nicht mehr das Hotel, bevor wir nicht einkaufen gehen. Das sind sie also: meine brasilianischen Shopping-Schätze. Aber ein richtiges Outfit kommt selten zur richtigen Zeit. Denn auf diesem Strand vor unserer Pousada waren wir alleine, keine Konkurrenz weit und breit. Und die Ohrringe daher etwas zu dick aufgetragen. Na ja, wenigstens ein Foto gemacht.P1220413P1220300Etwa 30 Gehminuten von unserer Pousada entfernt, war auch der berühmte Strand Lopes Mendes (auf dem Foto oben). Nett zu sehen, weil er regelmäßig unter die besten 20 der Welt gewählt wird, aber unsere Bucht war irgendwie netter – also sind wir noch rechtzeitig wieder zurück. Es dämmert auf der Insel nämlich schlagartig und man muss ja durch den Dschungel. Und der ist irgendwann voll mit Fledermäusen.P1220255P1210771P1220240P1210848Am nächsten Tag holte uns ein Boot ab (ca. 50 Euro/p.P., direkt in der Pousada buchbar). Das ist eine gute Gelegenheit für alle, die nur einen Tag bleiben, die gesamte Insel und ihre schönsten Strände zu sehen. Wir waren mit einer Gruppe von Kolumbianern an Board, was den Ausflug auch gleich viel lustiger machte. Vor allem, nachdem sie Ihre Flasche Pisco rausgeholt haben. P1210877P1210866P1220010 KopieP1220150P1220027P1220140Auf dem Weg schwammen noch ein paar Bars, die wir angefahren haben (denn der Pisco blieb nicht lange kalt) und ich hatte das Gefühl, noch nie in meinem Leben so viel saftiges Grün gesehen zu haben. Wasser, Dschungel, selbst das Licht war irgendwie grün.P1220177P1220211P1220182P1220217P1220076P1220104P1220063Die berühmteste Palme von Ilha Grande wächst auf der Praia do Aventureiro. Sie ist wohl der beste Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, seine Meinung zu ändern und nach oben zu wachsen.P1220125P1220113 KopieP1220425Auf Ilha Grande könnte man eigentlich eine Woche lang Urlaub machen. Es gibt Gefängnis-Ruinen, Berge, Taucher-Höhlen, Wasserfälle, einen Leuchtturm… Hier ein Travelbook-Artikel, der die Insel, ihre Geschichte und Sehenswürdigkeiten sehr detailliert beschreibt. Wir mussten nach zwei Tagen wieder weg und lustigerweise kam ein dichter Nebel auf, als unser Boot langsam wegfuhr  –  so, dass man nach einer Minute die Insel überhaupt nicht mehr sah.

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Allein im Robinson Club Maldives

Freunde fragen mich oft, ob ich überhaupt noch aufgeregt bin, so oft wie ich verreise. Die Antwort: Jede Sekunde und auf jeder einzelnen Reise. Und wenn ich‘s mal nicht bin, hole ich mir drei Kaffee und schon habe ich wieder Herzklopfen – so einfach ist es. Jedenfalls war ich bei meinem letzten Trip ganz besonders aufgeregt, denn ich war zum ersten Mal in meinem Leben allein verreist. Und das an einen Ort, wo alle in Begleitung von ihren Lieblingsmenschen kommen. Die meisten Gäste im  Robinson Club Maldives sind nämlich Honeymooner oder zumindest Menschen, die vor haben, den ganzen Urlaub lang rumzuknutschen. Ich war nicht so sehr besorgt wegen des (Nicht-)Knutschens, sondern mich viel mehr gefragt, wer denn die ganzen typischen Inna-Posing-Fotos machen soll (zumindest bin ich ehrlich)… Und paradoxerweise hatte ich noch nie sooo viele Posing-Fotos wie am Ende von DIESER Reise!P1910683P1910667P1920389P1910672P1920416P1920148P1920414P1920364P1920404P1910660Man hat die Wahl zwischen einem Wasser-Bungalow (mit Glasboden neben dem Bett, riesiger Terrasse und einer Treppe direkt ins Wasser) oder einem Strand- oder Garten-Bungalow (für alle, die Sand an den Füßen lieben). Ich hatte ein paar Bilder von einem Strand-Bungalow auf meinem letzten Post. Und habe es geliebt wegen des Draußen-Badezimmers.P1910636P1910687P1910713P1910982P1910992P1920004Am ersten Tag wollte ich erstmal die Insel kennenlernen, was bei einer Größe von 450×240 Metern nicht all zu viel Zeit in Anspruch nahm. In 20 Minuten war man einmal rum. Bei den Malediven hatte ich aber immer diese tollen Aufnahmen von oben im Kopf: eine Insel mitten im Nichts und ein paar Wasservillen. Der beste Weg, um auch solche Angeberfotos zu machen, ist mit einem Parasail zu fliegen. Ich habe sogar meine normale Kamera mitnehmen können, denn man startet und landet auf einem Boot und wird nicht nass. Achtet darauf, dass ihr zwischen 10 und 15 Uhr an einem klaren Tag fliegt, dann werden die Farben am schönsten. Und dass die Fußnägeln immer schön lackiert sind. So könnt Ihr beim Fotozeigen immer so tun, als ob Ihr nur den neuen Nagellack präsentieren möchtet und dann ganz beiläufig: “Ach übrigens, das dahinter war unsere Insel”!DSCN0427P1910776DSCN0452P1910898P1910948P1910804P1910921P1910874Beim Fliegen hatte man auch die einzigartige Möglichkeit einen Blick auf die Präsidenten-Suite am Ende der Wasservillen zu werfen. Am liebsten wäre ich gleich in ihrem Pool gelandet. Aber die Drinks waren noch nicht kalt…P1910700Das Restaurant des Robinson Clubs hatte immer ein riesiges internationales Buffet, aber eben auch eine Ecke mit lokalen Spezialitäten und einem einheimischen Koch, der mit Begeisterung in aller Ausführlichkeit erklärte, was das ist und wie man es macht und zu welchem Anlass man es isst und gegen welche Krankheiten es hilft. Die Insel hat einen eigenen Gemüse- und Kräutergarten, eine Bäckerei und eine Filteranlage, um aus Meereswasser Trinkwasser zu machen. So muss der Essenscontainer nur einmal in zwei Wochen kommen und man spart 400.000 Plastikflaschen jährlich. Ich will jetzt nicht wie eine Lehrerin klingen, aber ich fand es beeindruckend, wie sich so eine kleine Insel selbst versorgen kann. Zumal jede Insel der Malediven nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt und der steigt ständig…P1910325P1920303P1910340P1910431Wer in einem Strand-Bungalow wohnt, hat immer einen kleinen eigenen Strandbereich mit zwei Liegen. Kein Gebäude auf der Insel darf höher gebaut sein als die höchste Palme. Das da unten sind ihre Früchte.P1920360P1910516P1920173P1920158P1920199Nach nur einem Tag habe ich mich wie ein Biologe gefühlt und kannte jeden Baum, jede Blume und jede Hängematte der Insel. Und lernte auf meiner Expeditionstour immer mehr Leute und Hobbyfotografen kennen. P1920436P1920441P1920049Auf der Insel gibt es zwei perfekte Orte für den Sonnenuntergang. Einen seht Ihr hier, den zweiten am Ende.P1920056P1910492P1920077P1910258P1910525P1910609P1910600P1910531Partys und ich ziehen uns magisch an und am Abend meines Ankunftstages gab es – Überraschung – eine Party. Und zwar den Captains Dinner, bei dem die ganze Crew sich als Matrosen verkleidet und alle Gäste in Weiß kommen müssen. Am Ende des Tages kannte ich bereits so viele Leute, dass es sich wie eine Feier unter Freunden anfühlte, nur dass keiner am Ende abwaschen musste…P1910554P1910559P1910587Was ich schon als Kind gelernt habe: Freunde dich immer mit den Eiscreme-Jungs an (Jaaa, das Robinson-Schiff war aus Eis!). Ich muss aber etwas außer Übung sein: Sie wollten es mir nicht aufs Zimmer liefern…P1910623Abends sah man immer Baby-Haie, die ganz nah an die Insel kamen. P1910420P1920340Am zweiten Tag konnte ich dann endlich das Wasser testen. Es ist das ganze Jahr über ca. 27 Grad warm und man kann stundenlang drin sitzen. P1920297Warum ich nicht sexy aussehe obwohl ich mir doch so viel Mühe gebe? Der Baum war voller Stacheln und ich fühlte mich eher wie Yogi-Mann ohne Matcha-Tee als ein cooles Strandbabe.P1920162P1920203P1910348P1920219P1920232P1920264Dieser Tag mag vielleicht etwas faul aussehen, aber zwischen all dem Posieren war ich noch schnorcheln und tauchen. Ich habe nämlich eine neue Unterwasserkamera zum Geburtstag bekommen und konnte es kaum abwarten, sie endlich den Haien zu präsentieren. P1910156Das ist der zweite perfekte Sonnenuntergangs-Ort: die Sundowner Bar mit DJ, der jeden Abend Chill Out Musik auflegt. Ich bin jetzt keine Sonnenuntergangs-WOWer, aber dieser Ort war einfach nur WOW.P1910221P1920130P1910232P1910308P1910275Ein besonderes Dankeschön an die verrückte Crew von Robinson Club Maldives für die tolle Zeit! Es gibt so viele Geschichten, die ich gerne erzählen würde, aber was auf einer Robinson-Insel passiert… Lest hier meine Geschichte über die Malediven in der BZ am Sonntag. Eine Woche im Club mit Vollpension inkl. Flug kostet ab 2299 Euro pro Person. Ich bin mit Turkish Airlines geflogen und bin seitdem ein Fan. Economy fühlt sich hier an wie Business. Und es gibt Lipgloss für alle!

stark

Île de Sein: die beste Insel, um betrunken zu werden

Für den letzten Post über unsere Insel-Hopping Tour in der Bretagne (Frankreich) habe ich mein Highlight aufgehoben: Île de Sein – die beste Insel, um betrunken zu werden. Ihr werden denken: “Warum? Man kann sich auf jeder Insel gleich gut betrinken!” Nein, hier kann man es noch besser. Unten die sieben Gründe dafür:P1470241 P1470343P14703631. Selbst wenn an der Ablegestelle und auf der Fahrt zu der Insel die Welt unter geht, klärt sich der Himmel auf Île de Sein – als ob hinter einem Vorhang gelegen – immer auf. Das sagen die Fischer und die Segler, die ständig rüberfahren. So viel Glück muss gefeiert werden. P1470388P14705222. In den 60-er Jahren haben auf der 60 ha großen Insel 1000 Leute gelebt und es gab 28 Bars. Heute sind es 150 Leute und 6 Bars. Macht aber nichts, denn fast um die gesamte Insel verläuft eine lange Steinmauer. Beim guten Wetter nehmen alle ihr Glas einfach an die frische Luft und machen daraus die längste Bar der Welt.P1470517Ich trinke übrigens Kir Breton (bretonischer Kir Royal). Das Rezept ist sehr aufwendig: Cidre, Cassis, Fertig.P1470461 P1470471P14704873. Die meisten Häuser auf Île de Sein sind bunt (auch wenn man nur die Fenster anmalt) – für die Bretagne ziemlich ungewöhnlich.  So findet immer jeder in jedem Zustand nach Hause. Pink oder blau kann man sich schließlich besser merken als Straßennamen auf Französisch.P1470480Als ich die Insel Ende April besucht habe, war gerade Springflut. Das Meer ging besonders stark zurück und legte die Algen frei. Aber auch Seespinnen, Austern, Krebse und alle möglichen Meerestiere, die man sonst aufwendig aus dem Wasser holen muss. An diesem Tag konnte man sie einfach vom Boden aufsammeln.P14705004. Die Gassen auf Île de Sein wurde alle so schmal gebaut, dass ein Bierfass durchgerollt werden kann, man aber betrunken nicht umkippt. Denn man wird von beiden Seiten von einer Wand aufgefangen.P1470502P1470519P1470531P1470548P14705595. Île de Sein liegt im Vergleich zu den anderen Inseln ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten. Französische Vergrößerungslupen-Gerichte haben hier noch nicht ihren Einzug gefunden. Es gibt deftige Traditionsküche wie Rochen mit Granatapfelsoße und Kartoffeln. Beste Grundlage für die nächsten 3 Kir Breton.P1470621P1470631P1470636P1470652Keiner zeigt Bretagne (und ihre Drinks) besser als Christine. Findet hier alle ihre Posts.P1470600P1470657P14706746. Île de Sein ist die perfekte Insel, um seinen durch Alkohol entstandenen Übermut auszuleben.P1470683P1470692P1470735Und hier nochmal eine von den “Bierfass-Gassen”. Als die Fähre um 16 Uhr zurückfuhr, kam auch das Wasser wieder. Wer bis dahin sein Abendessen nicht gesammelt hat, war selber Schuld.P1470724P1470760P1470781P1470815P1470844P1470865P14708487. Wenn mal etwas am Glas schief geht, wird man spätestens bei der Ankunft in Audierne von Sauvetage en Mer gerettet. Ok, das ist ein mieser Grund. Aber die anderen 6 stimmern wirklich!

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Ouessant: wo Frankreich zu Ende ist

800 Einwohner, 1000 Touristenbetten, vier Bars, sieben Fischerboote, aber kein einziger Polizist und kein einziger Baum (beides perfekt für Autofahrer): Ouessant war die erste Insel auf unserer Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne und gleichzeitig auch der äußerste Westen Frankreichs. Und ein bisschen wie das Ende der Welt fühlt es sich hier tatsächlich an.P1460342P1460339P1460331P1460274Die hohe Leuchtturmdichte auf Ouessant (5 direkt auf der Insel, 20 weitere bei guter Sicht erkennbar) ist gleichzeitig auch der Grund für die Besonderheit der Insel: Die gesamte Küste ist von beeindruckenden Felstransformationen umgeben. Zum Schwimmen ist Ouessant deshalb etwas zu abenteuerlich. Dafür aber unter Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Auch unter 70. Ehrlich!P1460291P1460352P1460363P1460262Da es auf Ouessant keine Bäume und dementsprechend kein Holz gibt, wurde traditionell auf Grasnarben gekocht (ein Lammgericht z.B. 6 Stunden lang). Wegen des starken Windes wächst das Gras hier nicht hoch und aufgrund von langjährig milden Temperaturen frieren die Wurzeln nicht ein. So entsteht der wohl weichste Grasteppich der Welt.P1460209Alles, was auf der Insel aus Holz ist (unter anderem auch die kleinste Windmühle Europas) wurde von Schiffsbrüchen angespült. Wie ihr es euch vielleicht vorstellen könnt, passiert auf Ouessant nicht sonderlich viel, dafür gibt es um so lustigere Geschichten von angespülten Sachen. Einmal sank ein Containerschiff mit Badeenten und die ganze Küste war eines morgens voll mit gelben Enten. Ein anderes Mal wurden Schuhe angespült und das gesamte Dorf musste sich am Ende zusammensetzen, um die passenden Paare zu finden.P1460412TY Korn ist das beste Pub-Restaurant der Insel. Sechs Stunden Zeit für ein Lamm auf Grasnarben hatte ich nicht, dafür aber viel Spaß beim Knacken von Krebsscheren. Meine Tischnachbarn nicht so…P1460410DSCN1055P1460391P1460396P1460425P1460441Es gibt etwas, was ich seit meiner letzten Klassenfahrt nicht mehr gemacht habe: eine Nachtwanderung (dieses Mal hat keiner geknutscht). Nur auf Ouessant macht so ein Teeniezeit-Ausflug auch wirklich Sinn, da man so alle Leuchttürme in Aktion erlebt. Und an unheimlich aussehende Häuser am steilen Abhang vorbeigeht, die tagsüber wahrscheinlich nur halb so unheimlich aussehen würden.P1460456Tataaa! Und hier ist er: Creach, der stärkste Leuchtturm Europas. Als ich um 12 Uhr Abends nach diesem langen Tag endlich im Hotelbett lag, sah ich seine drei grünen Strahlen im Kreis an den Zimmerwänden laufen. Die acht Strahlen auf dem Foto sieht man nämlich nur aus einer Position: wenn man unmittelbar darunter steht. Allein schon deswegen hat sich die Überfahrt auf Ouessant gelohnt.P1460485P1460517Am nächsten ging beim Sonnenaufgang bereits die erste Fähre zurück nach Le Conquet. Es war der zweite Tag und Zeit für die Insel Nummer zwei. Le Glenán- knapp zwei Autostunden entfernt, aber das genaue Gegenteil von Ouessant: Keine Felsen, dafür aber ein Badetrand, der wie die Karibik aussieht…

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Cayo Largo: der Zoo von Kuba

Cayo Largo (lange Insel) ist nach Isla de la Juventud die zweitgrößte der kubanischen Inselgruppe Los Canarreos. Und die mit den schönsten Stränden und den meisten Korallenriffen Kubas. Obwohl es hier fünf Öko-Hotels und sogar einen Flughafen gibt, wohnen auf Cayo Largo keine Einheimischen. Jeder Kubaner fährt nach 20 Tagen Arbeit immer für einige Tage wieder nach Hause. Dafür haben sich auf dieser 38 Quadratkilometer großen Insel mit 27 Kilometern Sandstrand umso mehr lustige Tiere eingenistet. Klar, die meisten Touristen kommen hauptsächlich wegen des durchsichtigen Badewassers. Ich hatte aber den meisten Spaß an dem großen Natur-Zoo der Insel. Und einen von diesen Exoten habe sogar ich zuhause.P1390747Wir haben den Tagesausflug nach Cayo Largo in unserem Hotel in Varadero gebucht, als nach wir nach der Rundreise noch ein paar Tage Zeit hatten. Der Flug dorthin dauert knapp eine Stunde. Mit ein wenig Glück hat man den kleinen Propellerflieger fast für sich alleine, was vor allem meine Mom freute (Foto oben). Und obwohl man für die Tour mitten in der Nacht aufstehen muss: haltet die Augen auf, trinkt zwei Liter Kaffee und setzt euch nach ganz vorne! Vor allem beim Anflug ist die Aussicht auf Cayo Largo und die benachbarten Mini-Inseln ein super Sneak Peek auf das, was einen unten erwartet…P1390778P1390845P1390858Cayo Largo ist bekannt für seine Zucht von der Caguama Schildröte, Tortuga Verde und Karettschildkröte. Nach dem Schlüpfen in der natürlichen Umgebung schaffen es sonst noch nicht einmal zehn Prozent davon zurück ins Meer. Auf dem Weg zum Katamaran konnte man kurz diesen Schildkröten-Kindergarten besuchen.P1390881P1390886P1390885P1390940Ein Katamaran brachte uns den ganzen Tag zu verschiedenen Stränden und anderen Mini-Inseln rund ums Cayo Largo. Die erste (Cayo Iguana) war eine Leguanen-Hochburg.P1390994Meine Mom hat versucht sich mit ihnen anzufreunden. Als sie Essen dabei hatte, waren sie noch lieb…DSC_0876… dann zeigten sie ihr wahres GesichtP1400013…und verfolgten sie über die gesamte InselDSC_0874MEIN neuer Freund und ich hatten dagegen viel mehr gemeinsam: 1. Wir sehen nichts ohne Brille…P13909782. Wir lieben es in gemütlicher Lage in der Sonne zu essenP1400087P1400090P1400152Nach dem Mittagessen (der talentierte Captain konnte sogar Hummer grillen, war aber leider schon verheiratet) konnten wir dann endlich in der “Aquarium-Abteilung” des Zoos weiter machen.P1400115P1400128OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAP1400216P1400236P1400269Und endlich fand ich ihn: den größten Exoten auf Cayo Largo. Da es hier normalerweise keine Hunde gibt, war der weiße Labrador der große Star am Playa Sirena und sah genau so aus wie meine Hündin Lila. Nur Sitz konnte er nicht…P1400274P1400297P1400326P1400372P1400360P1400377