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Ain’t No Island Like Lady Elliot

Manchmal liegt das Gute so fern. Es gibt kaum eine andere Insel, bei der sich die lange Anreise so sehr lohnt wie bei Lady Elliot im australischen Bundesstaat Queensland. Die südlichste Insel am Great Barrier Reef ist nur per Flugzeug (ab Hervey Bay ca. 200 Euro) erreichbar und man hat so eine wie sie noch nie gesehen – ehrlich! Schon beim Anflug beobachtet man, wie Mantarochen (hier gibt es eine Forschungsstation) mit ihrer Flügelspannweite von bis zu acht Metern um Lady Elliot ihre Runden drehen, später dreht man mit. Die Insel ist zwar seit 1970 für den Tourismus erschlossen, dank der Abgeschiedenheit und den strengen Auflagen ist hier die Unterwasserwelt aber so neugierig wie selten. Schildkröten und Riffhaie kommen auf einen zugeschwommen, Mantarochen kreisen beim Tauchen über den Köpfen (immer schön nach oben schauen!) und verdecken wie ein Riesenteppich die durchkämpfende Sonne. Man kann ihr schwarz-weißes Muster fotografieren und so zu der weltweiten Bestandaufnahme dieser größten Rochenart (können bis neun Meter lang und drei Tonnen schwer werden) beitragen. Sie sind übrigens für den Menschen ungefährlich und ernähren sich hauptsächich von Plankton – viel Plankton. Ein Manta muss täglich bis zu 14 Prozent seines Körpergewichtes davon essen, um zu überleben. Andere ständige Inselbewohner sind Weißkappennoddis und Zügelseeschwalben. Ein Drittel der Insel ist sogar ein (ziemlich lautes) Vogelschutzgebiet und auf dem Zimmer liegen Ohrstöpsel aus – falls es nachts wieder was zu bereden gibt zwischen den Noddis und den Schwalben. Ihr interessiert Euch weder für Vögel noch für Rochen? Macht nichts, es gibt auch einfach einen geilen Strand! Und Austern zum Sundowner…P1170856P1170848P1170869Die Landebahn durchquert die gesamte 870 Meter lange und 670 Meter breite Insel.P1170774P1170885P1180069Beim Spazierengehen soll man darauf achten, dass gerade kein Flugzeug landet. Und wenn gerade eins landen, kommt sofort ein Traktor zum Kofferholen.P1170901P1170909P1170928P1170934P1170963Das Verrückteste aber an Lady Elliot: Die Insel liegt direkt auf einem Riff und bei Ebbe stehen alle Korallen frei. Bei Flut (zweimal am Tag) kann man von seinem Bungalow aus gleich zum Riff schnorcheln gehen und muss nicht erst mit einem Boot rausfahren. Bei Ebbe geht man zwischen den Korallen spazieren wie im Wald zwischen den Pilzen. Nur ein bisschen hübscher.P1170984P1180110P1170950Hier gibt es ein Eco-Resort im Bungalow-Style mit etwa 150 Schlafplätzen (Lady Elliot Island Resort) ab 118 Euro/p.P. im DZ mit Halbpension. Man kann aber auch nur für einen Tag kommen, ohne zu übernachten. Das war mein Häuschen – direkt am Strand wie wohl alles hier.P1180087P1170941Mittagsschlaf…P1180149P1180247 Bei Flut verstecken sich die Korallen und der Strand wird wieder… zu einem ganz normalen Strand.P1180157P1180039P1180026Eine Seite der Insel ist sandig, die andere voll mit Muscheln und Fossilien.P1180170P1180011Und wieder Ebbe. Man könnte hier stundenlang dem Wasser beim “Spazierengehen” zuschauen und wie die Küste immer wieder zu einem blau-grünen Leopardenfell wird.P1180162P1180022Einen Sessel dafür habe ich auch schon gefunden…P1180046P1180132P1180062P1180256DSCN1717Bei Flut gibt es drei Optionen: Man kann schnorcheln, tauchen oder mit einem Glasbodenboot rausfahren. Bei den beiden letzteren sieht man ziemlich sicher einen Mantarochen. Schildkröten kommen dagegen sehr nah an die Küste. Die trifft man schon beim Schnorcheln.DSCN1617DSCN1630Hier ein Bild vom Glasbodenboot. Schöner ist es aber, den Rochen beim Tauchen auf den Bauch zu schauen.DSCN1620DSCN1643DSCN1765DSCN1690DSCN1782DSCN1879DSCN1767DSCN1784DSCN1913DSCN1791P1180360Lady Elliot wurde 1816 zum ersten Mal angesteuert und nach dem Schiff des Entdeckers benannt. Lang lebten hier nur drei Familien, die den Leuchtturm bedienten. Heute ist er ein reiner Sonnenuntergangsspaß. Die Schiffe wissen mittlerweile, dass die Insel existiert und müssen nicht mehr gewarnt werden.P1180261P1180272P1180267P1180275P1180271P1180274P1180269P1180287P1180297P1180352P1180305Beim Sunset-Picknick habe ich eher eine Tüte Erdnussflips erwartet, aber gut, das nehme ich auch…P1180343P1180368P1180418Und auch die Haie haben das leckere Essen wohl gerochen.P1180446Die Vögel auf der Insel funktionieren wie der umgekehrte Wecker. Wenn sie anfangen zu schreien (sie schreien wirklich), ist es schon spät und Zeit, ins Bett zu gehen. Die Ohrstöpsel auf dem Nachttisch habe ich leider erst am nächsten Morgen bemerkt. Danke, Weißwein!P1180504P1180519Die Abgeschiedenheit der Insel hat einen weiteren Vorteil: Die An- und Abreise ist schon eine Sehenswürdigkeit an sich und man entdeckt auf dem Weg noch viele andere kleine, teilweise unbewohnte Insel. Bei der unteren habe ich mir eine Fallschirmausbildung gewünscht…P1180589P1180592P1170712P1170733

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Ilha Grande: Das schönste Gefängnis der Welt

Jahrhundertelang fest in der Hand von Piraten, zwischendurch eine Zwangskolonie für Leprakranke, danach 90 Jahre lang Gefängnisinsel für Drogenbosse und Schwerkriminelle – ach, eine Badass-Geschichte endete selten so schön wie auf Ilha Grande! Die 150 Kilometer lange Insel in Brasilien, gelegen zwischen Rio de Janeiro und São Paolo, wurde erst Ende der 90-er für den Tourismus freigegeben und hat immer noch keine Straßen, keine Bankautomaten, keine Zeugen (was auch immer Ihr vorhabt). Dafür aber dichten Urwald, 86 Strände, die wohl schönsten Pousadas (Ferienhäuser) Brasiliens und Helikopter- und Schiffswracks aus den Gangster-Zeiten zum Abtauchen. Man sagt, die Insel wäre verflucht, weil sie sich innerhalb von Sekunden in einen dichten Nebel hüllen kann – dann sieht man sie noch nicht einmal aus zehn Metern Entfernung. Wohl auch der Grund für die vielen Wracks vor ihrer Küste und die unzähligen gescheiterten Fluchtversuche. Mein Fluchtversuch nach zwei Tagen Aufenthalt ist leider nicht gescheitert, wir mussten weiter nach São Paolo, aber Ilha Grande ist für mich heute noch eines der magischsten Orte, die ich je gesehen habe.
P1210629P1210669Die meisten reisen von Rio de Janeiro an. Die 160 Kilometer bis Angra dos Reis kann man mit einem Bus (fährt alle zwei Stunden, ca. 15 Euro) zurücklegen oder auch mit einem Mietwagen (viel schöner, weil man dann an der Küstenstraße immer ausssteigen kann) . Danach fährt man eine weitere Stunde mit der Fähre auf die Ilha Grande (ca. 5 Euro). Im Hauptort Vila do Abraão bleiben die meisten Touristen, hauptsächlich Backpacker. Hier gibt’s günstige Hotels, ein paar Lebensmittel-Shops und Bars.P1220417P1210844Unser Glück im Unglück war, dass wir zur Karnevalszeit reisten und alle Hotels im Hauptort ausgebucht waren. Wir wollten aber unbedingt auf die Insel, also haben wir im Internet noch das letzte freie Zimmer in der Pousada Atlantica Jungle Lodge reserviert, irgendwo mitten im Dschungel auf der anderen Seite der Insel. Für die lange Reise, die wir machten, war das Zimmer überirdisch teuer (270 Euro/Nacht). Karnevalszeit eben, da verdreifachen sich die Preise. Als wir mit dem Boot im Hauptort abgeholt wurden und nach einer weiteren halben Stunde immer näher an unsere Pousada kamen, dachte ich nur: Ok, das Geld hätte man nicht besser investieren können. Oben auf dem Bild ist das Häuschen: Mitten im Urwald, nur drei Zimmer, ein Privatstrand in einer einsamen Bucht und die Köchin war nur für uns da (was sowieso mein Lebenstraum ist). P1210802P1210699P1210812 KopieTarnfarben angezogen, etwas rumposiert, ab an den Tisch. Die Köchin meinte, sie hätte gerade einen frischen Tintenfisch bekommen und solche Ansagen machen mich immer besonders schnell.P1210714P1210709P1210737P1210742P1210738Vor der Küste gab es eine schwimmende Bar, auf die man vom Essbereich aus geschaut hat und die auch zu unserer Pousada gehörte. Man konnte auch dort essen oder trinken. Zuerst musste man aber hinschwimmen oder hinpaddeln. Nach den vielen Bohnen keine Option mehr…P1220332P1220405P1220366Kurze Geschichte zu diesem Foto und vielen vielleicht merkwürdig erscheinendem Outfit: Vor der Reise hat mir jeder gesagt, ich soll bloß keine schönen Sachen und auf keinen Fall Schmuck nach Brasilien mitnehmen. Ein paar ausgewaschene Tops und eine Jeans-Shorts würden reichen. Mädels, es ist eine miese FALLE! In Rio angekommen, fiel ich sofort als Touri auf, weil ich einfach wie ein Zottel aussah. Und die ganzen hübschen Brasilianerinnen in ihren Kleidchen und mit Ohrringen und Ketten behangen – selbst im Wasser  – zwinkerten ununterbrochen meinem Freund zu. Da habe ich gesagt, ich verlasse nicht mehr das Hotel, bevor wir nicht einkaufen gehen. Das sind sie also: meine brasilianischen Shopping-Schätze. Aber ein richtiges Outfit kommt selten zur richtigen Zeit. Denn auf diesem Strand vor unserer Pousada waren wir alleine, keine Konkurrenz weit und breit. Und die Ohrringe daher etwas zu dick aufgetragen. Na ja, wenigstens ein Foto gemacht.P1220413P1220300Etwa 30 Gehminuten von unserer Pousada entfernt, war auch der berühmte Strand Lopes Mendes (auf dem Foto oben). Nett zu sehen, weil er regelmäßig unter die besten 20 der Welt gewählt wird, aber unsere Bucht war irgendwie netter – also sind wir noch rechtzeitig wieder zurück. Es dämmert auf der Insel nämlich schlagartig und man muss ja durch den Dschungel. Und der ist irgendwann voll mit Fledermäusen.P1220255P1210771P1220240P1210848Am nächsten Tag holte uns ein Boot ab (ca. 50 Euro/p.P., direkt in der Pousada buchbar). Das ist eine gute Gelegenheit für alle, die nur einen Tag bleiben, die gesamte Insel und ihre schönsten Strände zu sehen. Wir waren mit einer Gruppe von Kolumbianern an Board, was den Ausflug auch gleich viel lustiger machte. Vor allem, nachdem sie Ihre Flasche Pisco rausgeholt haben. P1210877P1210866P1220010 KopieP1220150P1220027P1220140Auf dem Weg schwammen noch ein paar Bars, die wir angefahren haben (denn der Pisco blieb nicht lange kalt) und ich hatte das Gefühl, noch nie in meinem Leben so viel saftiges Grün gesehen zu haben. Wasser, Dschungel, selbst das Licht war irgendwie grün.P1220177P1220211P1220182P1220217P1220076P1220104P1220063Die berühmteste Palme von Ilha Grande wächst auf der Praia do Aventureiro. Sie ist wohl der beste Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, seine Meinung zu ändern und nach oben zu wachsen.P1220125P1220113 KopieP1220425Auf Ilha Grande könnte man eigentlich eine Woche lang Urlaub machen. Es gibt Gefängnis-Ruinen, Berge, Taucher-Höhlen, Wasserfälle, einen Leuchtturm… Hier ein Travelbook-Artikel, der die Insel, ihre Geschichte und Sehenswürdigkeiten sehr detailliert beschreibt. Wir mussten nach zwei Tagen wieder weg und lustigerweise kam ein dichter Nebel auf, als unser Boot langsam wegfuhr  –  so, dass man nach einer Minute die Insel überhaupt nicht mehr sah.

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Zehn Tipps für Island im Winter

Ich war in Island im Sommer und ich war in Island im Winter und als ich in Island im Winter war, war es wie in einem völlig anderem Land zu sein. Allein schon deshalb sollte man zweimal hin. Da wäre aber noch ein wichtiger Grund: Im Winter gibt es in Island den Sonnenaufgang für Faule. Ihr könnt in aller Ruhe bis kurz vor elf schlafen, denn dann geht die Sonne erst auf. Und kurz vor drei schon wieder unter. Und wer denkt, Island wäre im Winter ungemütlich, dunkel und grau, wird überrascht sein, wie viele Farben sich um diese Jahreszeit doch noch durchboxen. Nur mit einer Farbe solltet Ihr vorsichtig sein: mit der der Polarlichter. Die Japaner glauben nämlich, dass sie ganz viele Babys bringt. Hier daher meine jugendfreien Tipps für Island im Winter:

1. DER SCHWARZE STRAND VON VÍKP1870341P1870606P1870667P1870359P1870489P1870544Dass der Strand von Vík (im südlichsten Dorf Islands) eigentlich ein schwarzer Lavastrand ist, verraten im Winter nur die Reynisdrangar-Felsen (Bild unten) mitten im Meer. Und manchmal auch die kleine Lücke zwischen dem weißen Meer und dem weißen Schnee (Bild oben).P1870714P1870717Über zu wenig Platz brauchen sich die Isländer nicht zu beschweren. Auch nicht in der Nase…P18707332. WASSERFÄLLEP1880142P1880461Auf Reisen im Golden Circle, der beliebtesten Route im Süden Islands, werden meistens drei Wasserfälle angefahren: Skógarfoss (erstes Bild), Gullfoss (zweites Bild) und Seljalandsfoss (Bild unten). Obwohl der Gullfoss als der mächtigere und der Skógarfoss als der schönere gilt, war der Seljalandsfoss schon immer mein Liebling! Man kann nämlich dahinter laufen und nach einem Wikinger-Schatz suchen. Dass die Treppen etwas vereist waren, hat mich auch nicht weiter davon abgehalten.P1880219P18802633. ESSENP1890815Das erste Gericht werden alle vermutlich noch ganz appetitlich finden: traditioneller isländischer Hummer (fällt immer kleiner aus) im berühmten Fjorubordid-Restaurant. Danach kommt chronologisch: geräucherter Papageientaucher im Hotel Rangá, Pferdefleisch-Carpaccio mit Parmesan im Cava-Restaurant und Gammelhai aus einem isländischen Supermarkt.P1880318P1890165P18903414. GEYSIREP1880387Große Pläne brauchen große Autos. Und was in Deutschland eher protzig aussieht, macht in Island tatsächlich Sinn. So wie auf unserer Fahrt ins Geysir-Tal Haukadalur. Bei Minusgraden sind die Dampfwolken noch gewaltiger. So schießt z.B. der Strokkur (Bild unten) ca. alle zehn Minuten eine bis zu 35 Meter hohe Säule in die Luft (rechts im Foto sind zwei Menschen als Größenvergleich). Während das Wasser bis zu 90 Grad werden kann (nicht anfassen!), hängen an der Absprerrung dicke Eiszapfen.P1880644P1880781P18807685. HOT POTSP1890923OLYMPUS DIGITAL CAMERAIsland ist voll mit heißen Thermalquellen und das haben wir vulkanischen Aktivitäten zu verdanken. Daher sind Hot Pots ein wichtiger Bestandteil der isländischen Bade- und Abhängekultur. Der wohl berühmteste und kommerziellste Hotpot ist die Blaue Lagune mit ihrem milchig-blauen Wasser (ca. 35 Euro Eintritt, zumindest sind die Schönheitsmasken umsonst) in der Nähe vom Flughafen. Aber auch in allen städtischen Bädern (ca. 5 Euro Eintritt, Bilder unten) gibt es diese Natur-Jacuzzis.OLYMPUS DIGITAL CAMERAAnja und ich haben in das städtische Bad ein paar Beauty-Essentials mitgeschleppt…OLYMPUS DIGITAL CAMERAP1880363Die andere Möglichkeit, einen Hot Pot auszuprobieren, wäre ein Hotel mit Hot Pots zu buchen. Zum Beispiel hat das Rangá Hotel seine Wannen draußen im Schnee und ohne direkten Zugang. Da muss man sich vorher schon sehr viel Mut antrinken – mit den vielen isländischen Biersorten geht es ganz gut (ich weiß, ich erzähle immer vom Trinken, aber ich trinke auch einfach so viel).P1890026P1870303Nach bereits zwei Flaschen haben Julia und ich beschlossen, uns ein paar Tipps vom Bären in der Lobby einzuholen – der ist ja schließlich schon länger da.P1870320P1880298Danach war uns die Lösung ganz klar: Wir überwinden den Weg zum Hot Pot, indem wir einfach unsere Havaianas anziehen. Warum ist uns das nicht gleich eingefallen?P1880273Wie es im Hot Pot weiterging, brauche ich ja an dieser Stelle nicht mehr zu sagen. Nur kurz was zum Bild unten: Liebe Mama, ich habe in Island immer meine Mütze getragen, so wie du es mir aufgetragen hast! Es waren übrigens -17 Grad, falls sich das jetzt jemand gefragt hat…P18802946. GLETSCHERWANDERUNGP1880050P1870895P1870972Zur blauen Stunde mit Spikes und Eispickel ausgestattet auf dem Sólheimajökull-Gletscher zu wandern macht Euch einfach nur… blau. Leider wird dieser Gletscher wegen des Klimawandels laut Prognosen in 100 Jahren komplett geschmolzen sein. Daher: Fahrt weniger Auto, fahrt mehr Skateboard!P1870922P1870870P1870992P18709377. SHOPPINGP1870739Nehmt in Island niemals das Wort “Norwegerpullover” in den Mund! Das sind Islandpullover, die aus Wolle einer besonders zähen Schafrasse gestrickt werden. Und halten daher angeblich viel besser warm als die norwegische Variante.P1890314Auch weg mit Euren Jack Wolfskins und North Faces! In Island trägt man das einheimische Label 66°NORTH (seit 1926), das ebenfalls sehr warm hält, aber leider auch viel kostet. Bei mir hat es für eine Mütze gereicht. Die gute Nachricht: Shopping in Island ist Duty Free. Bei Einkäufen über 25 Euro bekommt man am Flughafen 15 Prozent Mehrwertsteuer zurück erstattet.P1890887In Reykjavik gibt es viele Second-Hand-Shops wie z.B. das Spúútnik, wo man günstigere Islandpullover kaufen kann (die dann wiederum oft aus Norwegen sind) und lauter Hipster-Zeugs.P18908778. LAVAHÖHLENP1890527Am Anfang von dieser Tour im Bláfjöll-Gebirge vesteht man nicht so recht, was man hier soll (außer, dass es vielleicht wie auf einer verschneiten Mondlandschaft aussieht). Dann steigen wir in die 3000 Jahre alte Lavahöhle Leidarendi (bedeutet “totes Ende”) ab. Erst 1991 hat man in Island angefangen, solche unterirdischen Lavatunnel zu entdecken, bis heute weiß man von ungefähr 250. Im Winter verwandeln sich die Höhlen in Eispaläste aus Stalaktiten und Stalagmiten. Mit einer Helmlampe ausgestattet, kriecht man teilweise auf dem Bauch durch die Mini-Gänge, um zum nächsten “Raum” zu gelangen. Wenn mal ein Eiszapfen abbricht und auf den Boden knallt, hört sich das an wie kleine Unfälle beim Weihnachtsbaumschmücken.  P1890537P1890552P1890673P18905719. SCHNORCHELN ZWISCHEN DEN KONTINENTENP1880975Yeah! Wir sind so glücklich, dass es bei -19 Grad Außentemperatur gleich ins drei Grad warme Wasser geht! Nein, sind wir nicht. Warum wir trotzdem im Winter schnorcheln gehen? Im Pinvellir-Nationalpark verläuft die Grenze zwischen der nordamerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte – hier sind die Kontinente mal auseinandergebrochen. Die Silfra-Spalte wurde aufgrund ihrer unglaublichen Sichtweite von bis zu 100 Metern unter die zehn besten Schnorchelplätze der Welt gewählt. P1880972P1880976Der Trockenanzug soll kein Wasser durchlassen. Umziehen muss man sich auf dem Parkplatz.P1880990P1880993Das ist die Kontinental-Spalte  – von oben eher unspektakulär. Links Europa, rechts Amerika. Sie wird gespeist durch das Schmelzwasser des 50 Kilometer entfernten Langjökull-Gletschers und kommt nach 30 bis 100 Jahren hier perfekt gefiltert an. Wie perfekt gefiltert sieht man aber erst, wenn man unten ist.P1880997Silfra3Und so sieht es aus, wenn man zwischen zwei Kontinenten schnorchelt. Normalerweise nehme ich für den Blog nur eigene Bilder (das Foto oben ist vom Veranstalter Arktische Abenteuer), aber der volle Akku von meiner Unterwasserkamera ist in weniger als einer Minute leer gewesen – so eisig war das Wasser. Viel bewegen muss man sich in der Spalte aber nicht, denn die leichte Unterwasserströmung zieht Euch mit. Als wir nach etwa 40 Minuten wieder draußen waren (Bild unten), hatten wir Eiszapfen im ganzen Gesicht: ich auf den Wimpern, die Jungs in den Bärten. Da fanden wir uns schon ein bisschen cool.P188099810. REYKJAVIKP1890041Reykjavik ist die nördlichste Hauptstadt der Welt. Kalt wird es trotzdem nicht. Denn während man in anderen Hauptstädten ein Taxi braucht, um von einer Bar zum nächsten Club zu ziehen, muss man im Laugavegur (tagsüber Einkaufs- und nachts Partymeile) nur die Straße überqueren. Ganz wichtig: Outdoorkleidung im Hotelzimmer lassen! Mädchen schweben hier elfengleich in ihren weißen Pelzmänteln und Riesenabsätzen über dem Schnee und die Männer sehen so aus, als könnten sie einem frisch gefangenen Fisch den Kopf abbeißen, aber auch Wolldecken für die japanischen Polarlichter-Babys besorgen.P1890089P1890131Das Cava ist eine angesagte Bar (obere Etage) und Restaurant (untere Etage). Sonst noch coole Adressen in Reykjavik: Kaffibarrinn (alle so fame, dass Fotos nicht erlaubt sind), Micro Bar (hat eine eigene Brauerei), Kaldi Bar (Backsteinwände und Klavier), Laundromat Cafe (Wäschewaschen und Brunchen). P1890191P1890226P1890103P1890189Mit der Gang von Arktische Abenteuer, die mir Island und noch viel mehr gezeigt haben: Anja und Gardi. Danke! Und erstaunlich: In Island gibt es auch “normales” Fleisch wie Ente (Bild unten).P1890178P1890447Das Konzerthaus Harpa ist das neue Wahrzeichen der Stadt. Wem es zu brav ist: Im Phallusmuseum kann man mehr als 280 Penisse aus der ganzen Tierwelt bestaunen. Darauf einen Hot Dog aus der berühmtesten Bude der Stadt: Beajarins Beztu PylsurP1890338Flüge nach Island gibt’s mit WOW-Air, der einzigen Lowcost Airline Islands schon ab 59 Euro/Strecke. Die beschriebenen Touren sind bei Arktische Abenteuer direkt auf der Webseite oder in ihrem Büro in Reykjavik zu buchen. Lest hier meine Geschichte über Island im Winter bei BildPlus und hier in der BZ.

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Allein im Robinson Club Maldives

Freunde fragen mich oft, ob ich überhaupt noch aufgeregt bin, so oft wie ich verreise. Die Antwort: Jede Sekunde und auf jeder einzelnen Reise. Und wenn ich‘s mal nicht bin, hole ich mir drei Kaffee und schon habe ich wieder Herzklopfen – so einfach ist es. Jedenfalls war ich bei meinem letzten Trip ganz besonders aufgeregt, denn ich war zum ersten Mal in meinem Leben allein verreist. Und das an einen Ort, wo alle in Begleitung von ihren Lieblingsmenschen kommen. Die meisten Gäste im  Robinson Club Maldives sind nämlich Honeymooner oder zumindest Menschen, die vor haben, den ganzen Urlaub lang rumzuknutschen. Ich war nicht so sehr besorgt wegen des (Nicht-)Knutschens, sondern mich viel mehr gefragt, wer denn die ganzen typischen Inna-Posing-Fotos machen soll (zumindest bin ich ehrlich)… Und paradoxerweise hatte ich noch nie sooo viele Posing-Fotos wie am Ende von DIESER Reise!P1910683P1910667P1920389P1910672P1920416P1920148P1920414P1920364P1920404P1910660Man hat die Wahl zwischen einem Wasser-Bungalow (mit Glasboden neben dem Bett, riesiger Terrasse und einer Treppe direkt ins Wasser) oder einem Strand- oder Garten-Bungalow (für alle, die Sand an den Füßen lieben). Ich hatte ein paar Bilder von einem Strand-Bungalow auf meinem letzten Post. Und habe es geliebt wegen des Draußen-Badezimmers.P1910636P1910687P1910713P1910982P1910992P1920004Am ersten Tag wollte ich erstmal die Insel kennenlernen, was bei einer Größe von 450×240 Metern nicht all zu viel Zeit in Anspruch nahm. In 20 Minuten war man einmal rum. Bei den Malediven hatte ich aber immer diese tollen Aufnahmen von oben im Kopf: eine Insel mitten im Nichts und ein paar Wasservillen. Der beste Weg, um auch solche Angeberfotos zu machen, ist mit einem Parasail zu fliegen. Ich habe sogar meine normale Kamera mitnehmen können, denn man startet und landet auf einem Boot und wird nicht nass. Achtet darauf, dass ihr zwischen 10 und 15 Uhr an einem klaren Tag fliegt, dann werden die Farben am schönsten. Und dass die Fußnägeln immer schön lackiert sind. So könnt Ihr beim Fotozeigen immer so tun, als ob Ihr nur den neuen Nagellack präsentieren möchtet und dann ganz beiläufig: “Ach übrigens, das dahinter war unsere Insel”!DSCN0427P1910776DSCN0452P1910898P1910948P1910804P1910921P1910874Beim Fliegen hatte man auch die einzigartige Möglichkeit einen Blick auf die Präsidenten-Suite am Ende der Wasservillen zu werfen. Am liebsten wäre ich gleich in ihrem Pool gelandet. Aber die Drinks waren noch nicht kalt…P1910700Das Restaurant des Robinson Clubs hatte immer ein riesiges internationales Buffet, aber eben auch eine Ecke mit lokalen Spezialitäten und einem einheimischen Koch, der mit Begeisterung in aller Ausführlichkeit erklärte, was das ist und wie man es macht und zu welchem Anlass man es isst und gegen welche Krankheiten es hilft. Die Insel hat einen eigenen Gemüse- und Kräutergarten, eine Bäckerei und eine Filteranlage, um aus Meereswasser Trinkwasser zu machen. So muss der Essenscontainer nur einmal in zwei Wochen kommen und man spart 400.000 Plastikflaschen jährlich. Ich will jetzt nicht wie eine Lehrerin klingen, aber ich fand es beeindruckend, wie sich so eine kleine Insel selbst versorgen kann. Zumal jede Insel der Malediven nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt und der steigt ständig…P1910325P1920303P1910340P1910431Wer in einem Strand-Bungalow wohnt, hat immer einen kleinen eigenen Strandbereich mit zwei Liegen. Kein Gebäude auf der Insel darf höher gebaut sein als die höchste Palme. Das da unten sind ihre Früchte.P1920360P1910516P1920173P1920158P1920199Nach nur einem Tag habe ich mich wie ein Biologe gefühlt und kannte jeden Baum, jede Blume und jede Hängematte der Insel. Und lernte auf meiner Expeditionstour immer mehr Leute und Hobbyfotografen kennen. P1920436P1920441P1920049Auf der Insel gibt es zwei perfekte Orte für den Sonnenuntergang. Einen seht Ihr hier, den zweiten am Ende.P1920056P1910492P1920077P1910258P1910525P1910609P1910600P1910531Partys und ich ziehen uns magisch an und am Abend meines Ankunftstages gab es – Überraschung – eine Party. Und zwar den Captains Dinner, bei dem die ganze Crew sich als Matrosen verkleidet und alle Gäste in Weiß kommen müssen. Am Ende des Tages kannte ich bereits so viele Leute, dass es sich wie eine Feier unter Freunden anfühlte, nur dass keiner am Ende abwaschen musste…P1910554P1910559P1910587Was ich schon als Kind gelernt habe: Freunde dich immer mit den Eiscreme-Jungs an (Jaaa, das Robinson-Schiff war aus Eis!). Ich muss aber etwas außer Übung sein: Sie wollten es mir nicht aufs Zimmer liefern…P1910623Abends sah man immer Baby-Haie, die ganz nah an die Insel kamen. P1910420P1920340Am zweiten Tag konnte ich dann endlich das Wasser testen. Es ist das ganze Jahr über ca. 27 Grad warm und man kann stundenlang drin sitzen. P1920297Warum ich nicht sexy aussehe obwohl ich mir doch so viel Mühe gebe? Der Baum war voller Stacheln und ich fühlte mich eher wie Yogi-Mann ohne Matcha-Tee als ein cooles Strandbabe.P1920162P1920203P1910348P1920219P1920232P1920264Dieser Tag mag vielleicht etwas faul aussehen, aber zwischen all dem Posieren war ich noch schnorcheln und tauchen. Ich habe nämlich eine neue Unterwasserkamera zum Geburtstag bekommen und konnte es kaum abwarten, sie endlich den Haien zu präsentieren. P1910156Das ist der zweite perfekte Sonnenuntergangs-Ort: die Sundowner Bar mit DJ, der jeden Abend Chill Out Musik auflegt. Ich bin jetzt keine Sonnenuntergangs-WOWer, aber dieser Ort war einfach nur WOW.P1910221P1920130P1910232P1910308P1910275Ein besonderes Dankeschön an die verrückte Crew von Robinson Club Maldives für die tolle Zeit! Es gibt so viele Geschichten, die ich gerne erzählen würde, aber was auf einer Robinson-Insel passiert… Lest hier meine Geschichte über die Malediven in der BZ am Sonntag. Eine Woche im Club mit Vollpension inkl. Flug kostet ab 2299 Euro pro Person. Ich bin mit Turkish Airlines geflogen und bin seitdem ein Fan. Economy fühlt sich hier an wie Business. Und es gibt Lipgloss für alle!

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Burning Iceland

Im Winter hat man in Island nur drei Stunden Licht am Tag. Was also auf den Bildern wie am frühen Morgen aussieht (und sich auch so anfühlt), ist eigentlich bereits Mittag. Um halb zwölf fängt die Sonne dann langsam an, aufzugehen. Was aber nicht heißt, dass man sie sieht. Denn sie bleibt bis zum Untergang (also bis ungefähr halb drei) am Horizont stehen und kommt meistens gar nicht durch die dicke Wolkendecke. Als ich vor zwei Wochen da war, hatten wir Glück. Die Temperaturen kletterten auf ungewöhniche -20 Grad (normalerweise ist es im Winter wegen des warmen Golfstroms die meiste Zeit -/+2 Grad warm) und der Himmel hat sich aufgeklärt. Auch die Isländer haben sich – trotz Kälte – gefreut. Denn im Winter sehen sie oft ganze drei Monate lang gar keine Sonne und müssen Fischöl zum Frühstück trinken, um ihr Vitamin-D-Mangel auszugleichen. An diesem Tag konnten sie getrost auf Bier umsteigen.P1880387P1880398Wir waren auf dem Weg zum Goldenen Dreieck – die am meisten besuchte touristische Region in Südisland – und selbst die Flüsse mit starker Strömung, wo man jeden Winter Rafting macht, waren zum Teil zugefroren.P1880419P1880442P1880420P1880479P1880463Der Gullfoss im Fluß Hvitá ist der bekannteste und der wohl schönste Wasserfall Island. Er besteht eigentlich aus zwei Fällen, der obere 14 Meter, der untere 18 Meter hoch. Das Einzige Manko: Man konnte nicht dahinter laufen. Denn hinter den Wasserfällen gibt es in Island bekanntlich immer Gold. Und einen Flug in die Karibik hat sich an dieser Stelle jeder gewünscht.P1880489P1880422Mit Anni von Arktische Abenteuer, der es nie kalt war. Ich brauchte dagegen eine Sturmhaube, um zu überleben (unteres Foto). Banken gab´s keine in der Nähe…P1880541P1880550P1880557Als wir kurz nach dem Wasserfall im geothermalen Gebiet Haukedalur angekommen sind, ging gleichzeitig auch die die Sonne auf. Und es war unglaublich zu sehen, wie der bekannteste Geysir Strokkur alle fünf Minuten bis zu 35 Meter hoch ausbrauch und alles um sich herum in einen gelb-roten Dampf einfärbte. Es sah so aus, als ob das ganze Eis um ihn herum brennen würde. Und wir standen nur da und haben alle zwei Sekunden mit unseren eingefrorenen Fingern auf den Auslöser gedrückt. Ins Wasser fassen durfte man nicht, es war bis zu 90 Grad heiß.P1880613P1880644P1880681P1880762P1880642P1880687P1880747P1880730P1880806P1880815P1880799P1880816P1880819P1880824P1880835P1880851P1880857P1880847Flüge: WOW Air (einzige Low-Cost-Airline Islands) fliegt ganzjährig dreimal pro Woche direkt von Schönefeld nach Reykjavík, ab 98 Euro/Strecke (www.wowiceland.de). Beschriebene Touren: einzeln oder im Paket beim Island-Spezialisten Arktische Abenteuer (www.arktischeabenteuer.de) buchbar. Allgemeine Infos: de.visiticeland.com.

Lest hier meine Reisegeschichte über Island in der BZ am Sonntag.

stark

Île de Sein: die beste Insel, um betrunken zu werden

Für den letzten Post über unsere Insel-Hopping Tour in der Bretagne (Frankreich) habe ich mein Highlight aufgehoben: Île de Sein – die beste Insel, um betrunken zu werden. Ihr werden denken: “Warum? Man kann sich auf jeder Insel gleich gut betrinken!” Nein, hier kann man es noch besser. Unten die sieben Gründe dafür:P1470241 P1470343P14703631. Selbst wenn an der Ablegestelle und auf der Fahrt zu der Insel die Welt unter geht, klärt sich der Himmel auf Île de Sein – als ob hinter einem Vorhang gelegen – immer auf. Das sagen die Fischer und die Segler, die ständig rüberfahren. So viel Glück muss gefeiert werden. P1470388P14705222. In den 60-er Jahren haben auf der 60 ha großen Insel 1000 Leute gelebt und es gab 28 Bars. Heute sind es 150 Leute und 6 Bars. Macht aber nichts, denn fast um die gesamte Insel verläuft eine lange Steinmauer. Beim guten Wetter nehmen alle ihr Glas einfach an die frische Luft und machen daraus die längste Bar der Welt.P1470517Ich trinke übrigens Kir Breton (bretonischer Kir Royal). Das Rezept ist sehr aufwendig: Cidre, Cassis, Fertig.P1470461 P1470471P14704873. Die meisten Häuser auf Île de Sein sind bunt (auch wenn man nur die Fenster anmalt) – für die Bretagne ziemlich ungewöhnlich.  So findet immer jeder in jedem Zustand nach Hause. Pink oder blau kann man sich schließlich besser merken als Straßennamen auf Französisch.P1470480Als ich die Insel Ende April besucht habe, war gerade Springflut. Das Meer ging besonders stark zurück und legte die Algen frei. Aber auch Seespinnen, Austern, Krebse und alle möglichen Meerestiere, die man sonst aufwendig aus dem Wasser holen muss. An diesem Tag konnte man sie einfach vom Boden aufsammeln.P14705004. Die Gassen auf Île de Sein wurde alle so schmal gebaut, dass ein Bierfass durchgerollt werden kann, man aber betrunken nicht umkippt. Denn man wird von beiden Seiten von einer Wand aufgefangen.P1470502P1470519P1470531P1470548P14705595. Île de Sein liegt im Vergleich zu den anderen Inseln ziemlich von der Außenwelt abgeschnitten. Französische Vergrößerungslupen-Gerichte haben hier noch nicht ihren Einzug gefunden. Es gibt deftige Traditionsküche wie Rochen mit Granatapfelsoße und Kartoffeln. Beste Grundlage für die nächsten 3 Kir Breton.P1470621P1470631P1470636P1470652Keiner zeigt Bretagne (und ihre Drinks) besser als Christine. Findet hier alle ihre Posts.P1470600P1470657P14706746. Île de Sein ist die perfekte Insel, um seinen durch Alkohol entstandenen Übermut auszuleben.P1470683P1470692P1470735Und hier nochmal eine von den “Bierfass-Gassen”. Als die Fähre um 16 Uhr zurückfuhr, kam auch das Wasser wieder. Wer bis dahin sein Abendessen nicht gesammelt hat, war selber Schuld.P1470724P1470760P1470781P1470815P1470844P1470865P14708487. Wenn mal etwas am Glas schief geht, wird man spätestens bei der Ankunft in Audierne von Sauvetage en Mer gerettet. Ok, das ist ein mieser Grund. Aber die anderen 6 stimmern wirklich!

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Lieblingskloster in der Bretagne

Für unsere Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne (3 Tage, 3 Inseln) brauchten wir ein Hotel, dass genau zwischen den Inseln Ouessant, Glénan und Ile de Sein (im nächsten Post) liegt. Das Örtchen Douarnenez sollte deshalb eigentlich nur zu einer Übernachtungsstation werden. Schließlich fuhren die Fähren zu den Inseln sehr früh und der Wein war jeden Abend zu gut, um sich schon um 12 davon zu verabschieden. Jetzt würde ich aber sogar sagen: Kein Bretagne-Urlaub, ohne zumindest für ein paar Studen durch das verwunschene Douarnenez mit seinem beeinduckenden Jachthafen (geht ins offene Meer heraus) zu laufen. P1470887P1470960P1470906P1470903P1470905Unser Hotel Ty Mad (ab 110 Euro/Nacht) liegt direkt an einer kleinen Kirche und war früher eine Unterkunft für Mönche. Der neue Wirt machte daraus einen Lifestyle-Tempel mit Pool, Sauna, einem Gourmetrestaurant und einer Bar. Und mit einem Blick aus dem Fenster, für den ich jeden Abend fast meinen Aperitif verpasst habe. P1470095P1470233P1470922P1470237P1470111P1470132P1470158P1470169P1470180P1470188P1470211Und als ich dann noch zum Dessert Caramel au beurre salé bekommen habe (DIE bretonische Spezialität Salzbutterkaramell gibt´s in allen Möglichen Variationen: als Praline, als Aufstrich, als Eis, als Crème Brûlée), habe ich sogar kurz überlegt hier zu bleiben. Aber am nächsten morgen mussten wir weiter- auf die Ile de Sein, die letzte Station auf unserer Insel-Hopping Tour und gleichzeitig die beste Insel, um betrunken zu werden…P1470148P1470136P1470202Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Ouessant: wo Frankreich zu Ende ist

800 Einwohner, 1000 Touristenbetten, vier Bars, sieben Fischerboote, aber kein einziger Polizist und kein einziger Baum (beides perfekt für Autofahrer): Ouessant war die erste Insel auf unserer Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne und gleichzeitig auch der äußerste Westen Frankreichs. Und ein bisschen wie das Ende der Welt fühlt es sich hier tatsächlich an.P1460342P1460339P1460331P1460274Die hohe Leuchtturmdichte auf Ouessant (5 direkt auf der Insel, 20 weitere bei guter Sicht erkennbar) ist gleichzeitig auch der Grund für die Besonderheit der Insel: Die gesamte Küste ist von beeindruckenden Felstransformationen umgeben. Zum Schwimmen ist Ouessant deshalb etwas zu abenteuerlich. Dafür aber unter Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Auch unter 70. Ehrlich!P1460291P1460352P1460363P1460262Da es auf Ouessant keine Bäume und dementsprechend kein Holz gibt, wurde traditionell auf Grasnarben gekocht (ein Lammgericht z.B. 6 Stunden lang). Wegen des starken Windes wächst das Gras hier nicht hoch und aufgrund von langjährig milden Temperaturen frieren die Wurzeln nicht ein. So entsteht der wohl weichste Grasteppich der Welt.P1460209Alles, was auf der Insel aus Holz ist (unter anderem auch die kleinste Windmühle Europas) wurde von Schiffsbrüchen angespült. Wie ihr es euch vielleicht vorstellen könnt, passiert auf Ouessant nicht sonderlich viel, dafür gibt es um so lustigere Geschichten von angespülten Sachen. Einmal sank ein Containerschiff mit Badeenten und die ganze Küste war eines morgens voll mit gelben Enten. Ein anderes Mal wurden Schuhe angespült und das gesamte Dorf musste sich am Ende zusammensetzen, um die passenden Paare zu finden.P1460412TY Korn ist das beste Pub-Restaurant der Insel. Sechs Stunden Zeit für ein Lamm auf Grasnarben hatte ich nicht, dafür aber viel Spaß beim Knacken von Krebsscheren. Meine Tischnachbarn nicht so…P1460410DSCN1055P1460391P1460396P1460425P1460441Es gibt etwas, was ich seit meiner letzten Klassenfahrt nicht mehr gemacht habe: eine Nachtwanderung (dieses Mal hat keiner geknutscht). Nur auf Ouessant macht so ein Teeniezeit-Ausflug auch wirklich Sinn, da man so alle Leuchttürme in Aktion erlebt. Und an unheimlich aussehende Häuser am steilen Abhang vorbeigeht, die tagsüber wahrscheinlich nur halb so unheimlich aussehen würden.P1460456Tataaa! Und hier ist er: Creach, der stärkste Leuchtturm Europas. Als ich um 12 Uhr Abends nach diesem langen Tag endlich im Hotelbett lag, sah ich seine drei grünen Strahlen im Kreis an den Zimmerwänden laufen. Die acht Strahlen auf dem Foto sieht man nämlich nur aus einer Position: wenn man unmittelbar darunter steht. Allein schon deswegen hat sich die Überfahrt auf Ouessant gelohnt.P1460485P1460517Am nächsten ging beim Sonnenaufgang bereits die erste Fähre zurück nach Le Conquet. Es war der zweite Tag und Zeit für die Insel Nummer zwei. Le Glenán- knapp zwei Autostunden entfernt, aber das genaue Gegenteil von Ouessant: Keine Felsen, dafür aber ein Badetrand, der wie die Karibik aussieht…

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.

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Cayo Largo: der Zoo von Kuba

Cayo Largo (lange Insel) ist nach Isla de la Juventud die zweitgrößte der kubanischen Inselgruppe Los Canarreos. Und die mit den schönsten Stränden und den meisten Korallenriffen Kubas. Obwohl es hier fünf Öko-Hotels und sogar einen Flughafen gibt, wohnen auf Cayo Largo keine Einheimischen. Jeder Kubaner fährt nach 20 Tagen Arbeit immer für einige Tage wieder nach Hause. Dafür haben sich auf dieser 38 Quadratkilometer großen Insel mit 27 Kilometern Sandstrand umso mehr lustige Tiere eingenistet. Klar, die meisten Touristen kommen hauptsächlich wegen des durchsichtigen Badewassers. Ich hatte aber den meisten Spaß an dem großen Natur-Zoo der Insel. Und einen von diesen Exoten habe sogar ich zuhause.P1390747Wir haben den Tagesausflug nach Cayo Largo in unserem Hotel in Varadero gebucht, als nach wir nach der Rundreise noch ein paar Tage Zeit hatten. Der Flug dorthin dauert knapp eine Stunde. Mit ein wenig Glück hat man den kleinen Propellerflieger fast für sich alleine, was vor allem meine Mom freute (Foto oben). Und obwohl man für die Tour mitten in der Nacht aufstehen muss: haltet die Augen auf, trinkt zwei Liter Kaffee und setzt euch nach ganz vorne! Vor allem beim Anflug ist die Aussicht auf Cayo Largo und die benachbarten Mini-Inseln ein super Sneak Peek auf das, was einen unten erwartet…P1390778P1390845P1390858Cayo Largo ist bekannt für seine Zucht von der Caguama Schildröte, Tortuga Verde und Karettschildkröte. Nach dem Schlüpfen in der natürlichen Umgebung schaffen es sonst noch nicht einmal zehn Prozent davon zurück ins Meer. Auf dem Weg zum Katamaran konnte man kurz diesen Schildkröten-Kindergarten besuchen.P1390881P1390886P1390885P1390940Ein Katamaran brachte uns den ganzen Tag zu verschiedenen Stränden und anderen Mini-Inseln rund ums Cayo Largo. Die erste (Cayo Iguana) war eine Leguanen-Hochburg.P1390994Meine Mom hat versucht sich mit ihnen anzufreunden. Als sie Essen dabei hatte, waren sie noch lieb…DSC_0876… dann zeigten sie ihr wahres GesichtP1400013…und verfolgten sie über die gesamte InselDSC_0874MEIN neuer Freund und ich hatten dagegen viel mehr gemeinsam: 1. Wir sehen nichts ohne Brille…P13909782. Wir lieben es in gemütlicher Lage in der Sonne zu essenP1400087P1400090P1400152Nach dem Mittagessen (der talentierte Captain konnte sogar Hummer grillen, war aber leider schon verheiratet) konnten wir dann endlich in der “Aquarium-Abteilung” des Zoos weiter machen.P1400115P1400128OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAP1400216P1400236P1400269Und endlich fand ich ihn: den größten Exoten auf Cayo Largo. Da es hier normalerweise keine Hunde gibt, war der weiße Labrador der große Star am Playa Sirena und sah genau so aus wie meine Hündin Lila. Nur Sitz konnte er nicht…P1400274P1400297P1400326P1400372P1400360P1400377