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Ouessant: wo Frankreich zu Ende ist

800 Einwohner, 1000 Touristenbetten, vier Bars, sieben Fischerboote, aber kein einziger Polizist und kein einziger Baum (beides perfekt für Autofahrer): Ouessant war die erste Insel auf unserer Insel-Hopping-Tour durch die Bretagne und gleichzeitig auch der äußerste Westen Frankreichs. Und ein bisschen wie das Ende der Welt fühlt es sich hier tatsächlich an.P1460342P1460339P1460331P1460274Die hohe Leuchtturmdichte auf Ouessant (5 direkt auf der Insel, 20 weitere bei guter Sicht erkennbar) ist gleichzeitig auch der Grund für die Besonderheit der Insel: Die gesamte Küste ist von beeindruckenden Felstransformationen umgeben. Zum Schwimmen ist Ouessant deshalb etwas zu abenteuerlich. Dafür aber unter Wanderern und Radfahrern sehr beliebt. Auch unter 70. Ehrlich!P1460291P1460352P1460363P1460262Da es auf Ouessant keine Bäume und dementsprechend kein Holz gibt, wurde traditionell auf Grasnarben gekocht (ein Lammgericht z.B. 6 Stunden lang). Wegen des starken Windes wächst das Gras hier nicht hoch und aufgrund von langjährig milden Temperaturen frieren die Wurzeln nicht ein. So entsteht der wohl weichste Grasteppich der Welt.P1460209Alles, was auf der Insel aus Holz ist (unter anderem auch die kleinste Windmühle Europas) wurde von Schiffsbrüchen angespült. Wie ihr es euch vielleicht vorstellen könnt, passiert auf Ouessant nicht sonderlich viel, dafür gibt es um so lustigere Geschichten von angespülten Sachen. Einmal sank ein Containerschiff mit Badeenten und die ganze Küste war eines morgens voll mit gelben Enten. Ein anderes Mal wurden Schuhe angespült und das gesamte Dorf musste sich am Ende zusammensetzen, um die passenden Paare zu finden.P1460412TY Korn ist das beste Pub-Restaurant der Insel. Sechs Stunden Zeit für ein Lamm auf Grasnarben hatte ich nicht, dafür aber viel Spaß beim Knacken von Krebsscheren. Meine Tischnachbarn nicht so…P1460410DSCN1055P1460391P1460396P1460425P1460441Es gibt etwas, was ich seit meiner letzten Klassenfahrt nicht mehr gemacht habe: eine Nachtwanderung (dieses Mal hat keiner geknutscht). Nur auf Ouessant macht so ein Teeniezeit-Ausflug auch wirklich Sinn, da man so alle Leuchttürme in Aktion erlebt. Und an unheimlich aussehende Häuser am steilen Abhang vorbeigeht, die tagsüber wahrscheinlich nur halb so unheimlich aussehen würden.P1460456Tataaa! Und hier ist er: Creach, der stärkste Leuchtturm Europas. Als ich um 12 Uhr Abends nach diesem langen Tag endlich im Hotelbett lag, sah ich seine drei grünen Strahlen im Kreis an den Zimmerwänden laufen. Die acht Strahlen auf dem Foto sieht man nämlich nur aus einer Position: wenn man unmittelbar darunter steht. Allein schon deswegen hat sich die Überfahrt auf Ouessant gelohnt.P1460485P1460517Am nächsten ging beim Sonnenaufgang bereits die erste Fähre zurück nach Le Conquet. Es war der zweite Tag und Zeit für die Insel Nummer zwei. Le Glenán- knapp zwei Autostunden entfernt, aber das genaue Gegenteil von Ouessant: Keine Felsen, dafür aber ein Badetrand, der wie die Karibik aussieht…

Lest hier meinen Artikel über die Bretagne in der BZ.