X-Mas in Manchester

Als man die Dampfmaschine erfand, wurde hier noch hart gearbeitet. Jetzt wird in Manchester vor allem hart gefeiert und geshoppt (besonders zu Weihnachten als Alternative zum überfüllten London). Und die Geschichte geht so: 1769 erfand James Watt die Dampfmaschine, die in der Textilindustrie Handwebestühle durch Maschinen ersetzte. Und viele Menschen auf der Suche nach Arbeit in den Nordwesten Englands anzog. Gebaut wurde überwiegend aus rotem Backstein und ganz wichtig: mit deckenhohen Fenstern. Denn es gab keine Elektrizität und man brauchte jeden Lichtstrahl, um länger arbeiten zu können. Diese praktische Bauweise gab der Stadt auch ihren heutigen coolen Industrie-Look: alte Fabriken werden jetzt nach und nach umgebaut zu Galerien, Clubs und Restaurants. Hier ein paar Tipps:P1160863P1160472P1160479P1160468P1160489P1160484Gerade sehr angesagt ist das Steak House „Smoak“, meine erste Anlaufstelle in Manchester. Hier hängen statt von Gardinen bedruckte Stoffsäcke und Ketten an den Fenstern, das rohe Fleisch baumelt in einem riesigen Kühlschrank an Metallhacken. Lagerhallen-Industriecharme zur Begrüßung.P1160515P1160530P1160535P1160545In der Bar „The Alchemist“ werden einige Cocktails in Reagenzgläsern serviert, Flaschen in aufschiebbaren Apothekenschubladen aufbewahrt – war ja auch mal eine Farmacy.P1160574P1160568P1160565P1160567P1160569Ideal nach einer langen Party-Nacht ist das „Koffee Pot“ im coolen Northern Quarter, einem ehemaligen Arbeiter-Viertel. Wer nach diesem Frühstück nicht wieder nüchtern wird, dem kann man auch nicht mehr helfen. Hier gehören die meisten Läden Künstlern oder DJs (wie das “Teacup” unten) und die Hautpstraße Oldham Street ist ein Vintage- und Plattenparadies. Manche Häuser hier könnten genau so auch in Brooklyn stehen…P1160578P1160895P1160606P1160587P1160690In der Innenstadt wird es dann etwas zünftiger bei Crêpes, Rostkastanien…P1160650P1160694P1160657… und Hochzeitsringen, die unabhängig vom Stein nach Gewicht verkauft werden. Unten auf dem Schild steht, dass es im Traditionshaus früher mal so üblich war. Muss ja keiner vorher lesen.P1160970manWas wäre Manchester ohne Määääänjüüüüü. An Nichtspiel-Tagen gibt es Führungen durch das Old-Trafford-Stadion – dann darf man rein in die Spieler-Umkleiden und schon mal seinen Minotaurus-Faden auslegen. Und auf die Sitze für die Auswechselspieler und den Trainer darf man auch.P1160705Und da ist er: Der Manchester Weihnachtsmarkt, gilt als der beliebteste in ganz UK (15. November – 22. Dezember 2013). Wem es noch zu hell ist, kann entweder in das coole Odeon Cinema Complex mit vielen Läden und Restaurants (unteres Bild) oder zum Royal Exchange Theater (pinkes Bild) im alten Börsengebäude.P1160626P1160686P1160738P1160716P1160741P1160766Auch gerade schwer angesagt, aber nicht so alternativ wie das Northern Quarter, ist das Stadtteil Castlefield. Hier hat man die alten Backsteingebäude mit moderner Glasarchitektur kombiniert, z.B. das Hilton oben auf dem Bild. Lustigerweise gehören nur die ersten Stockwerke zum Hotel, weiter oben sind es ganz normale Wohnungen (ab der Stelle, wo es links einknickt) – was man schnell an verschiedenfarbigen Gardinen und Wäscheleinen erkennt. Im Castlefield befindet sich auch der beliebteste Pub von Manchester: Dukes 92, schön am Kanal gelegen und mit meinem Lieblingsessen Mixed Pickles und Leberwurst in Unmengen von Sorten…P1160779P1160759P1160781P1160788P1160921Auch seine Musikszene machte Manchester weltberühmt. Haçienda war ein legendärer Nachtclub von Label Factory Records (eröffnet 1982) und einer der ersten Europas, der House-Musik spielte. Wie jeder legendärer Nachtclub musste auch dieser irgendwann zumachen, da man eher mit Drogen, als mit Musik Geld verdiente. Heute ist es ein Appartment-Gebäude, aber ein paar Elemente sind aus den guten alten Zeiten noch geblieben. Leider keine Pipes mehr, dafür aber Lautsprecher in jeder Dusche. Oasis kommt übrigens auch aus Manchester. Wie es mit denen bergab ging, weiß man ja… Und Russell Brand hat hier beim Radiosender seine Karriere begonnen. Irgendwann ist er wegen zu schlechten Benehmens allerdings rausgeflogen. Ooooooh…P1160839P1160829Wo kauft man ein? Die wichtigsten Malls liegen in der Innestadt sehr dicht beieinader. Teuer:  Selfridges (Jimmy Choo und Alexander McQueen) und Harvey Nichols, genannt „Nicks“ (Prada und Louboutin). Günstig: Malls Arndale-Centre (mit mehr als 200 Geschäften die größte Manchesters) und Triangle. Und die größte Primark-Filiale der Welt steht auch in Manchester. P1160845P1160868Und zum Schluss noch mal ein schicker Dinner-Tipp nach dem Weihnachtsmarkt-Besuch (wo es zwar schön ist, es aber wie immer nur das Gleiche zu essen gibt). Im „Room“ trifft sich die Szene auf hohen Absätzen auf einen hohen Drink. Hier wird vor allem kreative Traditionsküche wie posh fish & chips oder Schwein in Cranberry-Sauce serviert. Und Gin Tonic ohne Ende…

Flüge nach Manchester mit Easyjet z.B. von Berlin Schönefeld ab 29 Euro. Lest hier meine Geschichte über Manchester in der BZ.

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